Glyphosat: Schmidt nicht mehr tragbar

Glyphosat: Ein Schelm, der Schlechtes dabei denkt; Leserforum 30. November, Merkel mahnt Minister Schmidt ab; Titelseite, Christian Deutschländer: Ein schwerer Missgriff; Kommentar 29. November

Der Glyphosat-Skandal war meiner Meinung nach das Sahnehäubchen zum Nichtzustandekommen einer großen Koalition! Die CSU hat sich mit diesem Winkelzug selbst alles verbaut was Zuverlässigkeit und Vertrauen betrifft. Sollte es auch stimmen, daß Seehofer schon vor geraumer Zeit davon wußte, so hat er der Kanzlerin damit einen Bärendienst erwiesen. Warum sollte die SPD jetzt noch daran interessiert sein bei dieser Koalition mitzuwirken ? Ich würde eine Minderheitsregierung aus CDU/CSU und Grünen oder auch nur CDU/CDU bevorzugen. Vorherige Absprachen in Grundfragen mit der SPD über Außen-, Europa- und Sicherheitspolitik, sowie mit den verhinderten Jamaika-Partner sind grundsätzlich möglich. Natürlich wäre eine Minderheitsregierung ein Experiment, aber warum sollte das nicht möglich sein ? Nach dem Motto „Weiter so!“ – das kann nicht die Lösung sein. Beide großen Parteiblöcke, also CDU/CSU und die SPD brauchen dringend eine Erneuerung, dies sollte das Ziel für diese Parteien in der Zukunft sein. Außerdem sollte einmal ernsthaft überlegt werden, ob die CSU nicht in allen Bundesländern vertreten sein sollte, ich denke hier wäre auf Bundesebene viel Klientel einzusammeln! Natürlich folgt daraus auch das Antreten der CDU in Bayern. 

Erich Jordan Weilheim

Die Umweltzerstörung mit den Kohle-Kraftwerken, Abholzen des Hambacher Waldes für Kohle für RWE, die Nichteinhaltung der EU Abgasnormen seit 2008 für Städte und Klimavorgaben beachtet Sie nicht. Es hat kein Abgeordneter der CDU den Mut und verlangt laut: Es reicht, Frau Merkel, treten Sie ab! Das Pflanzengift wurde in Braugerste, Huhn /Eiern und Milch und Rindfleisch und im menschlichen Körper nachgewiesen. Glyphosat auf dem Feld, zerstört auf Dauer die Wurzeln und bringt weniger Ertrag, stellte die Uni Hohenheim/Stuttgart fest. Die Uni-Wien stellte das Absterben der Insekten fest und spricht von der ausgehenden Krebsgefahr. Ein Agrar-Professor aus Freising von der Landesanstalt schreibt für Monsanato Artikel über die Unbedenklichkeit. Es ist Zeit, dass nicht die Hersteller mit Ihren Labors die Unbedenklichkeit , sondern freie deutsche Universitäten die Giftigkeit mit einem Forschungsauftrag untersuchen. Die EU fürchtete ein Prozesslawine bei einer Ablehnung Sie frägt pro forma die Länder und hätte bei einer Ablehnung alleine eine Verlängerung erteilt. Wegen der Stimmen der Bauern sagte auch Herr Seehofer ja zu Herrn Schmidt. Wenn die CDU/CSU nicht weiter Stimmen verlieren will, muss Deutschland das Gift wie Frankreich bis zur restlosen Klärung verbieten. 

Rudi Aumiller Germering

Während Europa seit Wochen auf eine handlungsfähige und stabile deutsche Regierung wartet, fällt ein aus München ferngesteuerter Minister (Name bislang weniger bekannt) im Alleingang auf diplomatischer Bühne in Brüssel Frau Merkel in den Rücken und lässt in Frankreich Zweifel an der für Europa existenziell wichtigen deutsch-französischen Partnerschaft aufkommen. Das Herantasten der Parteien an eine Neuauflage der GroKo bedarf höchster Sensibilität und Diplomatie. In dieser hochbrisanten Gemengelage wird ohne Rücksicht auf unser gemeinsames Europa und auf die nicht zu beneidenden Konstrukteure einer arbeitsfähigen Regierung Vertrauen zerstört. Es lohnt ein Blick in die internationale Presse: Die französische „Le Monde“ vom 28./29. November 2017 titelt „Glyphosate: la fracture franco-allemande“. Also Riss in den französisch-deutschen Beziehungen. Frankreich wurde getäuscht. Wir hatten zugesagt, uns am 27. November bei der Entscheidung pro oder kontra eines Glyphosateinsatzes für die nächsten fünf Jahre der Stimme zu enthalten. Deutscher Wortbruch! Das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat sich, so „Le Monde“, bei der Beurteilung der Gesundheitsgefährdung durch das Glyphosat schuldig gemacht. Ein österreichischer Plagiat-Jäger, Stefan Weber, hatte Einblick in die Monsanto-Paper. 

