Karotte vor der Nase

Farbe bekennen; Leserbriefe 23. März

Um es gleich vorwegzunehmen, Erdogan ist mir ein Gräuel; aber ich kann ihn verstehen. Seit Jahren hält Brüssel ihm eine gelbe Rübe vors Maul, fordert den Galopp und lacht inwendig, wenn sich der Sultan, die gelbe Rübe anhechelnd, verbal völlig verausgabt. Und das klingt dann so: Ich, Erdogan, sage euch, dass ihr euch verhaltet wie die Nazis. Ich pfeife auf den EU-Eintritt, den brauche ich nicht mehr und – wenn ihr nicht tut, was ich verlange – dann wird es Krieg geben. Ich vermute mal, er hat durchgedreht, weil die gelbe Rübe, die die EU-Bürokraten ihm vor die Nase hielten, immer noch dort schwebt und ihm die Sicht versperrt. So sagt er das, was er eigentlich schon längst sagen wollte, sich aber nie traute, denn die Karotte vor seiner Nase schaute einfach zu lecker aus. Und nun ist er wütend, weil er sich hereingelegt fühlt. Und da hat er aus seiner Sicht Recht, denn es hätte sich längst gehört, ihm zu sagen, dass sie nur eine Fata Morgana ist. Das aber haben sich die EU-Kommissare nicht zu sagen getraut, denn man weiß ja nie, ob der Schuss nicht nach hinten losgeht und statt des Erdogan mit seinen EU - Gelüsten, der Kommissar dran glauben muss. Eine herrliche Posse, die nun zu Ende geht. Wir Bürger klatschen vergnügt Beifall. 

Richard Birk Freising

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