Kinderarm und singlereich

Warum wohl?; Leserforum 1./2. April

Wenn mindestens jede Woche einmal in dominierenden Medien Schwul- oder Lesbischsein als die neue Natürlichkeit offeriert wird, liegt es nahe, dass modern sein wollende Parteien solche Stimmungen für bevorstehende Wahlen aufgreifen. Statt eine familien- und kinderfreundliche Politik zu fördern, wofür sich Art 6 unseres Grundgesetzes ausspricht, ist der SPD sogar das Luxusthema Homo-Ehe ein wichtiges Wahlkampfthema. Da in Homo- Partnerschaften die Weitergabe des Lebens fehlt, können Homo-Ehen nicht den gleichen staatlichen Stellenwert bekommen. Auch wenn in früheren Jahrzehnten homosexuelle Personen zu Unrecht vorschnell ausgegrenzt und benachteiligt wurden, kann es nicht richtig sein, jetzt um modern zu sein zu wollen, in ein anderes Extrem zu verfallen. Wenn unser Land ganz schön kinderarm daher kommt, liegt es wohl auch daran, dass seit Jahrzehnten Politik überproportional von kinderlosen Volksvertretern bestimmt wird. Dass Väter und Mütter mit Kindern in diesem Umfeld inzwischen arg benachteiligt werden, wird in Familien- und Rentenpolitik deutlich. Personen, die mit Kindererziehung für echtes Wachstum sorgen und Grundlagen für unsere Renten legen, gelten in der Rentenberechnung weitgehend noch immer als Personen, die nicht gearbeitet haben, obwohl sie mit ihren Erziehungsleistungen für den Bestand des Rentensystems sorgen. Kinderlose sorgen mit ihren Pflichtbeiträgen nicht für ihre Rente, sondern in erster Linie für die jetzigen Rentenbezieher. Auf diese Weise werden durch unser höchst familienfeindliches Rentensystem massenhaft Väter und Mütter um ihre Erziehungsleistungen und bei ihrem eigenen Rentenbezug um viele Milliarden betrogen. So ist es auch kein Wunder, dass wir als materiell reiches Land ganz schön kinderarm und singlereich aussehen. Wo bleibt hier das großspurige Gerede der SPD nach mehr sozialer Gerechtigkeit? Mit Lieblingsthemen wie Rente ab 63 und Homo-Ehe läuft man dem Zeitgeist nach. Für eine gute Zukunft bleibt da nicht viel übrig.

 Simon Kirschner Bad Endorf

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