Trauer und Wut

Spiegel an Kreuzungen; Leserforum 9./10. Mai, Neunjährige von Laster getötet; München 8. Mai

Da hat die Autoindustrie eine bessere Lösung: Mein amerikanischer Honda Civic hat eine Seitenkamera. Wenn ich rechts abbiegen will und meinen Blinker betätige, schaltet sich die Kamera ein. Ich sehe genau, was auf meiner rechten Seite hinter mir fährt oder geht. Ich wünschte, ich hätte dieses Auto in München. 

Jutta Neckermann Rottach-Egern 

Es macht niemand wieder lebendig, Verletzungen ungeschehen oder Trauer vergessen, aber man sollte wissen und nie vergessen: Auf Druck der Spediteure strich die Bundesregierung in den 70ern den bis dato vorgeschriebenen Beifahrer bei Lkws. Um die dramatisch reduzierte Sicherheit scherte sich keiner, Hauptsache der Profit stimmt.

 Harald Heinz München

Als Allwetter- und Ganzjahresradler macht mich der tödliche Unfall mit dem 9-jährigen Mädchen tief betroffen. Was die Trauer bei mir allerdings in Wut umschlagen lässt, ist die Tatsache, dass diese Kreuzung schon als Unfallschwerpunkt bekannt ist - und nichts getan wird! Wie lange brauchen die Münchner Behörden noch, um hier Abhilfe zu schaffen? Der im Leserbrief erwähnte Spiegel wäre hilfreich, eine andere Ampelschaltung (wenn Fußgänger/Radler geradeaus grün haben, haben Rechtsabbieger rot) wäre doch einzurichten. Eine ebenfalls gefährliche Kreuzung mit einem Todesfall ist die Donnersbergerbrücke/Arnulfstraße (beim Mercedes-Haus). Die Rechtsabbieger bekommen hier nach wie vor grünes Licht, obwohl die Fußgänger und Radler ebenfalls grün haben. Könnte man das nicht anders schalten? Oder ist ein täglicher flüssiger Verkehrsfluss wichtiger als ein Menschenleben? Ein weiteres Problem sehe ich auch täglich (Kreuzung Landshuter Allee/Nymphenburger Straße, aber das ist nur ein Beispiel): In der Nymphenburger Straße Richtung Westen stehen die Fahrzeuge schon dicht, es geht nichts vorwärts. Trotzdem fahren weitere Auto- und Lkw-Fahrer (und Busse, auch die extra langen) in die Kreuzung. Die ist dann natürlich blockiert. Mit etwas Glück können die Autos auf der Landshuter Allee Richtung Süden frei fahren, doch die Radler und Fußgänger haben den Salat (und das ist genau die Situation, die dem Mädchen am Montag zum Verhängnis wurde). Muss man immer die Kreuzungen blockieren? Ich, ich, ich! Und dann wird oftmals nicht auf die kreuzenden Fußgänger und Radler geachtet, der Blick der Autofahrer richtet sich auf die Autoschlange, ob die sich nicht doch 5 Zentimeter bewegt, sodass man vielleicht aus der Kreuzung kommt. Zu dem anderen Artikel (Zwei Räder, ein Problem) ist eigentlich dasselbe zu sagen: Pläne gibt’s, nur umgesetzt werden sie nicht. Oder nur halb, wie der „Radstreifen“ an der Herzog-Heine-Straße, der mal da ist und mal verschwindet. An der Kapuzinerstraße hat sich dank des Radlstreifens die Situation für die Radler merklich verbessert, den Stau gab’s vorher schon! Noch übler sind aber Verschlimmbesserungen wie am Bavaria-Ring, beim Haupteingang zur Theresienwiese. Da werden die Radler seit einiger Zeit auf die Straße geleitet, es gibt einen Radlstreifen. Ich frage mich: warum? Der Radweg auf dem Gehweg war doch recht breit, die Fußgänger hatten auch genügend Platz. Jetzt sind die Radler auf der Straße und dürfen sich mit ein- und ausparkenden Autos und sich öffnenden Autotüren rumärgern. Im Winter war übrigens genau auf dem Radlstreifen der Schneematsch. Und es versteht sich wohl von selbst, dass Radfahrer nicht den Fußweg benutzen, Fußgänger anrempeln oder über rote Ampeln fahren. Über diese Genossen ärgere ich mich auch. 

Petra Martin München

Geld ist alles, was zählt und Technik die Geld kostet und Menschenleben retten kann wird nicht angeschafft. Der Gesetzgeber ist klar an der Reihe! Das gilt selbstverständlich für neue LKW und Busse. Und eine Nachrüstpflicht ist zwingend zu veranlassen. Es ist auch vollkommen unverständlich, dass z. B. in Berg am Laim kilometerweise Radwege aufgelöst werden! Und bei der Neuplanung des Ortskerns von Trudering werden Radwege nicht einmal eingeplant! München fahrradfeundlich?

 Max Hartmann München

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