Flüchtlinge – Risiko oder Chance?

Die Leserbriefe zeigen, dass ein Großteil unserer Bevölkerung die wahren Probleme, die von uns zu bewältigenden sind, noch nicht erkannt hat.

Trotz der großen Not dürfen wir uns nicht nur von Mitleid und der Bibel leiten lassen. Eine europäische Lösung, wurde durch die unkontrollierte Einwanderung ohne Pass vertan, da verständlich, kein Land bereit ist, Menschen, die kaum oder nicht mehr ausgewiesen werden können, aufzunehmen. Zwingend notwendig ist deshalb, wie überall auf der Welt üblich: keine Einreise ohne Pass. Die Integration, wird zwar immer erwähnt und gefordert, deren Hauptproblem, zeitlicher Aufbau und die Dauer verschwiegen. Ich möchte nicht die Milliarden, die jährlich gebraucht werden, in den Vordergrund stellen, sondern das notwendige Fachpersonal und deren Ausbildungszeit. Je Vormund, Sozialarbeiter, Dolmetscher für unterschiedliche Fachbereiche, Richter Anwälte, Psychologen, Ärzte, Frauenbeauftragte, Erzieherinnen, Lehrer, Integrationsbeauftragte, Kontroll- und Wachpersonal, Polizisten, Sachbearbeiter usw. Je Fachgruppe Tausende, Ausbildungszeit drei bis vier Jahre, dies nur für die Flüchtlinge von 2015. Die Dauer der einzelnen Tätigkeiten, kann sich über einige Jahre, bei Analphabeten sieben bis acht Jahre erstrecken und dann schicken wir diese Fachkräfte nach Afrika oder Afghanistan. Auch dürfen wir die Lippenbekenntnisse, jeder Flüchtling will hier arbeiten, nicht zu ernst nehmen, selbst wenn, fehlt meist eine Qualifizierung. Ist es sozial, christlich und vertretbar, dass Familien über Jahre in Turnhallen, Wohneinheiten von 25 m2, Einzelpersonen in Sammelunterkünften, pro Raum vier bis sechs Personen leben/ müssen, bis die derzeit notwendigen 500 000 Wohnungen gebaut sind? Diese, wenn Syrer und Abgewiesene zurückgehen, überwiegend leer stehen. Wer kann hier mit gutem Gewissen sagen: Wir (Deutschland) schaffen diese Aufgaben, oder gar, wir schaffen es, jedes Jahr eine Million Flüchtlinge zu integrieren.

Hubert A. Hertlein Murnau

Gäbe es nicht ein Heer von engagierten „Gutmenschen“, die das Gebot der Nächstenliebe in ihrem Engagement für Flüchtlinge jeden Tag aufs Neue unter Beweis stellen, könnte man fast meinen, unser Land bestünde nur noch aus Jammerern und Angsthasen. Und insbesondere diejenigen, die sich nun lautstark auf eine Leitkultur berufen und die christlichen Werte des Abendlandes in Gefahr sehen, sollten sich schämen, eben jenes Gebot der Nächstenliebe schutzbedürftigen Menschen zu verweigern. Anstatt zu lamentieren, sollten wir die Chancen nutzen, die sich für unser Land bieten! Deutschland ist eines der reichsten Länder der Erde, da wird doch wohl etwas übrig sein für alle diejenigen, die uns um Hilfe bitten, zumal diese Investition langfristig gut angelegt ist. Ja – Integration kostet Geld und macht für beide Seiten erst mal eine ganze Menge Arbeit und Mühe. Aber heute in die Integrationsarbeit zu investieren, zahlt sich morgen aus, denn jeder Flüchtling, der heute unsere Sprache lernt, in unserer Gesellschaft ankommt und seine Ausbildung macht, wird kaum Gefahr laufen in die Subkultur abzurutschen. Er wird sich bei uns wohlfühlen, seine Steuern zahlen und dem Staat nicht zur Last fallen. Geld ist ja auch reichlich für marode Banken oder fragwürdige Großprojekte da. Und so ganz nebenbei schafft die sogenannte Flüchtlingskrise schon jetzt zehntausende von neuen Arbeitsplätzen, denn um die gewaltige Herausforderung stemmen zu können, werden Lehrer, Pädagogen, Fachbetreuer usw. benötigt, die Errichtung von dringend benötigtem Wohnraum kurbelt zudem unsere Wirtschaft an. Wo ist das Problem? Also nicht jammern, sondern Ärmel hochkrempeln und anpacken! Und noch ein Wort zur Überfremdungsangst: Wer mal genauer in die Geschichtsbücher schaut, weiß, dass Mitteleuropa in den letzten 2500 Jahren Durchzugsgebiet für alle möglichen Völkerscharen war, Multikulti war allenthalben gang und gäbe. Alle haben ihre unterschiedlichen Sitten und Gebräuche mitgebracht und unser heutiges Europa und übrigens ganz besonders auch unser schönes Bayernland geprägt. Also höre man bitte auf mit der dumpfbackigen Mär der Überfremdung! Wer hier keine Ahnung hat, sollte lieber seinen Mund halten.

Mathias Bischke bekennender Gutmensch, Erding

 

„Lösungsvorschläge zur Flüchtlingskrise“; Leserbriefe 23./24. Januar

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