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Klar umweltschädlicher

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Kommentare

„Sauberer als Autofahren“; Leserbriefe 24./25. Oktober, „Wir können nicht ewig Wachstum haben“; Leserbriefe 22. Oktober

Die Frage von Frau Lisa Kühn aus Hallbergmoos, „woher Herr Streitberger die Gewissheit nimmt, die Prognosen der Firma Intraplan bezüglich des Flughafen München wären falsch“, lässt sich leicht beantworten. Diese Gewissheit ergibt sich aus der genannten Studie von Prof. Thießen: Im Fall des Münchener Flughafens wurde in den „Fehlprognosen im Luftverkehr“ der Vergleich der Prognosewerte mit der tatsächlichen Entwicklung nur für die sog. „Nullfallprognosen“ der Intraplan vorgenommen. Diese beruhen auf der Kapazitätsbegrenzung der vorhandenen zwei Start- und Landebahnen für die Flugbewegungen, von der die Passagier- zahlen und die Frachtmengen abgeleitet werden. Und siehe da, die Passagierzahlen auf dem Münchener Flughafen haben sich von 2003 bis 2013 nahezu in Richtung der „Nullfallprognosen“ für 2010, 2015 und 2020 bewegt. (vgl. Seite 21 in der Abbildung 3.10 der Studie!) Und genau dieses Ergebnis veranlasste die Autoren der Studie zu der Feststellung auf der gleichen Seite: „In der Tat sind die Nullfallprognosen für den Flughafen München ziemlich gut prognostiziert“. Das heißt aber, dass die tatsächliche Entwicklung der Passagierzahlen auf dem Münchener Flughafen auf dem Niveau der vorhandenen zwei Start- und Landebahnen geblieben ist. Im Fall der Intraplan–Prognosewerte für die kapazitäts-entscheidenden Flugbewegungen führt der Vergleich mit der tatsächlichen Entwicklung jedoch zu einem anderen Ergebnis. Sowohl die Flugbewegungen als auch die Frachtmengen blieben von 2004 bis 2013 im Trend deutlich unter den jeweiligen Nullfall–Prognosewerten für 2020. (Vgl. die Seiten 34 und 28 der Studie!) Diese Zahlen zeigen also nichts anderes als dass „Zwei Bahnen reichen!“ Denn gegenüber der Kapazitätsobergrenze des Münchener Zwei-Bahnen-Systems besteht immer noch eine Kapazitätsreserve von rund 100.000 Flugbewegungen jährlich!

Prof. Dr. Michael Besch Kranzberg

Wenn der FMG-Geschäftsführer Michael Kerkloh für sein Luftschloss wissenschaftlich längst widerlegte Theorien (3,6l Verbrauch) aus der Schublade holen muss, dann zeugt das von akutem Argumentemangel. Jeder gut informierte Bürger weiß längst, dass 30% des Treibstoffs bereits beim Start verbraucht werden und dort unmittelbar die Menschen des Flughafenumlands schädigt. Dass die restlichen 70% in der Reiseflughöhe und damit in der empfindlichen Troposphäre ausgestoßen werden und damit mit Faktor 10 zu multiplizieren sind. Damit kommt man auf einen realen Wert von 30-40l/Person/100km. Aber abgesehen davon, wird unser schöner und bei weitem nicht ausgelasteter Flughafen München, aufgrund seiner geografischen Lage zwischen seinen größeren Mitbewerbern Frankfurt und Istanbul, niemals ein größeres Stück des schrumpfenden Umsteigerkuchens abbekommen. Die Gesetze des Marktes sind weder durch Herrn Kerklohs (beeindruckend erfolglose) drastische Reduzierung der Start- und Landegebühren, noch durch die wohlwollende Politik eines Herrn Minister und Vorstandschef Markus Söder zu umgehen. Wenn Herr Kerkloh also uns Bayern für dumm verkaufen will, dann muss der Rheinländer, mit Verlaub, früher aufstehen. Und einen Bauherrn ohne Grundstück (will er seine Startbahn um die Grundstücke von z.B. der Katholischen Kirche herum bauen?) würde man in Bayern einen ausgschamten Gschaftlhuaba nennen. Aber Herr Kerkloh hat ja eine offizielle Baugenehmigung auf dem Grundstück der Kirche. So was geht halt auch nur, wenn man gute Freunde in der Politik hat.

