Geldverbrennungsmaschine

Jens Spahn und Hartz IV; Leserforum 14. März, Heftige Schelte für Jens Spahn; Titelseite, Georg Anastasiadis: Es geht schon los; Kommentar 13. März

Das Hartz-IV-System, das sich ein gerichtlich verurteilter Straftäter und sein Kanzler ausgedacht haben, ist eine enorme Geldverbrennungsmaschine. Die Leistungen für die Menschen wurden reduziert, durch eine sich aufblähende Bürokratie blieben die Kosten faktisch gleich. Das kann man alles nach gründlicher Suche im Internet nachlesen (u.a. bei den entsprechenden Ministerien). Armut liegt vor, wenn jemand weniger als 60 % des mittleren Einkommens hat. Für Empfänger von Hartz IV gilt allgemein: 415 Euro für den Empfänger von ALG II, 374 für den Partner, und im absoluten Maximum 332 Euro für ein Kind (unter 25-Jährige im Haushalt der Eltern) Wohngeld je nach Region und Mietkosten, im Allgemeinen max. 9 Euro pro Quadratmeter bei max. 50 m² für Singles plus 15 m² für weitere Familienmitglieder. Herr Spahn, der Hartz-IV-Empfänger ist also arm. Punkt. Arme Menschen hierzulande können in der Regel noch ihre Grundbedürfnisse befriedigen, aber sie leiden zum einen an einer chronischen Mittellosigkeit (Mangel an Ressourcen) und zum andern am gesellschaftlichen Ungleichgewicht und einer entsprechenden Ausgrenzung. Hartz IV bedeutet weitgehenden Verzicht auf Kultur, auf gesundes Essen (zum Beispiel Bio) auf Luxus, Reisen, Urlaube. Gut, im Raum Garmisch sollen sich Hartzer finden, die über ein Nettoeinkommen von über 3000 Euro verfügen, vielleicht sollten sich alle Langzeitarbeitslosen auf nach Garmisch machen. Ich bin überzeugt, Herr Spahn ist nichts weiter, als so ein typischer Yuppie, der sich von klein auf in der Wohlstandsgesellschaft räkelt. Einer, der alles hat, denkt nicht daran, dass man eben nicht alles hat, wenn gerade mal die Grundbedürfnisse Wohnen und Essen befriedigt werden. Mir scheint, die wahrhaft Asozialen in unserer Gesellschaft findet man nicht an ihrem unteren Ende. 

Wulf-Dieter Vogl München

Was mich maßlos erzürnt, ist die Tatsache, wenn ein altes Mütterchen, dass bestimmt ihre Lebensleistung erbracht hat, mit ihrer kargen Rente ihr Auskommen bestreiten muss, und ihr nach Abzug der Miete noch 200 Euro und weniger zum Leben bleiben, da ereifert sich keiner der Gerechten darüber. Wenn aber ein Jens Spahn beim Namen nennt, was eine auch nicht ganz unbekannte Tatsache ist, nämlich die, dass eine Hartz-IV-Familie mit zwei Kindern oft besser dasteht, als die Handwerkerfamilie mit zwei Kindern und Durchschnittsverdienst, mit dem sie aber alles selbst bestreiten muss wie Miete, Heizung, Strom, Kita, Schule usw. Dann schreien selbst ernannte Hartz-Experten auf, als hätte jemand gröbste Unwahrheiten öffentlich gemacht. Die Kritiker, die in den Leserbriefen unsachlich und inkompetent ihre Wut (über was, weiß ich nicht so recht), zum Ausdruck gebracht haben, sollten sich den Leserbrief von Herrn Bernd Hausmaninger (Ex-Harzer) verinnerlichen, dieser Mensch kann mitreden und alle anderen sollten ihr Fachwissen am Stammtisch austauschen und nicht die Leserschaft des Merkur verärgern. Bemerkenswert ist nebenbei auch, dass sich eine Kramp-Karrenbauer jetzt schon auf ihren potenziellen Konkurrenten um das Kanzleramt einschießt. Das wird sicher noch spannend. 

Hans Huber Erding

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