Hans Dieter Röttger Bad Tölz

Unabhängig der Beweggründe Schmidts war die Verlängerung für Glyphosat richtig. Die wissenschaftliche Bewertung dahingehend ist weltweit eindeutig. Glyphosat ist nicht krebserregend – bei richtiger Dosierung, was die IARC (was auch rotes Fleisch und Schichtarbeit als karzinogen einstuft) nicht betrachtet. Wir müssen endlich damit aufhören, dass landwirtschaftliche Themen emotional und in Schlammschlachten geführt werden. Auf Ärzte und Medikamente vertrauen wir auch, bei welchen übrigens ähnliche Bewertungen durchgeführt werden wie für Pflanzenschutzmittel. Wir müssen unseren Behörden und Wissenschaftlern vertrauen, denn Monsanto und den Umweltschützern können wir das sicher nicht. Geld für Bestechung haben beide! 

Michael Paulus Freising

Das Zusammenspiel der Fauna und Flora sollte doch einem Agrarminister bekannt sein. Aber in Ihrer Entscheidung, Herr Schmidt, für Glyphosat war die Lobby der Pharmaindustrie doch stärker als das lebenswichtige Zusammenspiel zwischen Bienen, Insekten, Vögeln, Blumen, Gräsern, Kräutern. Ihre Betonung, Herr Schmidt, es wäre im Interesse der Bauern – viele Bauern sind Ihnen, Herr Schmidt, weit voraus, denn sie haben erkannt, dass die Harmonie zwischen Fauna und Flora für uns alle überlebensnotwendig ist. Die Respektlosigkeit gegenüber der Umweltministerin Frau Hendricks sucht seinesgleichen. Auch in der Massentierhaltung zur artgerechten Tierhaltung sind wir noch weit entfernt. Ein Armutszeugnis für Sie, Herr Schmidt, auf ganzer Linie. Herr Schmidt, Sie sind eine Fehlbesetzung im Amt des Landwirtschaftsministeriums. 

Christiane Kasche Murnau

Die Bundesregierung schickt den unfähigsten Landwirtschaftsminister seit 1949 nach Brüssel zur Abstimmung über die Glyphosat-Zulassung mit der klaren Weisung, sich der Stimme zu enthalten. Am Morgen der Abstimmung weisen ihn die Umweltministerin Hendricks per SMS und unmittelbar vor der Abstimmung auch noch Kanzleramtsminister Altmaier noch mal telefonisch an die Geschäftsordnung der Bundesregierung, die vorsieht, sich in diesem Fall der Stimme zu enthalten. Trotz aller Ermahnungen stimmt Schmidt eigenmächtig für eine Verlängerung der Zulassung, was schon fast einem politischen Amoklauf gleichkommt. Jeder normale Arbeitnehmer würde daraufhin die sofortige fristlose Kündigung erhalten. Und was macht die Bundeskanzlerin? Sie erteilt ihm eine Rüge (was den Mann wahrscheinlich genauso interessiert, wie wenn in China ein Fahrrad umfällt), anstatt ihn sofort zu entlassen. Nach der Wahl haben alle Politiker kleinlaut erklärt: Wir haben verstanden. Fakt ist, dass sie gar nichts verstanden haben und uns weiterhin für blöd verkaufen und nebenbei noch systematisch krank machen. Dieses Gift wurde bereits im menschlichen Urin nachgewiesen und zwar in bis zu 42-facher Konzentration über dem Rückstandshöchstwert für Pestizide im Grundwasser. Die höchsten Rückstandswerte wurden in Urinproben von Kindern und Jugendlichen gefunden. Die Politiker erklären uns immer wieder, dass Kinder unsere Zukunft sind (worauf wir selbst nicht gekommen wären) und lassen trotzdem zu, dass unsere Kinder vergiftet werden. Die Politik ignoriert einfach, dass in den letzten 20 Jahren 75 % der Fluginsekten, die die meisten Nutzpflanzen für die Lebensmittelproduktion bestäuben, verschwunden sind, weil ihr Lebensraum mit diesem Gift totgespritzt wurde. Aber wenn es irgendwann gar keine Fluginsekten mehr gibt, kann man ja immer noch alle Politiker zur Handbestäubung der Pflanzen zwangsverpflichten. Frau Merkel und ihr Minister haben in ihrem Amtseid geschworen, Schaden vom deutschen Volk abzuwenden. Als juristischer Laie frage ich mich, ob es sich hier um einen Meineid handelt? Und jetzt ist auch klar, warum die Kanzlerin eine Neuwahl scheut wie der Teufel das Weihwasser. 

