Kirchengeld und Sozialsteuer

„Religion ist Privatsache“ und „Eine Sozialsteuer“; Leserbriefe 8. und 6./7. Februar

Der Konfessionslose oder derjenige, der sich mit dem Gedanken trägt, aus steuerlichen Gründen aus der Kirche auszutreten, darf die Rechnung nicht ohne das Kirchliche Steueramt machen. Ist die Person verheiratet und ein Partner ist weiterhin in der Kirche, dann zahlt der Konfessionslose, bei einer Zusammenveranlagung, doch Kirchensteuer; siehe § 51a EStG und Art. 9 Abs. 1 Nr. 2, Abs. 2 Nr. 2 KirchStG. Trägt der Konfessionslose im wesentlich höheren Maße zum Gesamteinkommen bei, wird es noch ungerechter. Er kann also getrost und ohne Gewissensbisse nach Bedarf eine Kirche aufsuchen. So einfach ist es mit der Sozialsteuer für Konfessionslose wohl doch nicht. Und so viel zum Thema säkularer Staat.

Hans-Joachim Diedering Eching

Es trifft nicht zu, dass die Kirchen für sehr viele soziale Aufgaben die Kirchensteuer verwenden; vielmehr schöpfen sie dafür unter anderem das Geld aus den vielen Spendentöpfen, die sie unter den verschiedensten wohlklingenden Namen eingerichtet haben, und in die auch viele Konfessionslose ihr Schärflein einbringen. Zum Beispiel für Kindertagesstätten, Alteneinrichtungen usw. kassieren die Kirchen hohe staatliche Leistungen, die auch die aus der Kirche ausgetretenen Mitbürger durch Zahlung ihrer Lohn-, Einkommens- und sonstigen Steuer mitfinanzieren. Nicht zu vergessen, dass die Kirchen keine Steuern zahlen, obwohl sie durch Schenkungen und Erbschaften große Immobilienschätze und riesiges Geldvermögen angehäuft haben. Und ein Erzbischof und Kardinal erhält wie jeder andere katholische und evangelische Pfarrer sein Gehalt nicht aus der Kirchensteuer, sondern aus dem Steuersäckel, aus dem auch der Polizeiobermeister bezahlt wird. Nur der erhält weniger als 2000 Euro im Monat, während der Herr Kardinal weit über 10 000 Euro hat, und das als Alleinstehender.

Heinz Ulmer München

Diese Leserbriefe sollte man nicht unwidersprochen stehen lassen. Die Kirche bezahlt ihr Personal selbst, über 50 % der Kirchensteuer werden dafür verwendet. Sie betreibt Kindergärten und andere Sozialeinrichtungen. Sie hält Kirchen instand, die mit zu den wichtigsten Kulturdenkmälern zählen und auch den Tourismus fördern. Im Gegensatz zu den Orthodoxen zum Beispiel in Kreta oder Zypern leisten sich unsere Bischöfe für unsere Verhältnisse (unser Land ist noch nicht pleite) keinen übertriebenen Luxus. Und zu Tebartz: Wurde schon einmal ein Politiker in Haftung genommen für die Millionen, die er in den Sand gesetzt hat? Eine Sozialsteuer gibt es in Spanien schon lange. Wenn man keine Religionsgemeinschaft ankreuzt, geht das Geld in staatliche Sozialleistungen. Dafür sind auch die allgemeinen Steuersätze niedriger. So werden Drückeberger zur Kasse gebeten, und damit herrscht Gerechtigkeit.

Herbert J. Uhl Baldham

Fast hätten Sie Recht gehabt, Frau Mahr und Herr Müller: Natürlich ist Religion Privatsache. Doch die Kirchensteuer ist keine Steuer des Staates, mit der er dann die Kirchen subventioniert. Der Staat ist in diesem Fall nur ein Dienstleister, der sich den Einzug der Kirchensteuer knallhart bezahlen lässt. Eigentlich müsste man es „Kirchgeld 1“ nennen, das im Auftrag der Kirchen der Staat einzieht. „Kirchgeld 2“ wäre dann – je nach Landeskirche (oder Diözese) – das zusätzlich noch direkt von den Gemeinden erhobene Kirchgeld.

Hans Ludwig und Susanne Heller Wessobrunn

Die Glaubenskrise der Christenheit in Europa, besonders in der BRD Deutschland. Angst, Unsicherheit und Aggression gegenüber dem Islam, haben ihren Ursprung in der gering gewordenen Überzeugtheit der Christen von ihrer eigenen christlichen Religion. Dort befinden sich die zehn Gebote und Jesu Gebet, das Vaterunser. Dort tritt uns die starke Person Jesus Christus entgegen in seinem Geist der Gottesliebe und Nächstenliebe. Wer die Bibel nicht kennt, kennt Gott nicht. Die Bundeskanzlerin zum Thema befragt. Sie sagte: „Warum Angst vor dem Islam“ Wir Christen beten und lesen die Bibel.“ – Unsere europäische Kultur fußt auf der Gottebenbildlichkeit jedes Menschen. Jede Person, in jeder Religion, ist von Gott geliebt und respektiert in ihrer Entscheidung. Ich entscheide mich für diesen Gott der Liebe.

 Frank Biermann München

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