Wenigstens Empathie

Hilfe zur Selbsthilfe; Leserbriefe 3. März

Sehe geehrte Frau v. Beaulieu Marconnay, ein Teil ihrer Zuschrift zu „Flüchtlinge sofort wieder zurückbringen“ kann nicht unwidersprochen bleiben. Natürlich wäre Hilfe zur Selbsthilfe in vielen Herkunftsländern der Flüchtlinge wünschenswert, nur, das wird ein Traum bleiben. Gelder hierfür verschwinden meist irgendwo im Nirgendwo. Die meisten Menschen fliehen vor Krieg und grausamer Folter und kommen bestimmt nicht zu uns, weil hier die Sonne so schön scheint. Zu ihrem Satz „Ich möchte jedenfalls nicht von „solchen Leuten“ gepflegt werden müssen!“: Wissen Sie, was Ihnen die Zukunft bringt? Vielleicht sind Sie mal heilfroh, wenn Sie ein solcher Mensch von nassen Windeln befreit, er Ihnen Essen anreicht oder Sie stützt, wenn die eigenen Kräfte versagen. Sie schreiben, als Lehrerin würden Sie ihre Kinder sofort von einer Schule mit zu vielen Ausländern nehmen. Emil Oesch schrieb einmal: „Wer die Lebenslaufbahn seiner Kinder zu verpfuschen gedenkt, der räume ihnen alle Hindernisse weg.“ Was ist, wenn diese Kinder später vor die Türe gehen und mit vielen Menschen verschiedenster Herkunft leben und auskommen müssen? In einer Zeit, in der am Besten schon im Kindergarten Chinesisch gelernt werden soll, um später bestehen zu können, sollten wir doch, wenn schon nicht Akzeptanz, so doch Empathie gegenüber Flüchtlingen walten lassen können. Aber diese zählt offenbar nicht zu Ihren erwähnenswerten Eigenschaften. 

Burgl Pschorr Jachenau

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