Heinz Schweitzer Hörlkofen

Die CSU ist zu einer reinen Lobbypartei verkommen und nimmt auf niemand Rücksicht, wenn es um die eigenen Interessen geht. Damit Monsanto weiterhin keine Einbuße in seinen Milliardenumsätzen hat, stimmt Minister Schmidt schon mal der Glyphosat-Verlängerung zu und fällt der Umweltministerin dabei in den Rücken. Die acht Jahre CSU-Verkehrsminister waren von reinem Lobbyismus für den Lkw-Verkehr auf unseren Straßen geprägt und gegen die Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene. Seehofer befürwortet entgegen aller früheren Beschwörungen seit Neuestem eine Flughafen AG, damit die 3. Startbahn gebaut werden kann. Söder fällt dem Ministerpräsidenten während der Verhandlungen in Berlin in den Rücken und mandelt sich zum Nachfolger auf. Fieser geht’s nimmer. Hauptsache man kommt an die Macht. Die CSU hat offenbar immer noch nicht verstanden. 

Günther Brückl Attaching

Wir haben verstanden, hieß es nach dem katastrophalen Wahlergebnis bei der kürzlichen Bundestagswahl aus den Reihen der CSU. Der CSU-Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt hat offensichtlich nichts verstanden, sonst hätte er nicht für eine Freigabe des Pflanzenvernichtungsmittels Glyphosat gestimmt. Die Bürger sind nicht mehr bereit nach all den Lebensmittelskandalen, ich erinnere nur an „Glyphosat im Bier“, den Aussagen der Agrarkonzerne wie Monsanto und Bayer zu glauben. Aber das ist ja auch egal, solange die Lobbyarbeit der Konzerne bei solchen Politikern wie Herrn Schmidt auf fruchtbaren Boden fällt. Für das kommende CSU-Landtagswahlergebnis im Herbst kann sich die Partei dann auch bei Herrn Schmidt bedanken. Der aber hat vermutlich dann schon einen gut dotierten Posten in der Agrarindustrie oder bei einem Chemiekonzern inne. 

Friedrich Joachim Gmund

Der geschäftsführende CSU-Landwirtschaftsminister Christian Schmidt hat sich einen großen Lapsus geleistet, wohl wissend, dass gerade jetzt eine mögliche Große Koalition vor wichtigen Verhandlungen steht. Der Zeitpunkt mit seinem „Ja“ zur Verlängerung des umstrittenen Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat in der EU, ohne Zustimmung der SPD-Umweltministerin und trotz Warnung von Kanzleramtsminister Altmaier (CDU), konnte nicht schlechter gewählt sein. Dieser Noch-Minister setzt, bewusst oder unbewusst, eine mögliche Regierungsbildung aufs Spiel und hat mit Recht den Verhandlungspartner SPD sehr verärgert. Das hochgiftige Mittel Glyphosat, das verboten gehört, vergiftet derzeit auch unser politisches Klima und ist möglicherweise Auslöser, dass lange keine Koalition zustande kommt. 

Günther Ehrhardt Miesbach

Glyphosat: Ein Schelm, der Schlechtes dabei denkt! Sorgsamer Umgang mit der Umwelt, Pflege der Landschaft und die Qualität der erzeugten Nahrungsmittel liegen unserer Bauernschaft ja besonders am Herzen. Hört man zumindest immer dann, wenn es um die Berechtigung und Höhe der Subventionen geht. Nur, falls unser Landwirtschaftsminister, Herr Schmidt, nicht heimlich, eigenhändig mit der Glyphosatkelle über die Felder läuft, wie kommt nur das Zeugs auf die Felder und in die Nahrungskette? 

