Nichts aus dem Nichts

Nicht zu wörtlich nehmen; Leserforum 21. Juni

Interessant ist das Bemühen von Wolfgang Resch, die Bibel mit der Evolutions-Theorie zu versöhnen. Pius XII. hatte das allerdings schon Anfang der 50er mit der Feststellung getan, dass die Aussagen der Evolutionslehre vom Gläubigen übernommen werden können, soweit sie nicht der Offenbarung widersprechen. In diesem Sinne hat der Katholik an die von Herrn Resch genannte „Einflößung der Geist-Seele“, einer als Privilegierung der Krone der Primaten, des Menschen also, zu glauben. Es ist dem Katholiken demnach anheimgestellt, Evolution nicht total zu denken. Denn nichts Seiendes sonst, das sich aus der Singularität nach dem sogenannten Urknall entwickelt hat, ist mit der „Einflößung der Geist-Seele“ begnadet, obgleich es für gläubige Menschen aus der Trinität geschaffen ist, obgleich es zwar mit Wandelbarkeit, doch mit Unvergänglichkeit versehen ist. Denn nichts ist aus dem Nichts (das ohnehin nicht denkbar ist), und nichts geht also in ein Nichts. 

Dietrich Kothe Hohenfurch

Begründung der jüdischen Religion durch Moses. Er brachte den Glauben an einen einzigen Gott. Seine Zehn Gebote waren die erste umfassende Sittenlehre der Menschen. Die Bibel baut in ihrer bildhaften Sprache daran auf. Schon Celsus aber verwarf 132 den Anspruch eines Gottesbegriffes und einer alleinselig machenden Kirche. 2000 Jahre geht seither der Streit um Geist und Seele des Menschen. Ein Streit zwischen Glauben und Wissen ohne Ende bis auf den heutigen Tag. K. H. Deschner hat in seiner Arbeit „Das Christentum im Urteil seiner Gegner“ über 40 bedeutende Männer zu diesem Thema zu Wort kommen lassen. (Voltaire, Goethe, Schopenhauer, Darwin...) Dass sich A. Einstein am Ende seines Lebens, erlöst von den Plagen des Alters, mit einem unglaublichen Glücksgefühl auf die schmerzlose, ewige Seeligkeit im Himmel freut, ist verständlich. Aber ein Beweis? Ich als Altbayer erfreue mich an der kulturellen Seite unserer Kirche. Dome, Kirchen, Kapellen, Wegkreuze im ganzen Land. Von der Gotik, bis zum Barock und Rokoko hat sie Baumeister und Künstler zu ihrem Schaffen angeregt. Was für herrliche Werke sind dabei entstanden. Steht man in einer dieser prächtigen Kirchen, kann man es nicht glauben, dass es von Menschenhand erbaut worden ist. Das Brausen der Orgel, Glockengeläut und Weihrauch lassen dann den Menschen klein werden und an das Höchste glauben. Bibelkenntnis ist dazu nicht nötig. 

Josef August Neuberger Höhenkirchen

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