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Umstrittenes Glyphosat

„Harmloses Glyphosat“; Leserbriefe 3. Dezember

Was viele Mitbürger anscheinend nicht wissen, ist folgendes: Glyphosat ist zehn bis 14 Tage nach der Ausbringung abgebaut. Das heißt, es hat sich in seine Bestandteile aufgelöst und somit seine Wirksamkeit verloren. Wie aus diesem Grund manche Forschungsergebnisse zustande kommen, ist mir ein Rätsel, aber ich bin halt auch einer der zwei Prozent Unwissenden in diesem Lande. Interessanter sind nach meiner Meinung die sogenannten Netzmittel, auch Tallowamine genannt. Sie sind vielseitig einsetzbar und z. B. in fast allen Kosmetikartikeln enthalten. Deren Abbauzeit beträgt allerdings ca. vier Jahre. Tallowamine sind durchgängig, d. h. sie sind so fein, dass sie jede Kläranlage passieren. Einer der größten Verbraucher ist übrigens die DB., weil sie die Gleisanlagen unbedingt von jeglichem Bewuchs freihalten müssen.

Balthasar Lohmeyer Ebersberg

In dem Leserbrief heißt es: „Das Spritzmittel Glyphosat greift ausschließlich in den Stoffwechsel von Pflanzen ein und nicht in den von Tieren“. Das ist zwar grundsätzlich richtig. Daraus aber auf die Harmlosigkeit von Glyphosat für Mensch und Tier zu schließen, ist aus mehreren Gründen falsch: 1. Glyphosat wird nie allein, sondern immer in Lösungsmitteln ausgebracht, damit der Wirkstoff in die Pflanzen eindringen kann. Zu beurteilen ist also die Wirkung des gesamten Giftcocktails, (beispielsweise „Roundup“ von der Firma Monsanto). 2. Pflanzen und Tiere bilden sehr komplexe Lebensgemeinschaften (heute noch weitgehend unverstanden!). Deshalb schädigen Glyphosat haltige Spritzmittel sehr wohl auch Tiere, wenn ihnen die Nahrungsgrundlagen entzogen werden. 3. Mikroorganismen (Bakterien, Pilze, Algen), die einen ähnlichen Stoffwechsel wie grüne Pflanzen aufweisen, werden ebenfalls durch Glyphosat geschädigt. Nun sind Menschen und warmblütige Tiere auf die „gute Arbeit“ von Milliarden Bakterien im Magen-Darmtrakt angewiesen. Chemische Spritzmittel wie Glyphosat können somit großen Schaden anrichten. Insbesondere Babys, bei denen sich der gesunde Bakterien-Cocktail im Magen-Darmtrakt erst entwickeln muss, sind besonders empfindlich. Die in Argentinien nachgewiesenen schweren Missbildungen bei Kindern und die mehrfach erhöhte Krebsrate in Gemeinden in der Nachbarschaft von Soja-Plantagen, sind vermutlich auf Glyphosat zurückzuführen. Zudem hat die Weltgesundheitsorganisation Glyphosat als „wahrscheinlich krebserregend“ eingestuft. Da sollten doch in den Landwirtschaftsministerien die Alarmglocken schrillen! Nachdem aber in der konventionellen Landwirtschaft Glyphosat mittlerweile eine so wichtige Rolle spielt, wird von den Befürwortern dieser Art Landwirtschaft (Deutscher Bauernverband, Hersteller von Spritzmitteln) alles getan, um die Gefährlichkeit von Glyphosat abzustreiten. Offensichtlich soll die für die EU beantragte Verlängerung der Zulassung von Glyphosat für weitere 10 Jahre nicht gefährdet werden! Eine der Gesundheitsfürsorge und dem Vorsorgeprinzip verpflichtete Politik für die Bürger in der EU sähe anders aus. Sie dürfte die Fakten nicht länger ignorieren und müsste endlich Konsequenzen ziehen.

Klaus Schöffel Kirchseeon

Wenn 96 Wissenschaftler aus aller Welt den europäischen Behörden gravierende Mängel vorwirft, und der EU-Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis mit samt der Lebensmittelsicherheit ( Efesa ) und das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) als nicht bedenklich einstuft, dann brauchen wir doch diese Institutionen überhaupt nicht mehr. Wo bleibt unserer Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft Herr Christian Schmitt. Sind sie nicht für die Menschen verantwortlich? Die EU- verkauft unsere biologische Vielfalt. Jetzt müssen Politiker endlich Verantwortung zeigen. In Deutschland werden jedes Jahr ca. 600 Tonnen Glyphosat verspritzt. Etwa eine Millionen Tonnen Ackergift werden weltweit pro Jahr verwendet, vor allen in Verbindung mit gentechnisch veränderten Pflanzen, die im Labor gegen das Gift resistent („Roundup Ready“) gemacht wurden. Das Gift tötet alles auf dem Acker, was grün ist-außer der resistenten Nutzpflanze. Kann man sich etwas Perverseres vorstellen? Und das gleichzeitig als Fortschritt verkaufen? Die Neuzulassung auf noch unbestimmte Zeit ist dann wohl für die ganze EU vorprogrammiert, weil die Efsa die uns eigentlich schützen soll, das Gegenteil tut und Monsanto und Co. zu noch mehr Gewinne verhilft. Ein Schelm wer sich was Böses denkt. Dabei bleibt der Mensch auf der Strecke, denn so kann man die Menschheit auch ohne Krieg auslöschen. Die, die wir füttern vernichten uns. Das CMS-Hybride steht für „cytoplasmatische männliche Sterilität“, eine gentechnisch veränderte Eigenschaft , die verhindert, dass Pollen gebildet werden können. Die Nachkommen dieser Kreuzungen sind besonders ertragreich, aber nur in der ersten Generation und als Saatgut unbrauchbar. Das bedeutet: Saatgut muss jedes Jahr beim Züchter neu gekauft werden. Samenfestes Saatgut wird es dann nicht mehr geben. Wollen wir das zulassen? Nur Gentechnik und hoher Pestizideneinsatz bringen den Konzernen hohe Gewinne. Bereits 75 Prozent der Landwirtschaftlichen genutzten Vielfalt ist schon verloren. Trotz aller Hinweise auf die Gefährlichkeit von Glyphosat wird Deutschland als sogenanntes Berichterstatterland deshalb vermutlich noch in diesem Herbst die Verlängerung der Zulassung von Glyphosat in der EU empfehlen. Und das Europäische Parlament gerät völlig außer Kontrolle.

Ingrid Ehlers Aschau im Chiemgau

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