Wer ist der beste Kanzlerkandidat?

Die Kanzler-Frage; Leserbriefe 16. Februar, Mehrheit für Rot-Rot-Grün in Sicht; Titelseite 15. Februar

Es kann sehr gut sein, dass Rot-Rot--Grün- das Rennen machen wird und dafür gibt es viele Ursachen. Ich entnehme manchen Leserbriefschreibern viele Ressentiments bei einer solchen Vorstellung und hoffe nicht, dass wir in Deutschland einen ähnlichen Wahlkampf erleben werden, wie in Amerika. Wir werden gut auf die politischen Botschaften horchen müssen und kritisch hinterfragen, wie es denn mit der Umsetzung der Botschaften sein wird. Zu den „Schwarzwählern“ und leider ist es in Bayern nur die CSU, sei bemerkt, falls die Wahl für sie verloren geht, haben sie viel dazu geleistet. Ich habe den Auftritt des Ministerpräsidenten im Oktober 2016 nicht vergessen. Es ging der CSU insbesondere darum die Kanzlerin zu schädigen, aber dabei wurde das Amt beschädigt. Ein solcher Auftritt sagt auch etwas über die Gesinnung eines Menschen aus. Außerdem möchte ich noch bemerken, ja Martin Schulz war in einer Lebensphase Alkoholiker und hat es in der Öffentlichkeit bekannt und ich glaube nicht aus Kalkül. Hätte er es nicht bekannt,wären schon die eifrigen Moralisten aktiv geworden und ich glaube es steht niemanden zu ein Verurteilung zu äußern. Freuen wir uns doch einmal auf einen spannenden Wahlkampf. 

Inge Glas Seeshaupt

Als Gewerkschaftsmitglied bin ich enttäuscht davon, dass die SPD Martin Schulz als Kanzlerkandidat gekürt hat. Was hat der Mann denn schon geleistet? Sigmar Gabriel und die SPD unter seiner Führung hat immerhin den Mindestlohn durchgesetzt und einiges anderes mehr, aber Schulz? Leistung in Europa? Mag er ein guter Rhetoriker sein, aber einen solchen Dampfplauderer brauchen wir ebenso wenig wie einen Karl-Theodor zu Guttenberg. Wer nichts macht (und nur redet), macht keine Fehler, und wer keine Fehler macht wird Kanzler? Nicht mit mir. Da ist mir eine Kanzlerin Merkel schon lieber, die hat zwar Fehler gemacht, aber daraus gelernt.

 Hermann Diehl Mitglied IG Metall, München

Angesichts dessen, was unter Politikern alles nicht koscher ist, ist der Rücktrittsgrund einer Plagiat-Doktorarbeit geradezu lächerlich. Eine Bundeswehr, die früher mal über 300.000 Mann umfasste und bei einem Einsatz von 6000 Soldaten an ihre Grenzen kommt, hatte wohl ein Problem und es war nur ehrlich, den Wehrdienst abzuschaffen und eine Berufsarmee anzustreben, weil im Ernstfall ein Papiertiger nicht kämpft. Das Sozialversicherungswesen, das seine Ursprünge wohl in der Kanzlerschaft Bismarcks im deutschen Kaiserreich hat, wurde von der SPD eher ins mittlerweile Unbezahlbare übertrieben, insofern ist das heutige Budget am Bruttosozialprodukt eher ein von der SPD zu vertretendes Problem, das die nächsten Generationen belastet. Wir alle sind Merkel-müde, das ist sicherlich kein Geheimnis und eher der Hillary-Clinton-Effekt, der der CDU gefährlich werden wird. Aber ein Kanzler Martin Schulz wird die Bürokratie und Vereinheitlichung in der EU nur weitertreiben, bis Deutschland am Ende das letzte Land ist, das den Rettungsschirm alleine hält. Von der einstigen Idee „Keine Vereinigten Staaten von Europa, sondern ein Europa der Vaterländer!“ ist fatalerweise nichts mehr übrig. Der deutsche Wahlkampf wird – mit weniger Unterhaltungswert – deshalb dem US Wahlkampf ähneln, Wahl zwischen Pest und Cholera, wobei Trump eher noch geeignet ist als Schulz, die Welt zu überraschen.

 Michael Forster Gmund am Tegernsee

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