Heftige Unwetter wüten in Bayern: Mehrere Orte unter Wasser - dramatische Rettungsaktion für weggespülte Autofahrer

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Leserbriefe

War Großbritanniens Schritt richtig?

Dirk Ippen: England: mutig – frei – allein; Kolumne „Wie ich es sehe“; 25./26. Juli

Ich hoffe, der Artikel regt nicht nur die Leser, sondern auch unsere Politiker zum Nachdenken an. Ist der Weg, den wir in Europa hin zur Schuldenunion und zur Fiskalgemeinschaft gehen, der Richtige? Können die riesigen, sich im Eurosystem und in der EU aufhäufenden Schulden je bezahlt werden, und was geschieht, wenn nicht? Was ist, wenn sich der Schritt Großbritanniens, die EU zu verlassen, als richtig erweist und dieses Land einer schnellen Fregatte gleich behände durch das stürmische Meer der Geschichte segelt, während das Schlachtschiff Europa mit schwerer schuldenbedingter Schlagseite in rauer See vor sich hin dümpelt, ständig in Sorge, von der einen oder anderen Schuldenkrise in die Tiefe gerissen zu werden? Sich solche Fragen zu stellen, zeugt nicht von einem antieuropäischen Geist, sondern von Verantwortungsbewusstsein gegenüber Europa und seinen Bürgern.

Ludwig Mailinger

Miesbach

Meine Gratulation zu Ihrem Mut, den Eintritt in die europäische Schuldengemeinschaft offen festzustellen. Corona hat sicher dazu beigetragen, den Untertanengeist zu fördern, und die große Mehrheit der deutschen Medien hat schon seit Jahren verlernt, der Regierung und dem von ihr beherrschten Parlament auf die Finger zu schauen.

Die EU-Gipfelbeschlüsse haben das Grundprinzip des Euro über Bord geworfen und den Schwur der Politik bei seiner Einführung gebrochen. Dabei ist noch nicht einmal definiert, wofür das viele Geld überhaupt gebraucht wird und wohin es konkret fließen soll. Die EU steuert in eine zentral gesteuerte Staatswirtschaft und versinkt in einem Schuldensumpf. Die Politik nennt das ein „starkes Signal“ und die Steuerzahler werden nicht gefragt. Die Engländer sind zu beneiden, dass sie frei werden und nicht mit uns hinuntergezogen werden.

Peter P. Solloch

Deining

Richtig gleich eingangs erwähnt, jetzt haben wir die europäische Schuldengemeinschaft, die vom Grundgedanken der EU verboten ist. Aber ist doch schon egal, locker 750 Milliarden ausgeben und einen Haushalt über 1,8 Billionen veranschlagen. Mir wird angesichts solcher Summen schlecht, aber ich denke, wir sind schon in der Zeit angekommen, in der Geld nur mehr bedrucktes Papier ist.

Bloß wie wird das weitergehen? Soll mir einer sagen, dass hier noch jemand einen Durchblick hat. Dass man anderen Staaten in Bezug auf Corona hilft, steht außer Zweifel. Die Frage ist aber das Wie. Und ob die 390 Milliarden Geschenk helfen, ist für mich äußerst fragwürdig. Ich glaube fest, dass die Engländer in ein paar Jahren merken, wie richtig ihr Brexit war, so haben sie sich auch von den immensen Zahlungen an Brüssel befreit. Dass man von Seiten der EU alles macht und gemacht hat, um den Briten den Ausstieg so schwer als möglich zu machen, ist ganz klar, könnte doch noch ein anderes Land auf die Idee kommen, einen Austritt in Erwägung zu ziehen.

Bitte nicht falsch verstehen, ich bin für eine europäische Einheit, aber nicht unter dem Diktat einer Mammutverwaltungsorganisation mit sage und schreibe 32 000 Beschäftigten ohne die zusätzliche Zahl von Außenstellen.

Übrigens, den Medien war es nur eine kleine Notiz wert, dass Frau Nahles jetzt auch in Brüssel eine Beraterstelle eingenommen hat. Früher gab es mal den Spruch: Wer hier nicht mehr gebraucht wurde, wurde nach Brüssel geschickt. Herrn Weber haben wir gewählt, eine Frau von der Leyen haben wir bekommen. Mich werden Sie nicht mehr bei einer Europawahl an der Wahlurne finden.

Peter Blume

Dachau

Seit 1066 („William the Conquerer“) hat England beziehungsweise Großbritannien als Inselstaat keine Invasion gehabt beziehungsweise militärische Niederlage erlitten, sondern sich bis ins 20. Jahrhundert zu einer zeitweise dominierenden Weltmacht mit Kolonialreich, Commonwealth, Weltsprache entwickelt. Die Strategie: Als Inselstaat hat man sich „from the Continent“ (vom Rest Europas) abgesetzt, weltweit agiert, und wenn sich in Europa aggressive Großreiche entwickelten (Spanien, Frankreich, Deutschland), sie mithilfe schlagkräftiger Allianzen erfolgreich bekämpft.

Nach Ende des 2. Weltkrieges begannen sich zunächst die westlichen Länder Kontinentaleuropas nach den Jahrhunderte andauernden internen Querelen zu besinnen und eine Einigung in der EWG und anschließend EU anzustreben. Da dieser Prozess auch mit der Aufgabe souveräner Rechte einzelner Staaten verbunden ist, hat sich Großbritannien lange „vornehm“ zurückgehalten, während die EU sich erfolgreich weiterentwickelte.

Bis man sich unter Margret Thatcher offensichtlich gezwungen sah -– nach dem Motto „if you can’t beat them, join them“ (wenn Du sie nicht schlagen kannst, schließ Dich an) –, doch noch beizutreten. Gerade die Konservativen, insbesondere die britische Oberschicht zierte sich, alte, königliche Rechte, die die Unabhängigkeit des Landes beeinträchtigen könnten, aufzugeben, womit Großbritannien zum Bremsklotz der Entwicklung diverser Initiativen zur progressiven Weiterentwicklung der EU wurde. Kein Wunder, dass es dann die Konservative Partei war, die den Austritt des Landes aus der EU schließlich erfolgreich durchsetze.

Inwieweit sich Großbritannien als unabhängiger Inselstaat in einer Welt mit zunehmend globalen Allianzen wirtschaftlich und außenpolitisch erfolgreich entwickeln kann, lasse ich wie auch Herr Ippen offen.

Paul E. Frhr. Ostman v. d. Leye

Kreuth

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