Verbindliche Glaubensnormen

Dogmen beruhen auf der Lehre Jesu; Leserbriefe 29. Februar

Unsere Urschuld, dem Abfall aus der Liebe Gottes, hätte keiner von uns sühnen können, als nur Gott Selbst in dem Menschen Jesus. Durch Seinen Tod am Kreuz für uns, gab Er ein wahrhaft göttliches Beispiel gelebter Nächstenliebe. Diese Liebestat allein rechtfertigt doch bereits das einzige Göttliche Gebot der Liebe, Sein doppeltes Liebesgebot: „Liebe Deinen Gott über alles, und deinen Nächsten wie dich selbst“. Ein darüber und darunter ist vom Übel. Dazu die 10 Gebote durch Moses und unser Gewissen mit dem Freien Willen, weisen uns den rechten Weg zu einem erfolgreichen Erdenleben im Hinblick auf das nachfolgende ewige Geistesleben. Von Dogmen hält Gott meines Wissens nichts.

 Frank Hausmaninger Petershausen

Dogmen der katholischen Kirche sind nicht nur, wie behauptet, „... Eckpunkte des Glaubens, die eine Orientierung geben sollen, wann man noch christlich denkt ...“. Sie sind eben nicht nur Prüfmarken für eines Gläubigen Religionsverständnis. Sie haben einem Katholiken als verbindliche Glaubensnormen, nämlich als von Gott offenbarte Wahrheiten zu gelten. Sie werden durch päpstliche Verkündigung ex Cathedra, also unveränderlich (und zwar eindeutig definiert seit dem sog. Unfehlbarkeitsdogma 1870) der Welt dargetan. Ein Katholik, der das nicht akzeptiert, also die Dogmatik oder auch nur ein Element davon anzweifelt, schließt sich aus, exkommuniziert sich quasi selber. Es besteht wohl kein Zweifel darüber, dass diese rigide Einstellung, nicht etwa nur vertreten von der konservativen Fraktion des Vatikans, viele Gläubige in eine innere Emigration treibt. Dem Katholiken ist nämlich aufgetragen, eine wesentliche Grundhaltung einzunehmen: Keinesfalls über besagte Glaubenssätze nachdenken (ob zum Beispiel die „unbeschädigte“ Jungfräulichkeit Mariens als ein der Biologie widersprechendes Wunder oder als etwas nur mystisch zu Erfahrendes verstanden werden darf usw.) Nicht um die Einsicht ringen ist die Norm, sondern kritiklos glaubend zu akzeptieren. Daran ändern auch theologische Insider mit ihrer Behauptung der Existenz einer Interpretationsbreite der Glaubenssätze wenig. Es bleibt leider der Verdacht, dass ein Katholik, der sich buchstabengetreu an Dogmatik und Katechismus zu orientieren bemüht, zum Scheitern in seinen Glaubensbemühungen verurteilt ist.

Dietrich Kothe Hohenfurch

Kein einziges Dogma lässt sich auf Jesus zurückführen. Religiöse Dogmen sind Merkpunkte einer Vereinsordnung, welche sich die Kirchenführungen im Laufe der Geschichte ausgedacht und als Glaubensgut für alle verbindlich festgelegt haben, um sich von anderen religiösen Vereinen zu unterscheiden. Häufig genug dienten diese Dogmen, in welchen sich der Wille Gottes artikulieren soll, der unseligen Verflechtung von „Thron und Altar“, d.h. der politischen wie auch religiösen Gängelung der Menschen durch die Machthaber. Der angebliche „Glaube des Volkes“ war dabei stets willkommenes Argument, um dem Dogma eine glaubwürdige Legitimation zu unterstellen. Kein einziges Dogma lässt sich auf die „Lehre Jesu“ zurückführen! Zumal Jesus selbst wohl keine Lehre aufstellte, sondern von jedem Individuum in souveräner Entscheidung eine Haltung bzw. eine Lebensausrichtung einforderte, die auf Barmherzigkeit gründete, weit weg von jeder gesetzlichen oder dogmatischen Regulierung. Jesus war ein Freund der Freiheit und ein Feind des Dogmas, weswegen er gerade von den dogmatisch besessenen religiösen Führern seiner Zeit ständig mit dem Tode bedroht und letztlich auch ermordet wurde. Der Apostel Paulus bringt die Haltung Jesu auf den Punkt: „Zur Freiheit hat uns Christus befreit! So steht nun fest und lasst euch nicht wieder das Joch der Knechtschaft auflegen! …wenn ihr durch das Gesetz gerecht werden wollt, dann habt ihr mit Christus nichts mehr zu tun, ihr seid aus der Gnade herausgefallen.“ (Gal 5,1-4) Paulus verkündet im Sinne Jesu eine Freiheit, die in der Liebe wirksam werden will.

Egon Weiß Fraunberg

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