Für und Wider der Jagd

Ohne Mitleid; Leserbriefe 3. November

Den Ausführungen entnehme ich, dass Sie große Abneigung zu Jägern empfinden. Zur Berichtigung: Die Ausübung der Jagd auf frei lebendes Wild ist eine gesetzlich begründete Pflicht für Eigentümer von landwirtschaftlichen Flächen wie Äckern, Wiesen und Wald und wird von den Jagdgenossen verpachtet; - die Ausübung der Jagd und das Führen von entsprechenden Schusswaffen ist nur erlaubt den Inhabern eines gültigen Jagdscheines: den Förstern, den Berufsjägern und auch den privaten Jägern; - zur Eindämmung von Schäden an Landwirtschafts- und Forstflächen werden amtlich Abschusspläne über 3 Jahre vorgegeben zur Regulierung der Wildbestände. Zu meiner Person: von Kindheit an war ich mit meinem Großvater beim Fischen an Amper, Windach und am Ammersee um mit meinem Jagdtrieb Beute zu machen. Vor 39 Jahren dann habe ich meine Jägerprüfung abgelegt nach Ausbildung in der Freizeit über mehr als 14 Monate - meiner umfangreichsten Prüfung neben Meisterprüfung in meinem erlernten Beruf und auch Offiziersprüfung der Gebirgsjägertruppe.

 Anton Kiefmann Inning a. A.

Der Sage nach erschein Hubertus von Lüttich bei der Jagd ein Hirsch mit einem leuchtenden Kreuz zwischen dem Geweih. Eine Stimme sprach „Hubertus, warum verfolgst Du mich?“ Hubertus erkannte in dem Hirsch die Verkörperung Christi und entsagte der Jagd. Doch anstatt die Jagd anzuprangern erkor die Kirche Hubertus zum Schutzpatron der Jäger und hält in seinem Namen Messen ab, in denen die Legende ins Gegenteil verdreht, ja geradezu pervertiert wird. Anstatt die Wildtiere zu segnen und deren Schutz zu fordern, weil sie auch Teil der Schöpfung sind, werden in Hubertusmessen die Jäger, deren Waffen und deren mörderisches Freizeitvergnügen gesegnet. So werden in Deutschland jährlich circa 5 Millionen Wildtiere von Jägern geschossen, in Fallen gefangen. Das Töten unserer Mitgeschöpfe unter dem Vorwand Naturschutz hat sich ein Großteil der grüngewandeten Damen und Herren zum Hobby und Sport erkoren. Dabei wurde in mehreren Studien bewiesen, dass Jäger der Natur vielfach schaden, weil durch die Jagd das ökologische Gleichgewicht durcheinandergebracht wird. Der Kerngedanke des Christentums – Nächstenliebe im weitesten Sinne – wird somit durch die Hubertusmessen ad absurdum geführt. 

Alexander Bauer München

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Sinnlos wie ein Kropf
Nicht aus Plastik; Leserforum 17. August
Sinnlos wie ein Kropf
Schäbiger geht’s nicht
Unverständnis über Rentenregelung; Leserforum 18. August
Schäbiger geht’s nicht
Wach rütteln
Leserbriefe
Wach rütteln
Mehr grüne Wellen
Sinnlose Arbeit gegen Klimawandel?, Diesel-Diskussion hält an; Leserforum 14./15. und 12./13. August
Mehr grüne Wellen

Kommentare