Keine Diskriminierung

„Ältere fahren umsichtiger Auto“; Leserbriefe 2. Februar

Ich bin selbst Jahrgang 1947 und fahre seit 1965 Auto. In jungen Fahrer war ich echt ein wilder Fahrer, habe sogar an Autorennen teilgenommen. Ich appelliere eindringlich an alle Senioren Ihre Fahrtüchtigkeit zu überprüfen. Dekra, ADAC usw. bieten entsprechende Tests an. Das Problem ist doch, der körperliche Verschleiß geht kontinuierlich und schleichend voran. Der Betroffene selbst nimmt diesen Abbau nicht wahr. Ein gutes Beispiel ist die Einschränkung der Halswirbelsäule beim Umschauen. Ich merke selbst, wie mir das von Jahr zu Jahr schwerer fällt. Liebe Senioren, wir müssen akzeptieren, das unser Sehvermögen im Alter nachlässt, auch Hören und Sehen wird immer schlechter und nicht zuletzt wird unser Reaktionsvermögen zunehmend langsamer. Allen Respekt vor der 91-jährigen Dame, die in bewundernswerter Weise Ihren Alltag meistert. Sie hält sich an die vorgeschriebene Geschwindigkeit. Kennen wir das nicht auch bei einem Tempolimit bildet sich eine Schlange hinter einem langsamen Fahrzeug. Statt 50 km/h wird nur 45 gefahren, zieht man die Tachovoreilung ab, bleiben dann echte 40 km/h. Ich kann die jüngere Generation schon verstehen, wenn sie ungeduldig werden. Vor ein paar Wochen für eine ältere Dame mit ihrem Mercedes SLK an einer T-Kreuzung bis in die Mitte der Kreuzung und bog dann nach rechts – voll in den Gegenverkehr – ab. Nur durch den Umstand, dass kein Fahrzeug entgegenkam, passierte kein Unfall. In vielen unserer Nachbarlänger (Schweiz, Italien, Frankreich etc.) wird ab einem bestimmten Alter, die Fahrtüchtigkeit regelmäßig überprüft. Warum ist das in Deutschland nicht möglich ? Das ist keine Diskrimierung, sondern ein wichtiger Beitrag zur Verkehrsicherheit. Ich werde nächstes Jahr 70 und bin für eine Überprüfung unserer Fähigkeiten im Straßenverkehr.

Ludwig Brandmaier Brunnthal

Seit einiger Zeit lese ich mit großem Interesse die Leserbriefe zu den älteren Autofahrern. Ab welchem Alter zählt man eigentlich zu den älteren Fahrern? Von mir kann ich behaupten, daß ich keine schlechte Autofahrerin bin. Ich fahre tagtäglich seit über 45 Jahren fehlerfrei, ( bis auf zwei Ausfahranstupser - in der Dunkelheit bei dunklen Autos - und drei Geschwindigkeitsüberschreitungen in all den Jahren) im Stadtverkehr, Landstraßen und auch auf Autobahnen. Während der Fahrten konzentriere ich mich halt ganz auf den Verkehr, beachte die Vorschriften, lasse halt mal irgendwem die Vorfahrt, auch wenn er sie nicht hat. Was mich aber immer ärgert ist, daß sehr, sehr viele Autofahrer meinen, die ganzen Vorschriften seien für sie nicht da, bloß für andere Dumme. So fahre ich, wenn von unbegrenzter Geschwindigkeit auf 120 km/h, dann auf 100 km/h, weiter auf 80 km/h begrenzt wird, so immer 4 - 5 km/h schneller (liegt noch etwas in der Toleranz), weiterhin betätige ich sogar meinen Blinker. Dieses Ding heißt ja in der Fachsprache Fahrtrichtungsanzeiger, d.h. diesen betätigt man nicht, wenn man schon auf der anderen Spur ist, sondern sollte ihn für den nachfolgenden Verkehr schon, auf Autobahnen 200 - 300 m vorher, im Stadtverkehr entsprechend kürzer, einschalten, damit könnte sich jeder auch darauf einstellen. Könnte, wenn man nicht anderweitig im Auto beschäftigt ist, trotz Verbot mobil telefonieren, nach irgendwelchen Dingen im Auto rumkramen etc.!! Statistiken sollten mal geführt werden, welche Altersklasse an welchen Unfällen beteiligt ist und auch wie die Häufigkeit des Fahrens gegeben ist. Einerseits sollen die Menschen bis 67, oder in weiter Zukunft, vielleicht sogar bis 70 Jahren arbeiten, aber zum Führen eines Fahrzeuges in diesem Alter nicht mehr fähig oder reaktionsschnell genug sein. Es ist aus den angeführten Gründen nicht einzusehen, warum der ältere Personenkreis vorsorglich mal mehr Versicherung zahlen soll. Es ist doch schon so, jeder der einen Unfall verursacht, wird ja wieder höher eingestuft. Wieso müssen den alle bestraft werden? Wir, im Münchner Raum, sind doch schon genug bestraft mit den höheren Versicherungssummen, weil sich hier mehr Unfälle ereignen. Dies kommt aber nicht nur von der hier wohnenen Bevölkerung, sondern auch von den zigtausenden Urlaubern, die Jahr für Jahr aus dem Norden im Süden übermüdet ankommen und dann noch schnell bis nach Italien wollen. Die Berechnung der Versicherungen sollten nach dem Verursacherprinzip gehen, also, woher kommen diese und nicht, wo ereignen sich die Unfälle. Alles in allem, auch die heute vierzigjährigen werden hoffentlich mal siebzig und dann werden sie sich wundern, wenn bis dahin vielleicht mal Gerechtigkeit herrscht oder aber, sie leben nicht mehr, weil sie sich derrennt haben.

Christine Koch Germering

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