Renate Geppert Freising

Wenn ich die Schäden mir so anschaue, die der überdimensionierte Flughafen im Erdinger Moos bringt, dann denke ich, dass es an der Zeit ist, sich um die Einschränkung des Flugbetriebs mal Gedanken zu machen und nicht um eine Erweiterung. Abgesehen von der Lärmbelastung für die Anrainergemeinden kommt Schädigung der Nutzpflanzen, die Grundwasserverschmutzung, die Geruchsbelastung durch verbranntes Kerosin, das Ablassen von Treibstoff vor der Landung, das Versprühen von Glykol zur Frostsicherheit, der Rußausstoß der Triebwerke und die Verkehrsbelastung noch dazu. Es gibt mit Sicherheit noch viele Punkte. Jedoch berücksichtigt man nicht die Wetterveränderung, die Verdunkelung der Sonne und das bringt eine geringere Ausbeute im Wachstum der Pflanzen und einen geringeren Wirkungsgrad für Solarzellen zur Stromerzeugung. Es gibt zwar noch Luftfahrtstraßen aber keine Airline hält sich mehr dran, es kann Kreuz und quer geflogen werden. Somit kann man ganze Länder mit Streifen und Wolkenbildung überziehen. Noch nicht berücksichtigt ist auch die Forschung, die Nanopartikel oder chemische Substanzen gesondert aussprühen und somit die Wolkenbildung noch verstärkt. Das US- Militär, China und Russland lassen es schon überall regnen, wo es ihnen gefällt und so oft es ihnen gefällt. Zusätzlich wird in einer Höhe von 13000m reines Ozon also O3 zur Oxidation des Kerosins verbrannt und gleichzeitig das schädliche CO2 ausgestoßen und das bei mehr als 7 Milliarden Flugbewegungen/Jahr mal 100 Tonnen Kerosin/Flugbewegung mal 15 Tonnen Luftsauerstoff also OZON/Tonne Kerosin. Der Ruß taut die Gletscher schneller ab als es die Erderwärmung schafft. Ja und da reden wir über den CO2-Ausstoß am Boden! Das verbrauchen die Pflanzen, denn CO2 ist ein Grubengas und schwerer als Luft, das geht nicht nach oben. Übrigens muss das ganze Rohöl verbraucht werden. Am Ende sind wir Bürger hier die Leidtragenden, denn unsere Gesundheit, die unserer Kinder und unserer Nutzpflanzen und Nutztiere ist in Gefahr. Also weiter so ihr Herren im Nadelstreifenanzug, was die Gentechnik nicht tötet das schafft der überdimensionierte Flughafen. Die Pharmaindustrie freut sich über jeden neuen Krebsfall und die Petrochemie über jedes verkaufte Barrel Öl, dafür gibt es zwar Jobs jedoch die Abhängigkeit steigt. Deshalb also die 3. Startbahn? Gibt uns das nicht zu Denken?