Dieter Hitzek Krün

Nur ein Pyrrhussieg für Schmidt und Monsanto: Die Debatte über die Gefahren von Glyphosat erinnert mich stark an den Baustoff Asbest in den 80er-Jahren. Auch hier waren Wissenschaftler und Gutachter jahrelang davon überzeugt, dass von diesem Silikat keine Gefährdung ausgeht. Geschädigten Arbeitern wurde deshalb vor Arbeitsgerichten über lange Zeit keine Anerkennung auf Berufsunfähigkeit bewilligt. Letztlich waren es Zivilverfahren vor amerikanischen Gerichten, die Geschädigten auch bei uns zu ihrem Recht verhalfen. Wir werden erleben, wie spätestens nach der erfolgten Übernahme von Monsanto durch Bayer amerikanische Gerichte über die Gefahren von Glyphosat neu zu entscheiden haben, um dann Bayer dafür zur Verantwortung zu ziehen. 

Johann Zacherl Moorenweis

Der Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt hat bei der EU dafür gestimmt, das Pflanzenschutzmittel Glyphosat weitere 5 Jahre zu genehmigen. Die Bevölkerung ist empört, denn Glyphosat ist möglicherweise krebsfördern und ist schädlich für die Tier- und Pflanzenvielfalt. Die Umweltministerin Barbara Hendricks ist gleichermaßen empört, denn sie wäre für das Verbot gewesen. Nun schreibt die Geschäftsordnung der amtierenden Bundesregierung vor, dass in diesem Fall der Minister Schmidt sich der Stimme hätte enthalten müssen. Darüber setzte er sich gröblich hinweg. Damit vergiftet er auch das Vertrauen in den Koalitionsverhandlungen. Deshalb ist Schmidt nicht mehr tragbar. Die amtierende Bundeskanzlerin müsste hier die sofortige Konsequenz ziehen und Schmidt entlassen. 

Max Lipp Weilheim

Am Glyphosat scheiden sich die Geister, was ich nicht verstehen will, wenn ein Unkrautvernichtungsmittel in Verdacht steht, krebserregend zu sein. Die Zeit und Bereitschaft ist gekommen, dass die Menschen mehr Geld ausgeben würden für natürlichere Lebensmittel. 

Winfried Weber Fürstenfeldbruck

Nachdem dieses Thema seit Jahren in der Kritik steht, glaubt wohl noch an den Wahrheitsgehalt von Märchen, dass sich der CSU-Agrarminister Schmidt durch Alleinentscheidung zur Zustimmung für das Ausbringen von weiteren fünf Jahren für das Mittel von Monsanto entschieden hat. Es geht bei Monsanto um Milliardenprofit. Unter dem Motto „Geld regiert die Welt“ hat sich wieder mal diese Lobby durchgesetzt. Die Frage stellt sich: Wie viel bekommt Herr CSU-Minister persönlich-diskret natürlich erst nach einiger Zeit als Bonus für seine mutige Tat? Und/oder wie viel erhält die CSU in Zukunft an Parteispende? Wenn die Kanzlerin Angela Merkel vorher nicht über dieses Abstimmungsverhalten informiert wurde, dann hat sie ihr Kabinett nicht mehr im Griff. 3. Dass Herr Seehofer die Angriffe auf seinen CSU-Minister nicht versteht, reiht sich zum x-ten Mal in seine Prinzipienlosigkeit ein. Man stelle sich vor, ein SPD-Minister hätte sich so vorgetraut. Seehofer hätte seine Kläffer Scheuer und Dobrindt von der Leine gelassen mit Hasstiraden. Es bleibt dem interessierten Wähler zu beobachten, in welchem zeitlichen Abstand Herr Bundesminister Schmidt bei Monsanto oder einem Tochterunternehmen einen lukrativen Posten für seine Dienste erhält. Beispiele gibt es einige. Herr von Kladen, ehemals Bundeskanzleramt, jetzt Cheflobbyist von Daimler, Herr Pofalla jetzt Vorstandsmitglied Deutsche Bahn, Herr Wissmann jetzt Präsident Verband Automobilindustie. Wohl bekomms, CSU. 

