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Genderwahn

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Unsinnig;Leserforum 17. August

Wie schön, dass die Zuschrift zum Gendersternchen von einer Frau geschrieben worden ist, die sich auch über die Sprachverschandelung durch den Genderwahn ärgert. Wie sprachlich passend war das, als man einen jungen Menschen bei der Ausbildung – ob Mann oder Frau – mit dem deutschen Ausdruck Lehrling benannt hat. Nein Azubi muss das jetzt heißen, ein schreckliches undeutsches Wort. Und bei Lehrern und Schülern muss man auch das Geschlecht berücksichtigen, obwohl die Er und die Sie das Gleiche Lehren bzw. Lernen müssen. Wie umständlich: „Die Lehrerinnen und die Lehrer müssen den Schülerinnen und den Schülern das Lesen und Schreiben beibringen“. Weil das Geschlecht in diesem Fall als sehr entscheidend angesehen wird, gibt es den „Bayerischen Lehrer und Lehrerinnenverband“. Und Frau Ministerin ist eigentlich doppelt gemoppelt, Frau Minister oder Frau Bürgermeister reichen auch. Übrigens Frau Doktorin ist kaum üblich, oder irre ich mich? Und bei Schnellrednern hört man oft die Wortenden nicht richtig. Es klingt dann: Liebe Bürger und Bürger.

Wir sind ein geschichtsbewusstes Volk. Was oder wie es früher war, wird oft nachgebildet oder in Erinnerung gebracht, z.B. mittelalterliche Reiterspiele oder die Landshuter Fürstenhochzeit. Warum kann man nicht akzeptieren und demonstrieren, dass früher eben Männer die verschiedenen handwerklichen und geistigen Berufe ausgeübt hatten. Weil das jetzt auch Frauen tun, unterstreicht eine gleiche Benennung die Gleichberechtigung und die Gleichtätigkeit von Männern und Frauen. Gleiche Benennung bei gleicher Tätigkeit anstelle von unterschiedlicher Benennung würde die Gleichheit unterstreichen (was offensichtlich aber manchen gar nicht erwünscht erscheint?!). Noch etwas: Das Wort Gott ist männlich. Grüß Gott ist ein eingeführter Gruß, über dessen Herkunft oder Bedeutung man nachdenken kann. Aber Grüß Göttin – (wird auch gebraucht!) – ist eine sprachliche Dummheit oder eine Provokation. Nichts für ungut.

Dr. Ing. Helmut Künzel

Valley

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