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Leserbriefe

Kampfansage an die westliche Kultur

Georg Anastasiadis:Erdogans böses Gebet;Kommentar 25./26. Juli

Was Erdogan mit der Rückumwandlung der Hagia Sophia vollzogen hat, ist nicht nur von symbolischer Bedeutung, sondern es ist auch eine Kampfansage an die christlich-abendländisch geprägte westliche Kultur. Denn damit verdeutlicht er, dass er neben seinen militärischen und wirtschaftlichen Interessen im Mittelmeerraum, die vom Traum des Wiederauflebens des ehemaligen osmanischen Weltreichs geprägt sind, vor allem auch das Ziel einer allmählichen Islamisierung Europas anstrebt. Nicht umsonst haben sich fanatisierte Anhänger nach Verkündung dieser Entscheidung demonstrativ vor der Hagia Sophia versammelt und als nächste Schritte die Ausdehnung des Islams bis Rom und den Tempelberg von Jerusalem skandiert.

Der Politologe und Islamwissenschaftler Bassam Tibi hatte vor Jahren schon vor diesen Bestrebungen gewarnt. Doch in Europa und speziell in Deutschland wurden seine Warnungen und die anderer Experten stets ignoriert und dafür ein Kuschelkurs mit den muslimischen Gemeinschaften praktiziert. Und ich bleibe skeptisch, ob das Schlussfazit des trefflichen Kommentars, dass nämlich auf so eine richtungsweisende Provokation nicht mehr mit den üblichen „höflichen Ermahnungen“ reagiert werden dürfe und zu härteren Bandagen gegriffen werden müsse, von unserer zaudernden Regierung umgesetzt wird. Zu sehr befindet sich Deutschland auf Grund des Flüchtlingspaktes mit der Türkei in den Fängen des Despoten vom Bosporus.

Gerhard Banholzer M.A.

Oberndorf/N.

Erdogans Politik hat Methode. Die Bestrebungen, EU-Mitglied zu werden, sollten vermutlich den Weg dafür ebnen, die Politik der EU von innen heraus im Sinne Erdogans zu gestalten. Das ist gescheitert. Nun also der „alternative Weg“, die Träume von einem „Groß Osmanischen Reich“ – einem diktatorisch geprägten Staatswesen nach islamischen Regeln weit über die heutigen Grenzen der Türkei hinaus – zu verwirklichen. Die Mitgliedschaft in der Nato hat Erdogan bereits dafür benutzte, legal als „Bündnispartner“ in den Besitz von hoch entwickelten Waffensystemen zur „Selbstverteidigung als Nato-Staat“ zu kommen. Alle haben sie bereitwillig geliefert – die USA, Deutschland und andere Nato-Staaten. Nur so war es Erdogan möglich, sein Land über alle Notwendigkeiten hinaus hochzurüsten und eine eigene Waffenindustrie in der Türkei aufzubauen. Wo und wie die Waffen eingesetzt werden, ist seit längerer Zeit zu beobachten: im eigenen Land gegen Kurden und die Bevölkerung; im Ausland in allen Krisenherden des Nahen Ostens, die offen mit türkischen Truppen und Waffenlieferungen unterstützt werden (zum Beispiel in Syrien mit dem Einmarsch „in Grenzregionen“), in Libyen als Kriegspartei aufseiten der Zentralregierung, mit der Einführung der Türkischen Lira in den besetzten Gebieten in Nordsyrien, das er vermutlich gerne annektieren möchte.

Erdogan fühlt sich offensichtlich berufen, seine Vorstellungen von der Vormachtstellung der heutigen Türkei wieder aufleben zu lassen – wie schon vor Jahrhunderten durch militärische Gewalt. Dazu passt auch, die Hagia Sophia– Unesco-Weltkulturerbe und ehemals als byzantinische Kirche erbautes Gebäude – erneut in eine Moschee umzuwandeln.

Wer nicht begreifen will, worauf Erdogan abzielt, hat nicht verstanden, in welchen Dimensionen „der Sultan vom Bosporus“ denkt. Nicht sein Volk, nicht die Bürger der Türkei und auch nicht der Islam als Religion sind ihm wirklich wichtig – es ist die uneingeschränkte Macht seiner Person in einem neuen „Osmanischen Großreich“ – davon bin ich seit längerer Zeit überzeugt.

Heimo Kandler

Wartenberg

Damit, dass die Hagia Sophia nun wieder als Moschee genutzt wird, habe ich als Theologe und Freund der „byzantinischen“ Kultur kein Problem: Sie ist jetzt wenigstens wieder ein Gotteshaus.

Gottes Heiliger Weisheit würde man nun aber gerecht, wenn das wunderbare Gebäude künftig auch den Christen als Kirche und – warum nicht – den Juden als Synagoge zur Verfügung stünde. Das wäre wirklich ein starkes, die abrahamitischen Religionen verbindendes Zeichen. Es wird diesem großartigen Bauwerk nicht gerecht, wenn es zum Instrument kleinkarierter politischer Spaltung missbraucht würde.

Dr. Georg Glonner

München

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