Milde Strafen

Zu milde Strafe für Viwis Tod; Leserbriefe 11. November

Der Leserbrief spricht mir aus der Seele. Die Schonung, von meist jungen, rasenden Testosteronprotzen durch die Justiz ist seit einiger Zeit auffällig und Besorgnis erregend. Das Strafmaß, nicht nur für die Todesfahrt, sondern auch für die Vergewaltigung eines jungen Mädchens in Hamburg durch 4 Jugendliche mit zusätzlich noch der Absicht, das Opfer erfrieren zu lassen, ist für die Betroffen ein Hohn. Der Mitarbeiter der deutschen Bahn in Oberbayern, der wegen der Spielerei auf dem Handy einen der schwersten Bahnunfälle mit vielen Toten und Verletzten verursacht hat, kann laut Presse und Hörfunk mit einer Höchststrafe von 5 Jahren rechnen. Mit Verlaub, das ist ein Ohrfeige für alle leidvoll betroffen Angehörigen. Der Höhepunkt einer Begründung für eine Strafminderung - in vielen Zeitungsberichten besonders betont - ist die offensichtlich kurz vor Prozessschluss seitens der Verteidiger programmierte und trainierte Bedauerns- und Entschuldigungsaktion. Garniert wird das mit einer möglichst intensiven Trauermiene sowie ergänzt mit einem Statement zur schlimmen Jugend, die man erdulden musste. Und perfekt wird die „show“ zum Zweck eines Erfolges der Verteidigung, eine milde Strafe zu erreichen, wenn der Beschuldigte Schauspieler genug ist, sein schlimmes Handeln so darzustellen, als müsste er ein Leben lang darunter leiden. Ein Normalbürger kann dazu nur den Kopf schütteln und sich ausmalen, was sich ereignen würde, wenn das Kind eines Richters betroffen wäre. Zur Klarstellung: Das ist kein Wunsch, sondern nur eine theoretische Überlegung. 

Bernd Maier München

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