Impfkampagne ist nicht „erfolgreich“

Marcus Mäckler, Dirk Walter: Spahn auf dem holprigen Impfweg; Christian Deutschländer: Ein gewaltiges Impf-Risiko; Kommentar 31. Dezember/1. Januar

Der Bericht zeigt leider mit aller Deutlichkeit auf, dass nicht alles rundgelaufen ist, wenn es um die die rechtzeitige Bestellung des Impfstoffes geht. Besonders irritiert mich, dass der Gesundheitsminister zu dem Vorwurf, zu wenig Impfstoff bestellt zu haben, erklärt, schließlich sei lange unklar gewesen, welches Mittel die Zulassung bekomme. Die Israelis, Weltmeister im Impfen mit dem Impfstoff der Firma Biontech, und Großbritannien hatten größeres Zutrauen. Dabei geht es ja nicht um einen sportlichen Wettbewerb, sondern um die Rettung von Menschen. Obwohl ich zu der ersten Prioritätsgruppe der zu Impfenden gehöre, bin ich, so lange das Vakzin nicht allen zur Verfügung steht, der Meinung, dass Sonderrechte nicht angebracht sind.

Gerhard Bletschacher

München

Die steigenden Todesfälle, vor allem in den Altenheimen, machen deutlich, wie notwendig ein schnelles und reibungsloses Impfen wäre. Es ist ein Unding, wenn Impfzentren wegen mangelhafter Zuteilung ihren Betrieb vorübergehend wieder einstellen müssen. Anscheinend haben die zuständigen Stellen in Berlin die Logistik nicht im Griff und auch schlecht verhandelt. Wenn schon ein deutsches Unternehmen, das Millionen Forschungsgelder erhalten hat, als Erstes einen wirksamen Impfstoff auf den Markt bringt, dann sollten eigentlich die benötigten Impfdosen in ausreichender Menge und zeitnah zu beschaffen sein. Jede Firma, die so dilettantisch arbeiten würde, wäre nach kurzer Zeit pleite.

Der Lockdown wird uns wohl noch einige Zeit begleiten, mit all den notwendigen persönlichen Einschränkungen und den negativen Folgen für unsere Gewerbetreibenden. Je schneller geimpft wird, desto eher könnten wir wieder zur Normalität zurückkehren. Auf jeden Fall sind die Verantwortlichen in Berlin durch den verkorksten Impfstart dabei, das bisher bei der Pandemie-Bekämpfung erworbene Vertrauen zu verspielen.

Peter Blüml

Schongau

So, so, da treibt es Herrn Bernhard Fritz die Zornesröte ins Gesicht. Mir treibt es die Zornesröte ins Gesicht, wenn ich seine unbotmäßigen und unhaltbaren Vorwürfe an die Politik lese, wie totales Versagen in der Impfstoffbeschaffung, seine geforderte Entschuldigungswelle an Gott und die Welt und die Forderung an Frau Merkel und Co., ihre Sachen zu packen und von der politischen Bühne zu verschwinden. Diese werden seiner Forderung mit Sicherheit nachkommen, damit sie die Bühne frei machen für ihn, da er ja weiß, wie man es besser macht.

Klaus Tappe

Mittenwald

Laut Aussagen von Gesundheitsminister Spahn wurden aus Gründen europäischer Solidarität die Impfstoffe für Deutschland über die EU bestellt, und bilaterale Verhandlungen daneben seien nicht möglich. Interessant: 2015 hat man die deutsche Migrationspolitik eigenständig durchführen können, ohne auf EU und die Befindlichkeiten der anderen Mitgliedsstaaten Rücksicht zu nehmen, Solidarität? Die Merkel-Regierung entscheidet sich offenbar mal so, mal so, aber in jedem Fall immer für den Weg, der für Deutschland der schlechtere ist.

Detlef Frank

Erding

Leider ist die Impfkampagne nicht „erfolgreich“ angelaufen. Wir warten auf den Impfstoff, der leider nicht in der erwarteten Menge eintrifft. Das medizinische Personal in den niedergelassenen (Hausarzt-) Praxen trifft das besonders hart. Das Personal, welches sich in vorderster Front mit dem Virus auseinandersetzen muss, ist es nicht wert, priorisiert geimpft zu werden. Mit aller möglichen Professionalität und immer wieder zwischen „Glauben und Wissen“ werden Patienten in den Praxen behandelt, abgestrichen und diagnostiziert.

