Es ist zu hoffen, dass die kirchlichen Würdenträger überzeugender werden

AfD und Kirche; Leserforum 24. April

Der Islam hat in den vergangenen Jahren in vielen Ländern an Anziehungskraft verloren. Wer geglaubt hat, die christlichen Kirchen hätten durch Überzeugen ihrer Würdenträger an Anziehungskraft und Mitglieder gewinnen können, der hat sich geirrt. Mit zweifelhaften politischen Kommentierungen ihrer Würdenträger gelingt Anziehungskraft nicht, sondern nur mit der inhaltlichen Auseinandersetzung, mit dem was die Menschen glauben sollen. Die Menschen haben vermutlich nicht verstanden, dass das Christentum mit Gottvater, Sohn und Heiliger Geist und anderem mehr dem Wissen näher kommt als der Islam. Es ist zu hoffen, dass die kirchlichen Würdenträger religiös aktiver und überzeugender werden. 

Dieter Lewig Holzkirchen

Durch eine geschickte Politik der Beschönigung und Verdrängung gelang es der katholischen Kirche ihre – bestens erforschten – Verstrickungen in das NS-Regime von der breiten Öffentlichkeit fernzuhalten. Bereits 1933 erfuhr Hitler erste größere Anerkennung auf der Weltbühne der Diplomatie durch das im Vatikan feierlich unterzeichnete Reichkonkordat. Alle Bischöfe leisteten einen Treueeid auf sein Regime. Die Bischöfe in Österreich empfahlen ihren Schäfchen öffentlich, für den Anschluss zu stimmen. Eine Woche läuteten die Kirchenglocken nach dem Sieg über das katholische Polen im Sept. 1939. „Man müsse Gott dankbar sein, dieser hätte den Feldzug gesegnet“, so damals Militärbischof Franz Justus Rarkowski. Und folgerichtig wurde der Angriff auf Russland, 1941, kirchlicherseits denn auch als „Kreuzzug für Europa“ bezeichnet. Die päpstliche Fluchthilfeorganisation PCA brachte nach dem Krieg mit Hilfe des fanatischen Nazis Titularbischof Alois Hudal über die „Rattenlinie“ bluttriefende Naziverbrecher wie Stangl, Wagner, Barbie, Mengele oder Rauff nach Südamerika. Dies in vollem Wissen über die von ihnen begangenen Untaten. Von der unseligen Zusammenarbeit mit Franco, Mussolini und dem unglaublich brutalen Ustascha-Regime (Kroatien), bei dem sich besonders die Franziskaner hervortaten kündet selten eine Zeile. Auch die Verwicklungen der Kirche in den Genozid im katholischen Ruanda, mit 1 Million Toten – immerhin – deckt verschämt der Mantel des Schweigens. Unter Zugrundelegung historisch belegter Umstände ist die katholische Kirche nicht dazu prädestiniert, eine nicht verbotene demokratische Partei aktuell pauschal zu verunglimpfen und ihren Gläubigen, ideologisch durchsichtig motiviert, von deren Wahl abzuraten. 

Manfred Huber München

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