Faire wirtschaftliche Beziehungen mit der 3. Welt

Dirk Ippen: Maria Knotenlöserin – hilf!; Kolumne Politik 4./5. November

Dirk Ippen:

Maria Knotenlöserin – hilf!;

Kolumne Politik

4./5. November

Sie beschreiben heute ein Dilemma, das uns wahrscheinlich noch lange begleiten wird. In unserer Gesellschaft ist es sehr schwierig geworden, einen Konsens in wichtigen Themen zu finden. Ich habe lange darüber nachgedacht, warum dies so ist. Erklären kann ich es mir bisher nur durch den insgesamt sicher erreichten Wohlstand – zumindest für einen großen Teil der Bevölkerung. Nach der Bedürfnispyramide von Maslow (vor fast 40 Jahren erstmals im Studium gehört) können sich heute viel mehr Menschen als früher „selbstverwirklichen“…. Leider endet das vielfach in einem sehr egoistischen Verhalten. Das gipfelt z. B. darin, dass man Rettungssanitäter beiseiteschiebt, um Unfallopfer besser mit dem Handy filmen zu können… Obwohl wir, objektiv betrachtet, in einem der positivsten Länder dieser Erde leben, scheitern wir vielfach an der Bewältigung von doch gar nicht so schwierigen Problemen. Wenn man daran denkt, was die Generationen vor uns erdulden und bewältigen mussten…. Aber es fehlt auch an Vorbildern und grundsätzlicher Orientierung: Den Politikern geht es hauptsächlich um die Wiederwahl, der Rest scheint fast Nebensache. Zudem ist der Sachverstand vielfach einfach nicht mehr vorhanden.

Unsere Spitzenmanager bedienen sich ungeniert (siehe neues Beispiel Herr Winkelmann bei Air Berlin) - dann aber darf man sich über allgemeine Begehrlichkeiten nicht wundern. Ein Sportler wie Uwe Seeler war noch ein Vorbild für die Jugend, ein Lewandowski mit zweistelligem Millioneneinkommen doch wohl nicht mehr.

Und was da noch so im Showbusiness rumläuft – Sie haben in diesem Zusammenhang die Grünen lobend erwähnt – eigentlich deren Flüchtlingspolitik. Darin kann ich leider nicht übereinstimmen. Bitte betrachten Sie dies nicht als Hartherzigkeit - meine Frau hat schon syrischen Kindern Sprachunterricht gegeben und wir erbringen dauerhaft ein namhaftes soziales Engagement. Meine Gedanken dazu lassen sich wie folgt zusammenfassen Eine miserable Außenpolitik der USA (und teilweise auch der EU) hat zu einem arabischen Frühling mit katastrophalen Folgen geführt - deshalb müssen wir insbesondere Syrien helfen, auch mit Aufnahme von Menschen. Ich halte aber übrigens nichts von Männern, die dort ihre Familie allein zurückgelassen haben.

Afghanistan kann nicht unser Problem sein - weder mit deutschen Soldaten vor Ort, noch mit der Aufnahme von Flüchtlingen.

Fast aus ganz Afrika haben wir Wirtschaftsflüchtlinge und deren Zahl kann Europa niemals bewältigen. Es gibt auch bei uns in D viele Bedürftige, deren Wünsche wurden aus Geldmangel in der Vergangenheit nicht erfüllt. Viele kleinen Leute sind sehr böse darüber, dass nun für fremde Menschen scheinbar Geld ohne Ende ausgegeben wird – das radikalisiert viele Leute, was dann eine AfD stark macht. Das ist leider die Realität.

In der 3. Welt haben wir vielfach Verhältnisse wie in Mitteleuropa vor 500 Jahren – und das wird sich nicht auf die Schnelle ändern lassen. Meistens sind die Menschen ihrem Stamm bzw. ihrer Religion verpflichtet und nicht dem Staat und demokratischen Grundsätzen. Mit unserem frommen Wunsch nach demokratischen Verhältnissen werden wir die Lage der Menschen dort nicht verbessern. Aber wir erleben in diesen Ländern eine Bevölkerungsexplosion, die nichts Gutes verheißt. Aus meiner Sicht sollte man deshalb an folgenden Themen arbeiten: Die Geburtenkontrolle in der 3. Welt ist das wichtigste Anliegen - wenn das funktioniert (siehe China), ist eine positive Entwicklung möglich, sonst höchstwahrscheinlich nicht.

Faire wirtschaftliche Beziehungen mit der 3. Welt – wir müssen unseren Wohlstand nicht auf Kosten der Armen mehren.

Wir müssen einen ordentlichen Teil unseres Vermögens in der 3. Welt einsetzen, aber nicht in Prestigeprojekten, sondern den Umständen dort angepasst. Dies bitte mit Sachverstand und weniger mit Ideologie kombiniert.

Weltweite Ächtung der Kleptokraten, deren Vermögen (verteilt auf die Finanzzentren der Industriestaaten) gehört beschlagnahmt, weil gestohlen, und muss den Menschen vor Ort zu Gute kommen Ich gebe zu, dass dieses Problem eine gewaltige Herausforderung darstellt, die wir aber annehmen müssen.

Volkmar Döring

Unterwössen

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