Günther Schachner Peiting

Das Schlimme an der Glyphosat-Nummer ist die ungebremste Weitervergiftung von Mensch und Natur – um des reinen Profits willen. Das noch Schlimmere daran aber ist die mehr als entwürdigende Hütchennummer, die die verantwortlichen Politiker vor den Augen ihrer ohnedies entmündigten Wähler daraus machen, nach dem Motto: Wo ist die Verantwortung? Das Schlimmste aber – und leider symptomatisch für ihre Einschätzung der Intelligenz ihrer Wähler – ist das dümmliche Kasperltheater, mit dem beide Unionsparteien nun versuchen, jeden einzelnen ihrer Mittäter von jeder Schuld sauber zu waschen. Der geschäftsführende „Interims-Agrar-Minister“ Schmidt habe in dieser mehr als volksrelevanten Sache „allein“ entschieden. Übertreibung macht anschaulich: In Fortsetzung solcher ministeriellen Anmaßung könnte Frau von der Leyen morgen auch unsere Bundeswehr sonst wohin schicken – und hinterher sagen, sie habe das für sich allein entschieden. Unter allen Offenbarungen dieser Welt sehe ich derzeit keine deutlichere als die Offenbarung ihres absolut konzernhörigen Gesinnungsstandortes einer Mehrheit unserer Politiker, deren wichtigste Aufgabe es scheint, die Begehrlichkeiten der Konzerne in geltendes Recht umzuwandeln. Wenn dabei schließlich, vor den Augen eines zornigen Publikums, auch mal demonstrativ „ein Kopf rollt“, so rollt dieser doch regelmäßig entgegen der Schwerkraft den Berg hinauf, in ein noch weitaus besser bezahltes Amt. Oder in einen gesicherten Alterswohlstand, von dem der Rest der Republik nur träumen kann. Wer sich den europaweiten Gewinn mit Glyphosat betrachtet – und dazu womöglich noch denkbare Vorteile addiert aus der in Europa gängigen und politisch geduldeten Praxis der Steuervermeidung – der weiß, worum es geht. Und welche rechnerischen Größen auch dieses Mal wieder das Wohl des Volkes und den Willen seiner Mehrheit unter sich begraben. 

Manfred Ebeling Raubling

Glyphosat – ein politisches Drama: Obwohl wissenschaftliche Gutachten beim Einsatz von Glyphosat auf eine wahrscheinliche Krebsgefährdung der Bevölkerung hinweisen, hat ein CSU-Bundesminister im Europarat für Deutschland dem Einsatz zugestimmt. Dabei hatte das SPD-Umweltministerium ein Veto eingelegt. Nach den Regeln hätte der CSU-Bundesminister sich der Stimme enthalten müssen und damit den Einsatz verhindern können. Es ist unwahrscheinlich, dass die Zustimmung ohne Kenntnis der Bundesregierung erfolgte. Der Verdacht, dass die Politik in Berlin banken- und industriehörig ist, wird hiermit nur verstärkt. Dass das Vertrauensverhältnis zwischen der Union und der SPD dadurch leidet, ist jetzt in den Medien das große Thema. Das viel größere Problem ist die Zerstörung des Vertrauens zwischen Politik und den Bürgern. Solange der Verdacht der Krebsgefährdung der Menschen nicht einwandfrei widerlegt ist, dürfen verantwortungsvolle Politiker dem Einsatz des Unkrautvernichtungsmittels nicht zustimmen. Die Volksparteien dürfen sich nicht wundern, wenn sie bei den nächsten Wahlen noch mehr Stimmen verlieren. 

Jürgen Kautz Garmisch-Partenkirchen

Das ist doch eine Frechheit! Zunächst wurde alles in der Regierung abgestimmt, dass sich Deutschland der Stimme enthält und dann dieses Desaster! Wie kann ein einzelner Politiker sich entgegen der Anweisung der Regierung stellen? Sind wir eine Bananenrepublik? Ein Schelm, der denkt, dass da evtl. von Monsanto irgendwelche Incentives geflossen sind, also die bayerische Lösung. Wen vertritt eigentlich so ein Politiker? Den Bürger doch wohl nicht, denn es steht eine klare Mehrheit gegen Glyphosat. Aber ihn scheint das wohl auch nicht zu interessieren. Welches sind denn jetzt die Konsequenzen? Frau Merkel beklagt sich zwar darüber, aber was nun? Ich habe die Lösung: ein „einvernehmliches“ Abdanken (=Rücktritt) dieses „Alleinherrschers“ oder ein echter Rauswurf. Aber dazu ist die Bundeskanzlerin wohl nicht willens oder fähig, damit wäre aber konsequent der Skandal eingegrenzt. Vielleicht sollte Herr Söder dann interimsmäßig einspringen – dann wäre vielleicht auch der Bruderkampf in München beseitigt Welchen Gefallen (außer vielleicht seinem eigenen) hat Schmidt der CDU/CSU geleistet? Also, die jetzt sehr aggressive Frau Nahles hat aber Recht, das stärkt wieder die SPD in den Verhandlungen und Abstimmungen zu einer GroKo. Oder sollte Schmidt gerade dieses gewollt haben? Wir werden es wohl nie erfahren. 

