Nicht für die Uni geeignet

Für ein besseres Schulsystem; Leserbriefe 21. Februar

Gratulation dem Münchner Merkur zu den Leserbriefen von Wolfgang Illauer und dem Realschuldirektor i. R. Karl Poppenwimmer und Dank für den Abdruck! Volle Zustimmung zu beiden Herren! Als Gymnasiallehrerin konnte ich die von Herrn Illauer beschriebene Nicht-Studierfähigkeit vor ein paar Jahren live erleben: Im Studium des Erweiterungsfaches Deutsch saß ich an der Uni Erlangen in einer hervorragenden Vorlesung, auf die ich mich ein Semester lang jede Woche gefreut habe. In der letzten Sitzung kam dann die Evaluation mit dem Ergebnis, dass die Studenten – alle 20 Jahre jünger als ich – einer normalen geisteswissenschaftlichen Vorlesung nicht ohne Hilfsmittel (Text der Vorlesung zum Herunterladen im Netz) folgen konnten. Das nenne ich „nicht-studierfähig“. Diese jungen Menschen sollten doch lieber etwas Handwerkliches oder Ähnliches machen! Frau Hartinger muss sich fragen lassen, wie der Übertritt nach Klasse 9 aussehen sollte vor allem für die Gymnasiasten, die dann viel mehr in viel kürzerer Zeit lernen müssen. Das ist aus meiner Sicht aber unmenschlich und genau nicht angstfreier, wie ich als HP auf dem Gebiet der Psychotherapie weiß. Warum wertet unsere Gesellschaft nur das Gymnasium als positive Schulform, mit der man etwas im Leben erreicht? Das Beste fürs Schulsystem wäre hier ein Umdenken der Eltern, damit das Gymnasium nicht zur Regelschule wird, die dann entweder ihr Niveau noch drastischer absenkt als es schon der Fall ist oder zu viele völlig überfordert. 

Alexandra v. Beaulieu Marconnay München

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