Ex-1860-Präsident Dieter Schneider gestorben

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Kein Halt mehr in ihrer Kirche

Theologie der Moderne; Leserbriefe 18. Juli

Vor ein paar Tagen hat ein Leser die Frage gestellt, warum sehr viel mehr Protestanten als Katholiken aus der Kirche austreten. Seine Frage ist berechtigt. Denn noch 1958 war Gesamtdeutschland ein Land der Reformation. Von der Gesamtbevölkerung von 72,8 Millionen waren 43,5 Millionen protestantisch, 25,8 Millionen katholisch und 3,5 Millionen andersgläubig. Selbst im Jahre der Wiedervereinigung - also nachdem während der DDR Zeit die allermeisten Protestanten schon ausgetreten waren – machten die Protestanten noch 28 Millionen aus und lagen damit mit einer Million über den Katholiken. In den Jahren 1997 bis 2015 sind 3.597.783 Millionen Katholiken und 5.037.178 Protestanten aus ihren Kirchen ausgetreten. Per 31.12.2015 machten die Katholiken 29 % und die Protestanten 27,2 %, also zusammen 56,2 % der Gesamtbevölkerung von 81,9 Millionen aus. Als Spross von zwei fränkischen Pfarrersgeschlechtern betrübt mich der Schwund der Protestanten natürlich sehr – vor allem im Hinblick darauf, dass wir im nächsten Jahr das 500-jährige Jubiläum der Reformation feiern werden. Unser Landesbischof und Vorsitzender der EKD, Heinrich Bedford-Strohm wird dann aber kein evangelisches Deutschland mehr vertreten können, sondern eher in der Rolle des Konkursverwalters auftreten müssen. Denn er repräsentiert keinesfalls die noch verbliebenen 27,2 Millionen Protestanten. Ein Kirchenbesuch von bundesweit zwei bis drei Prozent zeigt doch, dass die Protestanten gar keinen Halt mehr in ihrer Kirche verspüren. Ich kann nicht für alle ausgetreten Protestanten reden, aber ich kann meine Gründe nennen: viele der Aussagen hoher kirchlicher Vertreter - auch die des Landesbischofs - dienen nicht dazu, meinen Glauben zu stärken. Sie sind mir viel zu politisch. Ich stehe ein für Recht und Ordnung. Darunter verstehe ich mein Begehren, vor meinem Herrgott gerecht zu werden, indem ich die von ihm gegebenen Ordnungen versuche, einzuhalten. Soziale Gerechtigkeit bekommt die evangelische Kirche nicht durch ihre links-grüne Ausrichtung, sondern indem sie den Geist Gottes in die Menschen ausgießt. Mir fehlen in der evangelischen Kirche das Heilige, das Ehrfürchtige und die klare Entscheidung, sich für Jesus Christus zu bekennen. 

Johannes Schiller Gauting

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