Wie fair gehen wir mit den Ländern um?

Privilegien auch moralisch legitimiert; Abschieben nach Afghanistan?; Leserbriefe 28. und 27. Februar

Herr Sporer hat natürlich Recht mit seiner Feststellung, dass Arbeit, Wohlstand, Sicherheit und Freiheit, insbesondere unsere Freiheit, erst einmal geschaffen werden mussten und ich bin froh, in einer Gesellschaft mit freiheitlichen Grundgedanken groß geworden zu sein, Den Erhalt dieser Freiheit wird uns in Zukunft sicher mehr fordern und wir müssen dafür auch einstehen. Religiös überlagerte Gesellschaften sind immer eine Gefahr für genau diese Grundgedanken. Europa hat eine leidvolle Geschichte erdulden müssen. Erst die Zeit der Aufklärung, Abschaffung der Privilegien der Kirche und da wir gerade im Lutherjahr sind, natürlich auch seine Reformation. All das hat viel zu tun mit unserer freiheitlichen Gesellschaftsordnung. Eines der ganz großen Errungenschaften ist die Gewaltenteilung. Aber einen Widerspruch habe ich dennoch: Es ist nicht den reichen Industrieländern gestattet, alle Ressourcen dieser Welt für sich und ihren Wohlstand zu beanspruchen. Wachstum wird angebetet, Geld ist zur Religion geworden, Anspruch auf immer mehr Raum, Macht und Einfluss gehören auch dazu. Auch wir müssen hinterfragen, wie fair gehen wir mit den Ländern um, in denen Krieg mit unseren Waffen stattfindet, unfairer Handel und vieles mehr betrieben wird?

 Inge Glas Seeshaupt

Liebe Frau Thorma, ich habe Ihren Leserbrief aufmerksam gelesen. Sie vermischen leider Berichte von im Iran lebenden Afghanen mit Informationen über den Irak. Sie schreiben von Schikanen der iranischen Regierung, Kinderarbeit und Druck auf Buben mit 12 Jahren in die Armee Assads einzutreten? Im nächsten Satz schreiben sie weiter, dass der Iran den Afghanen die iranische Staatsbürgerschaft verspricht. Das stimmt definitiv nicht. Das im Iran viele Afghanen leben, kann ich bestätigen. Ich war selbst schon mehrmals im Iran bei Freunden. Meine Info ist also aus ersten Hand. Schlepper haben 2015 Afghanen im Iran angesprochen und ihnen angeboten sie für umgerechnet circa 4000 Euro nach Europa zu bringen. Dort würden sie Asyl bekommen und ein Haus, auch wenn sie nicht arbeiten. Man muss wissen, dass die Afghanen im Iran nur geduldet sind, dort keine staatlichen Leistungen bekommen, aber arbeiten können und immer noch ihren afghanischen Pass haben. Nachdem es sich herumgesprochen hat, das auch Afghanen nicht problemlos bei uns Asyl bekommen, mussten sie 5000 Euro an Schlepper bezahlen und bekamen einen syrischen Pass. Diese Info habe ich dem Deggendorfer Landrat Christian Bernreiter 2015 geschrieben. Seine Antwort per Mail: Die Kanzlerin weiß darüber Bescheid. Eine Rückführung nach Afghanistan kann natürlich für afghanische Flüchtlinge, die aus dem Iran gekommen sind, fatale Folgen haben. 

Gerlinde Kufer Oberschleißheim

Den Herrn Mairoll würde ich schon gerne mal fragen, ob das für ihn normal ist, dass fremde Soldaten, auch unsere, seine Heimat in ein ruhiges, freies und lebbares Land machen wollen, die nicht nur ihre Gesundheit, auch ihr Leben riskieren und die jungen, wehrfähigen Afghanis nach Deutschland kommen, um es sich in unserem Sozialstaat bequem zu machen. Sicher sind auch unter diesen Menschen, welche die sich integrieren, was leisten wollen und auch gesetzestreu sind, die in Ausbildung und Arbeit sind. Hier stellt sich schon die Frage, ob es denn keine andere Wahl gibt, wenn der Asylantrag abgelehnt ist, zum Beispiel einen Einbürgerungsantrag stellen. Hier sollte unser Staat schon etwas flexibler sein, aber von einer Behörde Flexibilität zu verlangen, geht halt doch ein bischen weit. Aber wenn der Asylantrag abgelehnt ist und es keine weiteren Gründe für ein verbleiben gibt, dann ist die Abschiebung zwingend notwendig. Wenn da nicht abgeschoben wird, weiß man das bald in der Heimat, Handys haben die ja alle, animiert man doch die zuhause Gebliebenen: auf nach Deutschland, da passiert dir ja nichts. Für Leute, die bei uns gegen das Recht verstoßen haben, gibt es ohnehin keine Wahl, auch wenn deren Heimat nicht als sicher eingestuft ist. Wer sich bei uns nicht an bestehende Gesetze hält, geht heim, ohne Wenn und Aber. Auch die, die ihre Pässe wegwerfen, ihre Identität verschleiern, die haben hier nichts zu suchen. 

Dieter Fritz Lauterbach Bergkirchen

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