Leserbriefe

Herr Söder: Schnell handeln, bevor es zu spät ist!

Lisa-Marie Birnbeck, Achim Schmidt: Gemütlich durch die Fußgängerzone; München 12. Januar

Herr Ministerpräsident Dr. Söder,

wie lange gedenken Sie noch die Einzelhandelsgeschäfte geschlossen zu halten? Etwa bis diese komplett vernichtet sind? Sie bedrohen mit diesem Schließungsschwindel - ich nenne es schlichtweg Betrug an den Familienbetrieben - Familienexistenzen. Generationen werden finanziell zu Grunde gerichtet. Ein Beispiel: Expert Theiner, eine Elektrofachgeschäft, hat auf Grund Ihrer Anweisung das Geschäft in Pfarrkirchen geschlossen. Gegenüber darf Real das volle Elektro-Sortiment verkaufen. Geht‘s noch, Herr Dr. Söder?

Gauben Sie wirklich ernsthaft und mit voller Überzeugung , dass in den genannten Einzelhandelsgeschäften sich bei einer Öffnung mehr Kunden in den Verkaufsräumen aufhalten und bewegen als bei einem Real oder einem anderen Supermarkt? Unterliegen Sie in Ihrem Politik-Stolz nicht der Macht der Arroganz und der Macht der Lobbyisten? Sie sind aufgefordert, diesem unsinnigen Treiben der Einzelhandelsgeschäftsschließungen ein Ende zu setzen. Handeln Sie schnell, bevor es zu spät ist. Stellen Sie sich vor, ein Einzelhändler kommt auf die Idee und verklagt Sie, nimmt Sie persönlich in Haftung, verklagt Sie auf Schadenersatz wegen einer von Ihnen herbeigeführten Ungleichheit der Verhältnisse. Persönlich wünsche ich Ihnen, dass Sie gesund bleiben. Politisch wünsche Ihnen und der CSU gute Besserung.

Josef Reischl

Bad Birnbach

Sehr geehrter Herr Dr. Söder,

wir sind ja aus Berlin politische Inkompetenz gewohnt, es wird nicht agiert, sondern nur reagiert, aber dass dieses Phänomen nun auch in unserem Freistaat ungebremst durchschlägt, ist erschreckend und beängstigend. Sie und andere Politiker sprechen seit Monaten von der zweiten Coronawelle, jedoch spricht man nur davon und hat sich absolut nicht vorbereitet. 

Kein Impfkonzept, kein Impfstoff, kein Konzept für Präsenzunterricht etc., obwohl Sie über die Machtinstrumente der Freistaatlichkeit Bayerns sowie des bayrischen Katastrophenschutzgesetzes verfügen. Im Gegenteil, Sie setzen schildbürgerstreichartige Beschränkungen um. 

Wo sind Lösungsansätze mit Schnelltests für jeden, vor allem für Schüler, Impfungen für systemrelevante Personen wie Lehrer, Feuerwehrmänner, Polizisten, Arbeitnehmer etc., Nutzung leerstehender Hotels und Fluss-Kreuzfahrtschiffen als Covid-19- Behandlungszentren, um die Krankenhäuser zu entlasten und den alltäglichen Erkrankungen wieder Platz zu gegeben. 

Krisenzeiten erfordern Phantasie, den Willen, andere Wege zu beschreiten und Fehler einzugestehen, aber nicht darin, Man-Power in sinnlosen Infektionskettenüberprüfungen zu binden, anstatt die Umsetzung vorgegebener Hygienekonzepte nachzuprüfen. Aber das kennt man ja von der Jesus-Kreuz-Causa: Kreuze sind in öffentliche Gebäuden aufzuhängen, aber es wird nicht überprüft; Gast-und Kulturstätten mit ausgeklügelten Hygienekonzepten zu schließen und somit die Bürger in die Illegalität zu treiben; Reinluftanlagen für Schulen und öffentliche Gebäude zu installieren. Die Liste ist unzählig fortsetzbar. 

Verbote, Beschränkungen und die Bürgerrechte zu verstümmeln, um einen kleinen Teil der Bevölkerung zu schützen, ist nicht zielführend. Im Gegenteil, es wird dazu führen, dass es zu einer Spaltung der Gesellschaft kommt, zumal Sie die Kinder völlig vergessen und überfordern.

Von einem Landesvater erwarte ich mehr, als Minister auszutauschen (zumal diese nur die Vorstellungen und Ideen ihres Chefs umsetzen), die Bürger für die Covid-19-Krise verantwortlich zu machen oder - noch viel schlimmer - 48 Stunden nach Einführung von verschärften Restriktionen weitere Verschärfungen zu fordern, ohne die sich einstellenden Inzidenzen oder den viel gerühmten R-Wert abzuwarten. Ein Motivator und Menschenführer zeigt sich wahrlich anders. Bitte bedenken Sie, Dr. Markus Söder als Ministerpräsident oder Kanzler ist nicht Gott gegeben, oder „L‘ état, c‘est moi“ ist einfach überholt.

Dr. med. univ. Kai-Udo Hübner

Miesbach

Dass verstärkte Corona-Regeln kommen werden, war zu erwarten. Dies ist auch meiner Meinung nach derzeit die einzige Möglichkeit, die Pandemie zu bekämpfen, bis endlich genügend Impfstoff vorhanden ist. Unter anderem besagt eine Regel, dass sich ein Haushalt nur mit einer weiteren Person sowohl im öffentlichen als auch im privaten Bereich treffen kann. Wie soll das geschehen? Hier ein Beispiel, dass sich beliebig variieren lässt: Junge Leute wollen ihre Großeltern besuchen. Muss jetzt ein Großelternteil, zum Beispiel der Opa, die Wohnung während der Besuchszeit verlassen? Am nächsten Tag besucht man dann den Opa, muss dann die Oma die Wohnung verlassen? Eine Begrenzung in diesem Rahmen beinhaltet eine Logik, die so geheim ist, dass ich sie leider nicht finden kann.

Man könnte sich natürlich in einem Einkaufscenter treffen und gemeinsam einkaufen, oder man trifft sich in der S- oder U-Bahn zur Hauptverkehrszeit. Da kann die Familie gut zusammenstehen. Meiner Ansicht nach ist in den beschriebenen Fällen die Ansteckungsgefahr jedoch wesentlich größer, oder habe ich da etwas missverstanden? Diese Regel ist meines Erachtens total überzogen und sollte überarbeitet und auf eine vernünftige Weise geändert werden. 

Richard Swiercz

Dachau

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