Leserbriefe

Jahrhundertmann im Entertainment

Zoran Gojic: Der bescheidene Könner; Medien 12. Februar

Am Sonntag, dem 9. März 1969, sah man die erste Peter-Alexander-Show im TV. Dieses Datum läutete praktisch die Entertainment-Phase der absolut publikumswirksamen Wochenend-Unterhaltungssendungen ein. Sozusagen die Kern-Crew stellte das Dreigestirn Peter Alexander, Peter Frankenfeld und Rudi Carrell dar. Perfektionisten, die vor jeder Sendung jeden Sketch mindestens dreimal probten. Peter Alexander war noch dazu mit dem Glück beschert, mit den Regisseuren Ekkehard Böhmer und Dieter Pröttel sowie mit dem Autor Hans Hubberten auch definitive Könner „hinter der Kamera“ zu haben. Der bekannte TV-Produzent Wolfgang Rademann („Traumschiff“, „Schwarzwaldklinik“) sagte kurz vor seinem Tod: „Die Zeit der großen Samstag-Abend-Shows ist endgültig vorbei, und sie wird auch nie mehr kommen!“ 

Er hatte mit seiner Vision recht: Heute ist die Quantität immens, die Qualität extrem mager. Kleines Beispiel: Pflaume, Pilawa, Jauch und Elton werden einem täglich in fast gehirntoxischer Überdosis aufgetischt. Personen, die von den Sendern mit Millionen Euro gefüttert werden - letztlich nur für bloßes Herumstehen oder Herumsitzen. Personen, die von dem Charisma, der Kreativität, der Authentizität und dem „Witz in den Genen“ eines Peter Alexander Lichtjahre entfernt sind. Es ist traurig, dass uns so ein Entertainment-Jahrhundertmann vor zehn Jahren verlassen hat. Durch frühere Filme und Schlager sowie auch durch die hoffentlich stattfindende Wiederholung von Shows wird er jedoch in uns weiterleben. 

Walter Krause 

Pöcking  

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