Steuer auf Kerosin wäre gerecht

Pro und contra Flughafen; Stimmungsmache; Leserbriefe 7./8. und 5./6. Januar

Lieber Herr Ehrhart, wenn Sie schon vom Lesen der Argumente der Startbahn-Gegner Migräne bekommen, was bekommen Sie dann, wenn Sie in der Nähe des Flughafens unterhalb der startenden Flugzeuge wohnen würden? In Attaching oder Freising-Lerchenfeld? In Ihrem beschaulichen Fischbachau, fernab des Flughafens, können Sie derlei Ungemütlichkeit und Störung der Gesundheit oder Freizeit gar nicht erahnen. Das hat auch nichts mit ideologischer Grundhaltung zu tun! Bei schönstem Sommerwetter draußen frühstücken oder abends auf der Terrasse ein Glas Wein trinken, ist jetzt schon oftmals sehr ungemütlich. Das ist eine Tatsache, die Sie natürlich nicht verwirren soll. Das kennen Sie in Fischbachau nämlich auch nicht. Zu dem kommt noch lauter und immer stärker werdender Autobahnlärm rund um die Uhr. Also bitte wenigstens etwas an die direkten Anwohner und deren Migräne denken!

 Ernst und Amanda Berg Freising

Herr Kolbeck meint also, die Vergünstigungen und Sonderkonditionen (angeprangert von obersten bayerischen Rechnungshof, weil hier dem Steuerzahler zig Millionen durch die Lappen gehen) die der Flughafen München (zu 100 % in öffentlicher Hand, also uns, den Steuerzahlern gehört) den Airlines gewährt, geht nicht auf Kosten der Steuerzahler. Aha! Ebenso wenig wie die immer noch nicht zurückgezahlten Kredite der FMG bzw. die großzügig erlassenen Summen. Ist ja praktisch, wenn der Finanzminister gleichzeitig auch im Aufsichtsrat der FMG sitzt. Ein Schelm wer hier böses denkt. Außerdem meint Herr Kolbeck, dass wir Betroffene die Fakten nicht verstehen. Fakt 1: Nur über steigende Zahlen bei den Flugbewegungen meint die FMG den Münchner Bürgerentscheid aushebeln zu können. Deshalb werden mit sogenannten Subventionen Billig-Airlines angelockt und künstlich ein Zuwachs generiert; und das, obwohl doch seit Jahren alle Slots belegt sind? Fakt 2: Die Flugindustrie zahlt keine Kerosinsteuer. Redet man also über einen freien Markt, dann müsste erst mal diese Ungerechtigkeit abgeschafft werden. Jeder andere Verkehrsteilnehmer zahlt hier Steuern, und zwar nicht zu knapp. Gerade jetzt, in Zeiten der CO2-Reduzierung! Wobei das „Greenwashing“, das heißt, die CO2-Augenwischerei der FMG wie der Ablasshandel mit CO2-Papieren ist ein Witz. Siehe den Leserbrief mit dem Vergleich der gebauten Garage hier, und einem gepflanzten Bäumchen in XY. Fakt 3: Würde man die Kosten, wie Kerosinsteuer und Folgekosten durch Krankheit und Lärm auf den Ticketpreis umlegen, und zwar jetzt und nicht irgendwann später, wäre die 3. Startbahn schon lange vom Tisch. Unsere Zukunft wird sich letztlich daran entscheiden; was wollen wir, bzw. was brauchen wir? Gesunde Luft und Klima, oder für 39 Euro nach Mallorca fliegen! Und Herr Kolbeck kann gerne mal die paar Meter von seinem Arbeitsplatz (Flughafen München) nach Attaching oder Pulling kommen, um die dort vorherrschende Ruhe zu genießen.

 Franz Streitberger Freising

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