Flucht vor Perspektivlosigkeit

Deutschland ist erpressbar geworden; Leserbriefe 6. März

Viele Menschen, auch in unserem Lande, scheinen es immer noch nicht begriffen zu haben, dass die jetzigen Flüchtlingsströme nach Europa erst der Anfang sein werden. Es sind nicht die Fluchtursachen durch Kriege, die uns Sorge bereiten müssen. Es sind die Flüchtlinge, die vor der Perspektivlosigkeit ihres Lebens und den damit einhergehenden Hunger fliehen werden. Europa muss sich gemeinsam dem Thema stellen und den Ursachen aktiv entgegentreten. Das bedeutet Hilfe zur Selbsthilfe und Investitionen in diesen Ländern für, in erster Linie, ihre und dann auch unser aller zufriedenen Zukunft. Die jetzt geführten Verhandlungen und Vereinbarungen mit einzelnen Staaten Afrikas und der Türkei können und dürfen nur ein erster Schritt Europas sein. Solche Vereinbarungen gab es bereits zu Zeiten von Diktator Muammar al-Gaddafi mit Libyen. Damit waren anscheinend alle einverstanden und keiner nahm auch nur ansatzweise das Wort Erpressung in den Mund. Mit dem Versuch durch Erpressung, gegenüber Europa und nicht alleine gegen Deutschland, entsprechenden Druck aufzubauen müssen wir so lange leben, bis wir die Perspektivlosigkeit der Menschen in den hier angesprochenen afrikanischen Ländern genommen haben. Es liegt also viel in unserer aller Hände und schuld sind eben nicht immer die anderen. Grenzsicherung für Europa ist notwendig, dass aber jedes Land für sich Wagenburgen und Festungen baut, ist keine Lösung. Wir verlieren unsere Freiheiten zu reisen und grenzübergreifende Geschäfte, insbesondere für Deutschland als Exportnation, werden den erarbeiteten Wohlstand für uns alle zerstören und eine Lösung der Fluchtursachen ist damit nicht gegeben. Es helfen auch keine platten Plattitüden wie Familienplanungskurse und Verhütungsmittel für Afrika, denn die bisherige und einzige Überlebensstrategie der dort lebenden Menschen ist die Familie. 

Jörg Sczesny Maisach

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