Nicht so einfach

Ein besseres Leben; Leserbriefe 2. Januar

Man merkt, dass Frau Reiss mit den momentanen Gegebenheiten in Israel/Palästina mitleidet. Aber so einfach ist dieses Problem nicht zu lösen, wenn es gerecht sein soll. Sie verweist darauf, dass die UN sowohl den Arabern, wie auch den Juden die Selbstbestimmung anbot. Vermutlich wissen viele Leser, dass früh viele Äcker für über 1000 Dollar in Palästina angekauft und von Familie Rothschild bezahlt wurden. „Acker“, ein englisches Flächenmaß sind 4046 qm, was für privates Palästina-Land, in Ordnung war, „acre“ in Iowa, USA, war aus kostenlos übernommenem Indianerland. Das Nah-Ost- bzw. Heilige-Land-Problem ist alt. Ilan Pape beschreibt es in seinem Buch. Die Judenheit bekam das Land mehrmals versprochen: lies 5 Mose 11,24! Da versprach es ihnen Gott Jahwe, der mit Abraham einen Vertrag machte. Darüber sind die Araber traurig, denn auch sie stammen, außerehelich, von Abraham ab. Schon 1905 hat England (Chamberlain) den Juden einen Teil von Uganda angeboten, (in Britisch-Ostafrika). 1917 hat wiederum England ihnen eine Heimat in Nah-Ost versprochen, sie aber 1945 nicht ins Land gelassen. Hitler hatte den Madagaskarplan wieder ausgegraben, der 1885 aufkam, um nach russischen Pogromen ihnen dort eine Heimat anzubieten. Dieser Plan von P. A. Lagarde wurde auch von Briten, Niederländern und Belgiern weiter verbreitert, aber er wurde von Theodor Herzl und der Zionistenbewegung nicht akzeptiert. Wenige der UN-Resolutionen wurden von Israel zur Lösung der Schwierigkeiten angenommen, aber vielleicht im neuen Jahr. 

Hermine Kaiser Bad Wiessee

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