Grenzenloser Humanismus

„Merkel und die Flüchtlinge“; Leserbriefe 5./6. Januar

Ein nicht wiedergutzumachender Schaden für unser Volk ist entstanden dadurch, dass man Hunderttausende unkontrolliert einfach ins Land gelassen hat, von denen Tausende irgendwohin verschwunden sind, darunter wohl auch viele Schläfer, die sich nun irgendwo versteckt halten und auf Anweisungen des IS oder anderer Terrororganisationen warten, wo und wann sie Anschläge verüben sollen. Unsere Sicherheitslage hat sich dadurch erschreckend verschlechtert. An vielen Orten muss es nun Terrorwarnungen und polizeiliche Maßnahmen geben. Diese unverzeihlichen Versäumnisse hat unsere Regierung zu verantworten. Man könnte auch sagen: Das hat Frau Merkel geschafft!

Helmut Ritter Gmund am Tegernsee

Die derzeitigen Auseinandersetzungen von Politikern der Länderregierungen zeigen auch im Fall „Flüchtlingsdrama“, dass unsere Demokratie weit Beginn der Regierung unter Kanzler Konrad Adenauer einen Anachronismus enthält, der längst hätte korrigiert werden müssen. Unsere Bundesrepublik besteht aus 16 Bundesländern mit eigenen. Länderregierungen. Die Bürger geben nach eigenem Ermessen bei Wahlen ihre Stimme der Partei oder dem Kandidaten, von der sie sich am meisten versprechen. Hier liegt nun eine erste einschränkende Tatsache, ein Beispiel: Den Bürgern von 15 Bundesländern ist es nicht möglich, Kandidaten der CSU zu wählen. Auch wenn sie das möchten. Trotzdem wird sonst unter dem Parteinamen CDU/CSU firmiert. Umgekehrt ist es so, dass Wähler aus dem 16. Bundesland (Bayern) zwar wählen können, nicht aber die CDU, weil diese auf den Wahluntertagen des Landes Bayern nicht vertreten ist. Eigentlich ist es erstaunlich, dass diese Diskrepanz nicht schon längst beseitigt wurde. Sie stellt a) eine Bevormundung des freien Bürgers dar, b) generell verfälscht sie die Wahlergebnisse, c) wenn davon ausgegangen wird, dass nur Bayern zur Stimmenauffüllung einer anderen Partei je nach Zweckmäßigkeit und Strategie herangezogen werden kann, ist dies mit dem Gleichheitsgrundsatz von Parteien und Wählern unvereinbar. Ein gewichtiger Aspekt dieser Regelung ist natürlich die Tatsache, dass ohne zwingenden Grund aus zwei autonomen, unabhängigen Parteien bei Wahlen und politischen Entscheidungen im Bundestag plötzlich eine einzige große Partei firmiert, gegen die alle anderen kleiner und schwächer dastehen und weniger Stimmen erringen können.

Otto Sedlmair Schliersee



Wir, das Volk/die Wähler, sollen Vorschläge machen, wie der Zustrom der Flüchtlinge verhindert bzw. gesteuert werden kann? Wir sollen Fr. Dr. Merkel „Rezepte“ zu diesem Thema nach Berlin schicken? Dann frage ich mich, warum wir unser Volksvertreter wählen, nach Berlin entsenden, von unseren Steuergeldern hoch bezahlen und dann doch ihre Arbeit übernehmen sollen?

Bernhard Pfeiffer München

Nicht die Flüchtlinge sind das Problem, sondern unsere Politiker. Alleine schon die Diskussionen für die richtige Wortwahl ist unerträglich. Flüchtlinge, Flüchtlingsstrom- Invasion - Tsunami, vollkommen egal, jedes Wort trifft zu. Die Flüchtlinge sind hier und das ist gut so. Jeder Vorschlag zur Integration wird, egal von welchem Politiker oder Partei, in Frage gestellt. So kann das nicht weitergehen. Diese Unfähigkeit der Politiker ist der Nährboden für die Rechten und die will keiner. Ich fordere die Politiker auf zu handeln und nicht zu blockieren, hier spreche ich die Grünen, Linken und teilweise auch die SPD an. Das kann nur mit einer starken Regierung passieren. Unterstützen Sie endlich die Politik der Regierungsparteien und stärken sie so den Rücken. Dann hat sich das Problem AfD bald von selbst erledigt und einer Integration der Flüchtlinge steht nichts mehr im Wege.