Werner W. Quickert München

Da gibt ein christ-sozialer Minister entgegen seiner Verantwortung auch für die von ihm zu vertretenden Verbraucher, entgegen der „Weisungslage“ der Bundesregierung und entgegen der Vereinbarung mit der Umweltschutzministerin in Brüssel seine Zusage für die verlängerte Anwendung einer Chemikalie, die laut zahlreichen seriösen wissenschaftlichen Gutachten Krebs erzeugen kann. Frau Merkel sollte dem Minister umgehend den Stuhl vor die Türe setzen und seine Zusage in Brüssel zurückziehen. Man fragt sich natürlich: Wie weit war das Vorgehen von Christian Schmidt mit seinen Berliner Ministerkollegen und mit der Parteiführung der CSU abgesprochen? Wenn ja: Was ist dann noch christlich an dieser CSU, der das Wohl der Chemieindustrie dann wichtiger wäre als das Wohl der Menschen in diesem Land. Ja, was ist eigentlich noch christlich an dieser Partei, welche die Naturzerstörung (Beispiele: Riedberger Horn, Zubetonierung der Landschaft) billigt, welche die kleinen Häuslebauer mit einer ungerechten Straßenausbauabgabe schröpft, vom „christlichen Umgang“ mit einander ganz zu schweigen. Und was mich ebenfalls enttäuscht und verärgert hat: Wo bleibt ein sofortiger Kommentar der sonst so scharfzüngigen, kritischen Merkur-Redakteure zu der unverantwortlichen, skandalösen Zustimmung des bayerischen Bundeslandwirtschaftsministers zur Verlängerung der Glyphosat-Zulassung um weitere fünf Jahre? 

Dr. Wolfram Selig Polling

Was hat sich Agrarminister Christian Schmidt mit seiner Glyphosat-Entscheidung gedacht, vermutlich nichts. Was hat sich Herr Söder dabei gedacht, als er 30 000 Sozialwohnungen ohne Not verkauft hat, vermutlich nichts. Was hat sich Herr Scheuer dabei gedacht, als er in Prag einen Aufsatz schrieb und sich dafür den Doktor vor seinen Namen schreiben ließ, vermutlich nichts. Was hat sich die CSU dabei gedacht, in einem Naturschutzgebiet eine Genehmigung für eine Skiliftschaukel zu geben, vermutlich nichts. Was hat sich der Herr Dobrindt dabei gedacht einen Dieselgipfel zu veranstalten, bei dem die Autohersteller als nicht unbedingt schadensersatzpflichtig bezeichnet wurden, vermutlich nichts. Es gibt aber auch was, wo alle ununterbrochen daran denken, das ist die Obergrenze von 200 000. Heuer werden es hochgerechnet nur 135 000, aber die Obergrenze ist ungemein wichtig. Da muss man dann als bayerischer Politiker nicht unbedingt daran denken, dass es auch noch eine Energiewende gibt, solange bei uns der Strom aus der Dose kommt. Die CSU hat sich auch die Vollbeschäftigung auf die Fahnen geschrieben, da kann ruhig die Digitalisierung voranschreiten, wir haben ja Vollbeschäftigung im Programm. Zum Schluss noch mal die Landwirtschaft, mit den immer strengeren Gesundheitsauflagen, Düngemittelgrenzwerten und Nitratbelastungen, macht aber nix wir haben ja den Christian Schmidt. Da fällt mir dann auch noch das Straßenausbaubeitragsgesetz ein und da wundert sich die CSU wenn sie keiner mehr wählen will. Mit solchen Politikern wird es die CDU und SPD bei den Koalitiongesprächen leicht haben. 

Robert Lehner Karlsfeld

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