Immer mehr Fleischersatz

Ohne Fleisch oder Fleischersatz; Leserbriefe 2. Januar

Die Aussagen des Herrn Gerd Jäger finde ich äußerst polemisch. Warum denn nicht eine Bezeichnung als veganes oder vegetarisches „Schnitzel“ oder „Würstchen“? Das ist meiner Auffassung nach ein Begriff für die Machart & Würzung. Wer zu oberflächlich ist, die Packung richtig zu lesen, dem ist nicht zu helfen, wenn er versehentlich echtes Fleisch erwischt. Ich mag übrigens gute Würste und Fleischgerichte sehr. Trotzdem!! weiche ich so oft wie irgendwie möglich auf eine gute fleischlose „Machart“ aus, zumindest auf Fleisch aus einer artgerechten Tierhaltung. Denn: Nachfrage bestimmt das Angebot: Das Grauen und die Qualen für die meisten „Nutz“-Tiere von der Aufzucht („Produktion“) bis zur Schlachtung finde ich unerträglich und einer zivilisierten Menschheit unwürdig. Ein empfehlenswertes Buch, nicht nur für Herrn Jäger, „Peace-Food“ von Rüdiger Dahlke. 

Elisabeth Willibald Wolfratshausen

Es ist immer wieder erstaunlich, mit welcher Aggressivität manche Tierfleischesser die Menschen und deren Ernährungsgewohnheiten verunglimpfen wollen, welche Tierfleisch aus den unterschiedlichsten Gründen nicht (mehr) essen wollen und zunehmend auf moderne und neue Fleischersatzprodukte ausweichen (die es vor 10 Jahren noch nicht in den Supermarktregalen gab). Die Produktpalette wird erfreulicherweise immer größer. Aber auch für diese Neuerung gilt das alte 3-Phasen-Gesetz von Artur Schopenhauer: Die Einführung einer Neuerung in einer Gesellschaft (wie hier die Entwicklung und Produktion von vielfältigen Fleischersatzprodukten) läuft immer in drei Phasen ab: Zuerst wird die Neuerung lächerlich gemacht, dann wird sie in Phase 2 aufs Äußerste bekämpft und in Phase 3 wird die Neuerung als Selbstverständlichkeit hingenommen. Die Einführung von modernen Fleischersatzprodukten befindet sich zur Zeit in allen 3 Phasen gleichzeitig – es kommt ganz darauf an, wer davon spricht.

 Wolfram Brock Weilheim

Es gibt zwar sehr viele andere und sehr viel wichtigere Themen, worüber wir Menschen uns Gedanken machen und dafür oder dagegen unsere Stimme erheben sollen, aber diese Zeilen müssen jetzt sein. Einmal zu viel war zu lesen: Wofür braucht ein Vegetarier ein Schnitzel? Bestimmt mag ein Großteil der Vegetarier den Geschmack von Braten, Schnitzel und Wurst und verzichtet ja nur deshalb darauf, weil für ihn kein Tier sterben soll! So ist es also doch genial, wenn es möglich ist, aus pflanzlichen Zutaten etwas Essbares herzustellen, was sich zum Beispiel nach Wurst anfühlt und fast so schmeckt. Ganz gewiss ist es also kein „ausgemachter Blödsinn“, ein vegetarisches oder veganes Schnitzel als solches zu bezeichnen. Bitte, lasst uns doch alle tolerant sein! Wie denken Sie denn darüber? 

Regina Wagner Ammerland

Ich esse seit längerem kein Fleisch mehr, zum einen aus gesundheitlichen Gründen (Rheuma), zum anderen aus ethischen Gründen. Zum Leserbrief des Herrn Jäger möchte ich gerne anmerken, dass ich nichts gegen den Geschmack von Schnitzel, Wurst oder ähnlichem habe, sondern einfach keine toten Tiere essen möchte. Daher kommt mir der Trend zum vegetarischem Ersatz sehr gelegen und was den „Mist“ angeht, den man sich einverleibt, möchte ich noch erwähnen, dass es sich bei diesem Ersatz meist um Sojaprodukte handelt, also die Bearbeitung einer Bohne. Ich bin der Meinung, es steht niemandem zu, mir vorzuschreiben, dass ich auf Bratwurst- oder Fleischersatz verzichten soll, nur weil es mir vor toten Tieren graust und ich sie lieber lebendig sehe.

Birgit Lehrl Schwabhausen

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