Harald Köppe München

Liebe Frau Jaeger, Ihren Leserbrief habe ich mit Spannung gelesen. Ja, ich fürchte mich um die bayerische Ruhe und Sicherheit und wohlgemerkt insgesamt um Europa. Vorab die Unterstellung nicht teilen zu wollen, weise ich energisch zurück, ich unterstütze seit vielen Jahren die Kinderkrebsstiftung und gebe Spenden für Kinderkrankenhäuser, jedenfalls entscheide NOCH ich, mit wem ich zu teilen habe. Ich habe Respekt vor ihren grenzenlosen Humanismus und ihren grenzenlosen Optimismus, aber diese Vereinfachung der Perspektive ist fahrlässig und naiv. Sie selber sprechen von einem Ansturm von Millionen Flüchtlingen aus den verschiedensten Ursachen. Wo wollen Sie denn diese Flüchtlingen unterbringen? Woher sollen die Arbeitsplätze kommen? Wie sollen diese diversen Kulturen, Glaubensrichtungen und Sichtweisen integriert werden, wenn sich z. B. Moslems untereinander schon bekämpfen? Es ist ein gewaltiger Unterschied Millionen Menschen integrieren zu wollen oder nur ein paar hunderttausend. Ich denke Europa hat die Pflicht zu helfen. Aber Humanismus heißt nicht, bedingungslose Aufopferung, die Politik muss dringend wieder Rationalität und Verantwortung zum Mittelpunkt ihrer Arbeit machen, tut sie dies nicht, so handelt sie gegenüber der Bevölkerung und den Flüchtlingen verantwortungslos.

Jaromir Samek Schwabhausen

Frau Jaeger kritisiert in Ihrem Leserbrief, das Vorschläge zur Reduzierung der Flüchtlingsproblematik fehlen. Das kann und muss alleine die Bundeskanzlerin machen. Wie fast alle europäischen Regierungschefs sollte sie öffentlich erklären, dass bei der Masse von Menschen die zu und kommen, eine Integration unmöglich ist und nun auch Deutschland keine weiteren Flüchtling mehr aufnehmen kann. Schweden war ja in der Flüchtlingspolitik immer ein Vorbild, aber auch hier werden nun die Grenzen geschlossen. Frau Merkel ficht das sicherlich nicht an und wird gebetsmühlenartig auf Europa hinweisen. Dort wird ihr Niemand mehr folgen. Merkel steht im Abseits und wird vielleicht erst reagieren, wenn das Chaos noch größer geworden ist. Ich bin beruflich sehr viel zwischen Österreich und Deutschland unterwegs und bekomme somit hautnah mit, was an unserer Grenze passiert. Auch ich habe Mitleid für Familien bzw. Frauen und Kinder. Aber es sind 90% Männer, die zu uns kommen und was dann passieren kann, sehen Sie nun in verschiedenen Bahnhöfen der Großstädten. Was Sylvester in Köln bzw. Hamburg und Stuttgart passiert ist, ist unsere Zukunft.

Heinz Steinmann München

Merkel hat in ihrer Neujahrsansprache den vielen Flüchtlingshelfern herzlich gedankt. Und das mit Recht. Zum einen verdienen sie es; zum anderen hat sie damit von ihren eigenen Versäumnissen abgelenkt. Was nämlich die BRD und die EU tun, ist, lediglich Butten unter das lecke Dach zu stellen. Das Problem ist merkel-gemacht, die die ganze Karawane unkontrolliert hereingelassen hat. Jetzt auf Hilfe der EU-Länder zu hoffen, heißt, ein Wunder zu erwarten. Dänemark hat 20.000 aufgenommen; Schweden nach 163.000 die Grenze erreicht und Schluss gemacht. Und was ist mit dem starken Frankreich??? (Dänemark: Dichte 128 bei 5,6 MIO; Schweden; Dichte 21 bei 9,7 MIO; BRD Dichte 230 bei 81 MIO; Frankreich Dichte: 100 bei 65 MIO) Seehofer spricht von 200.000 ohne zu sagen, in welchem Zeitraum: insgesamt oder jährlich? Andere Parteien wollen sich auf keine Obergrenze und damit auf gar nichts festlegen. Flucht und Vertreibung sind keine Lösung. Die Internationale ist gefragt. Den Völkern soll ihre Heimat erhalten bleiben. Aber zuerst wird zerbombt, dann wieder aufgebaut Beides dient der Wirtschaft. Man soll die Migranten in klimafesten Zelten unterbringen und ihnen keine Hoffnung auf Daueraufenthalt machen, sondern ihr Bestreben stärken, ihre Heimat wieder aufzubauen. Dazu können sie hier entsprechende Berufe und Kenntnisse erwerben. Eigenartig ist ohnehin, dass die meisten Männer sind, die eigentlich für ihr Land kämpfen sollten statt sich auf Abenteuer zu begeben und den Bürgerkrieg möglichst auch noch hier einzuschleppen. Oder erwartet man, dass etwa die Europäer deren Länder freikämpfen sollen? Man sollte nicht davon ausgehen, dass die Migranten die gleiche Mentalität hätten wie z.B. die Deutschen.

Wendelin Rasenberger Eichenau

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