Friedrich Josef Schachtner Otterfing

Der Leserbrief von Frau Anderl darf so nicht unwidersprochen bleiben. Wieder einmal werden hier Äpfel mit Birnen verglichen. Wenn man schon das Flugzeug mit einem Auto in Sachen Umweltbelastung vergleichen will, dann muss man aber auch vergleichbare Strecken verwenden. Natürlich kann man nicht einen Langstreckenflug wie von München nach New York mit dem Auto vergleichen, da diese Strecke mit dem Pkw gar nicht fahrbar und erreichbar ist. Was ich aber mit dem Pkw vergleichen kann sind die Kurzstrecken bzw. innerdeutschen Ziele, auf das ja auch Frau Anderl ihr Augenmerk gelegt hat: Knapp 50 % der Flüge sind mit Passagieren besetzt, die auf Weiterbildungsmaßnahme oder Kongressen unterwegs sind. Aber genau hier ist das Flugzeug eben nicht umweltschonender als der Pkw was ich an folgendem Beispiel darlegen will: Wenn ich voraussetze, dass ein durchschnittliches Auto heute 6-7 l Kraftstoff auf 100 km benötigt und mit mindestens durchschnittlich 2 Personen besetzt ist, komme ich auf einen Verbrauch von 3 -3,5 l/100 km pro Person. Am Beispiel des A320 benötigt aber das Flugzeug bei Vollbesetzung bei der Startphase und Steigflug schon ca. 7,5l Kerosin pro Passagier und im Reiseflug dann 2,8 l/100 km. Dass das Flugzeug beim Landeanflug nur noch 1,6 l/100km pro Passagier benötigt, kann durch den hohen Verbrauch beim Steigflug nicht 1:1 kompensiert werden. Jedenfalls liegt der Durchschnittswert bei ca. 3,7 /100km pro Passagier. Hinzu kommt jetzt aber noch die Anrollphase vom Terminal zur Startposition und wieder zurück: Da kommt noch ca. 1,2l/Passagier Kerosin obendrauf. Insgesamt ist es dann in Summe je nach Strecke 3,9 -4,2l/100km pro Passagier. Wohlgemerkt aber nur dann, wenn das Flugzeug voll besetzt ist. Laut Statistik ist das aber gerade bei innerdeutschen Flügen so gut wie nie der Fall, sondern liegt zwischen 50 % und 70%. Dann ist der Verbrauch pro Passagier natürlich noch deutlich höher. Das gleiche gilt für den Pkw. Wenn man immer von Vollbesetzung ausgehe würde, würde der Verbrauch deutlich unter 2l/100km pro Person liegen. Man kann jetzt noch dagegen argumentieren, dass sich das Flugzeug im Gegensatz zum Auto auf dem sog. Großkreis, oder anders ausgedrückt, in Luftlinie bewegt. Hier steht aber entgegen, dass ja nicht jedes Ziel direkt angeflogen wird. Wenn ich jetzt noch anfangen würde, Fernbusse mit Flugzeuge zu vergleichen werden Ihnen Frau Anderl die Augen erst richtig aufgehen, da wir uns hier schon unter 1l Kraftstoff/100km pro Fahrgast bewegen. Also, Frau Anderl, ob sie es wahr haben wollen oder nicht, das Flugzeug ist in keinster Weise umwelt-freundlicher als das Auto, sondern klar umweltschädlicher.

Markus Pausch Freising

Den Leserbrief von Frau Anderl, Angestellte vom Flughafen kann ich nicht so akzeptieren. 3,6 LTR. Kerosin bei der üblichen Auslastung pro 100km gegenüber den Pkw als günstiger hinzustellen ist eine Milchmädchenrechnung. Wie kommt der Fluggast zum und wieder weg vom Flughafen? Dadurch steigt natürlich der Verbrauch durch die gefahrene Strecke, die bei der Pkw-Fahrt von Ziel zu Ziel nicht anfällt. Bei üblicher Auslastung (3-4 Personen) des Pkws fällt der Durchschnittsverbrauch beim Pkw auf ca. 1,8 Liter pro 100 km. Nur 2 % der Luftverschmutzung durch den Flugverkehr soll also die 3. Startbahn in Freising begründen, da ja die Flugzeuge weniger Luftverschmutzung als die Autos verursachen. Auch dies ist aber zu kurz gedacht. Im inländischen Luftverkehr könnte man generell auf den Luftverkehr verzichten, da mit Anreise und Kontrolle nur eine geringe Zeitersparnis gegenüber Bahn oder Pkw erreicht wird. Auch im Zeichen der Kommunikation per Internet erübrigen sehr viele Geschäftsreisen. Viele Unternehmen verzichten auf Reisen durch Videokonferenzen. Aber zurück zur Luftverschmutzung. Ich lade Frau Anderl ein. Sich an einem schönen Sommertag bei Windstille mal auf unsere Terrasse zu setzen. Ist die Luft in der Früh noch klar werden im Laufe des Vormittags die Kondensstreifen immer dichter und es entsteht ein diesiger Himmel. Ein anderer Aspekt ist die Luftverschmutzung in der großen Höhe. Autoabgase bleiben unter Kinderwagenhöhe. Die Abgase der Flugzeuge sinken aber langsam auf uns und die Umwelt nieder. Es gibt noch viele Gegenargumente, Herr Kusma hat Recht: Wachstum ist endlich und dadurch die 3. Startbahn so überflüssig wie ein Kropf.

Manfred Schön Hattenhofen

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