Es kommen täglich Patienten in die Praxen, die nicht dem definierten Covid-Krankheitsbild entsprechen, abgestrichen werden und zur Überraschung aller ein positives Testergebnis aufweisen. Es kommen auch (Notfall-)Patienten in die Praxen mit Atemnot, die sich aufgrund der Problematik nicht an Informations- beziehungsweise Hinweisschilder halten können. Das Praxispersonal handelt auch hier professionell, fachgerecht im Wissen um die eigene Ansteckungsgefahr. Dem Gesetzgeber ist dies zu wenig Gefahrenpotenzial. Auffallen wird es nur, wenn eine Praxis schließen muss, weil alle Mitarbeiter positiv getestet worden sind und für die Regelversorgung die verantwortlichen Kräfte fehlen.

Michaela Heinz

Gröbenzell

Geht es noch lächerlicher und peinlicher? Wenn ein Unternehmer ein Haus baut, etwas produziert, dann muss er dafür sorgen, dass die Rohstoffe, die Materialien zeitnah und vollständig vor Ort vorhanden sind. Aber gibt es überhaupt noch einen Politiker, der jemals in einem Betrieb oder Produktionsprozess tätig war? Und wie war noch mal der Ausspruch von Herrn Söder: „Nur wer Krise kann, kann auch Kanzler“, im schönsten Neudeutsch. Na, das war es dann wohl, Herr Söder, mit der Kanzlerschaft.

Gerhard Forster

Gernlinden

Jetzt ist er endlich da, der lang ersehnte Impfstoff. Und das auch noch aus Deutschland. Und was passiert? In aller Welt sind bereits mehr als zwei Millionen Menschen mit dem Mainzer Impfstoff geimpft worden, in Deutschland noch keine 100 000. Statt zum Schutze der Bevölkerung ausreichend Impfstoff zu bestellen, hat die Bundesregierung dies der EU mit ihrer einmal mehr überforderten Kommissionspräsidentin überlassen. Die Folge: Das Chaos ist komplett, noch nicht mal die eh viel zu wenigen angeforderten Mengen an Impfstoff treffen ein, selbst über 70-Jährige, die zweite Risikogruppe, werden bei diesem Tempo wohl nicht vor dem Frühsommer geimpft werden können. Wie verantwortungsbewusste und vorausschauende Politiker handeln, das beweisen derzeit die Israelis. In dem kleinen Land mit deutlich weniger Einwohnern als Bayern werden täglich mehr als 150 000 Menschen geimpft. Aber bei uns wird, getreu dem Motto „Wir schaffen das“, ja nur geredet. Armes Deutschland!

Wolfgang Herre

Herrsching

Leider geht es nicht nur um einen Impfstoff-Engpass im Januar, sondern um längerfristig fehlenden Impfstoff. Bekanntlich hat sich die EU beim Ankauf von Impfstoff etwas zurückgehalten, weil nur die Zulassung deutscher beziehungsweise amerikanischer Produkte absehbar war. Schließlich möchte doch auch der französische Konzern Sanofi Impfstoff verkaufen, dessen Zulassung allerdings wohl noch ein halbes Jahr dauern wird. Wenn ungeimpfte Menschen in den kommenden Wochen und Monaten wegen Corona versterben, dann können sich die Nachkommen bei Merkel und Spahn beschweren, weil sie ganz bewusst den Ankauf zu geringer Impfstoffmengen mitgetragen haben.

Dieter Gauggel

Haar

Das Gejammere um fehlenden Impfstoff kann man gar nicht mehr lesen. In Rekordzeit wurde der Impfstoff entwickelt und die Zulassung erreicht. Jetzt müssen hunderte Millionen Impfdosen hergestellt werden, denn die fallen nicht wie Manna vom Himmel. Zu bedenken ist auch, dass die ganze Welt irgendwie mit Impfstoff versorgt werden muss und nicht nur die Länder, die sich den Impfstoff am leichtesten leisten können. Die Deutschen in ihrer Reiselust wollen auch lieber heute als morgen verantwortungslos wieder den letzten Winkel der Erde bereisen. Die Personen, die jetzt die Hotlines wegen eines Impftermins bombardieren, sind wahrscheinlich die Leute, die in der Kirche beten „Lieber Gott, die Menschen sind schlecht, jeder denkt nur an sich, nur ich denke an mich“. Das einzige Beständige in der Coronakrise ist bis jetzt die Unvernunft vieler Leute.

Franz-Xaver Thielmann

Feldkirchen-Westerham

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