Glyphosat, verantwortlich eingesetzt, schadet nicht

Pestizid gehört verboten; Leserbriefe 23. Mai

Eigenartig, alle reden vom Gift Glyphosat, aber die meisten Leute verwenden es gerne. Ich bin Landwirt und verwende Round up seit 45 Jahren. Damals kostete 1 Liter 80 DM (1 ha = 400 DM), heute kostet 1 Liter 3 Euro (1 ha = 15 Euro). Es wird von allen möglichen Firmen in vielen Ländern hergestellt. Es wurde von Anfang an versucht, gefährliche Rückstände zu finden, um Monsanto das Geschäft zu verderben, aber nichts Entscheidendes wurde gefunden. Ein moderner, gelernter und ökologisch vernünftiger Landwirt benötigt dieses Mittel, um die Ressourcen und die Fruchtbarkeit seines Ackers zu erhalten. Es ermöglicht Mulchsaat zu betreiben. Das bedeutet weniger zu pflügen (= weniger Dieselverbrauch, weniger Humusabbau, weniger CO2-Freisetzung). Das bedeutet auch Direktsaat, der Mulch bleibt oberflächig, der Regenwurm vermehrt sich, baut Humus auf und Bodenerosion wird gestoppt. Das Glyphosat wird auf die grünen Pflanzen gespritzt und im Acker vom Bodenleben abgebaut. Meine Böden haben sich dadurch wesentlich verbessert. Wer hat bei einem allgemeinen Verbot Vorteile? Die chemische Industrie wird neue ähnliche Mittel entwickeln und viel teurer verkaufen. Da nun fast überall Glyphosat gefunden wird: Landwirte benutzen das Mittel legal zur Ernteerleichterung, um Trocknungskosten zu sparen. Das Glyphosat wird 14 Tage vor der Ernte gespritzt, und man kann sich gut vorstellen, dass dann Reste in die Nahrungskette gelangen. Diese Anwendung muss sofort verboten werden. In der Schweiz war es schon immer so. Durch die Forcierung der Vorernteanwendung (zirka 60 % des Verkaufs) wird Glyphosat schlecht gemacht. Und die Umweltverbände lassen sich vor den Karren spannen und helfen damit der chemischen Industrie und schädigen die Landwirtschaft. Die Landwirtschaft lässt sich gut an den Pranger stellen, alle machen damit ihr Geschäft, denn die Bürger meinen, gut informiert zu sein, und die Bauern wehren sich nicht. Es ist traurig, dass nur noch Schlagzeilen wahrgenommen werden und Hintergrundwissen untergeht.

 Martin Winter Dachau

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