Leserbriefe

Debatte ums Klima geht weiter

Es ist Zeit für einen umfassenden Umweltschutz; Leserforum 21. Oktober,Staat ist der größte Preistreiber; Leserforum 17. OktoberGeorg Anastasiadis: Deutschland: Ein Klima-Absurdistan; Kommentar 16. Oktober, Energiewende: Warum sich Deutschland verrechnet; Im Blickpunkt 14. Oktober

Das Klima hat sich immer geändert: Ja, aber nie in dieser extremen Geschwindigkeit, der sich Lebewesen kaum anpassen können. Siehe hierzu https://xkcd.com/1732/.

Mehr Menschen produzieren mehr Wärme: Unsinn. Diese Energie entstammt Lebensmitteln (Biomasse), ist also regenerativ. Und selbst die Wärme fossiler Brennstoffe ist nicht das Problem, sondern das dabei entstehende CO2.

Nur 0,04 % CO2 (400 ppm) in der Luft: richtig. Es klingt nicht viel, jedoch ist das dramatisch mehr als die vorindustriellen 280 ppm.

CO2 ist natürlich und unabdingbar für Pflanzenwachstum: Pflanzen nehmen CO2 in ihrem Lebenszyklus auf und geben es wieder ab. Sie produzieren aber kein neues. Bei Öl und Kohle aus der Tiefe besteht dieser Kreislauf nicht.

Die NASA spricht von „kosmischen Effekten“ als Ursache: Unsinn. Siehe den Leserbrief von Georg Aiwanger. Obwohl Klimawandel ein wissenschaftlich schwieriges Thema mit vielen Unsicherheiten ist, einige Dinge stehen fest: Unter anderem. dass die derzeitige rasante Erwärmung menschengemacht und nicht gut für uns ist.

Patrick Pöppel

München

Das einzig Beständige ist der Wandel – auch der Klimawandel. Da kann die Heilige Gretl noch so toben, und der Staat kann dem Volk noch so hohe CO2-Steuern abpressen wollen. Ohne Klimawandel gäbe es die Erde, so wie wir sie heute sehen, doch gar nicht! Der berechtigte Wunsch nach sauberer Luft und sauberem Wasser steht auf einem anderen Papier. Er könnte wohl am besten durch eine drastische Reduktion der Anzahl der Menschen auf der Erde erfüllt werden, damit einhergehend weniger Umweltzerstörung und Verbrauch an Ressourcen. Wir müssen ja nicht gleich aussterben, so wie unsere direkten Vorfahren.

Edith Glas

Peiting

Herr Gehringer wohnt bestimmt nicht in der Nähe einer Autobahn. Sonst hätte er Verständnis für ein Tempolimit. Ich wohne circa 200 Meter von der A 8 entfernt. Sie ist inzwischen drei- und über kurz oder lang vierspurig, ohne einen Schutz, die Autos werden immer mehr (das steht doch fest) und immer schneller. Vor allem nachts kann ich kein Fenster öffnen vor lauter Lärm. Deshalb ist es notwendig, zumindest ab 22 Uhr, Tempo 80 anzuordnen. Man sollte die Menschen schützen und nicht die Autos, vom Umweltschutz mag ich gar nicht zu sprechen. Warum haben fast alle Staaten Tempolimit. Sind diese dümmer als wir? Vielleicht kann ich Herrn Gehringer dazu bringen, dies auch mal von einer anderen Seite zu sehen.

Brigitta Mitschke

Brunnthal

Seit Rio 1992 vereinbaren die Staaten eine Senkung der Treibhausgase im Vergleich zu 1990, um einen Temperaturanstieg über 1,5 Grad mit irreversiblen katastrophalen Folgen für unseren Planeten abzuwenden. Wegen der Wiedervereinigung und das Abwickeln alter Ostindustrien gingen die CO2-Emissionen in Deutschland 1990 -92 um 10 % zurück, in den Folgejahren nochmals um ca 1% pro Jahr. Aber in den letzten 10 Jahren, 2009-2019, kam es zu einer kompletten Stagnation, die Treibhausgasemissionen wurden um Null/Nichts/ gesenkt! Auf dem Papier beschloss Deutschland 2014 eine Reduktion um 40% bis 2020 und brüstet sich seither mit diesen Zielvorgaben. Inzwischen gesteht Merkel, dass diese Ziele nicht erreicht werden können. Wie auch, schließlich werden Klimaerfolge wie der Ausbau der Erneuerbaren und technische Effizienzsteigerungen zunichte gemacht durch die Zunahme der Emissionen v.a.im Verkehrssektor, der 40% des deutschen Energieverbrauchs ausmacht. Und um dieses Komplettversagen zu überspielen, werden für die fernere Zukunft gleich noch höhere Klimaziele gesetzt, nämlich 55% bis 2030, die suggerieren sollen, man erkenne die Dringlichkeit und tue etwas. Das empfinde ich nicht nur als arglistige Täuschung, sondern als Betrug am Bürger. Die Regierung versagt klimapolitisch seit 10 Jahren auf ganzer Linie, weil sie nicht auf die Empfehlungen zigtausender Wissenschaftler hört, z.B. einen CO2-Preis einzuführen, der eine Lenkungsfunktion hat. Es ist fatal, dass Minister v.a. Parteifunktionäre sind, getrieben vom Ziel, wiedergewählt zu werden und mehr oder weniger gelenkt von Lobbyisten der Industrie. Insbesondere die Verkehrsminister Ramsauer, Dobrindt und Scheuer, alle CSU, haben sich jahrelang nur um die Maut gekümmert, statt eine dringend notwendige Energie- und Verkehrswende einzuleiten. Anzahl und Motorleistung der PKW sowie das Verkehrsaufkommen insgesamt nahmen eklatant zu. Schiene und Nahverkehr wurden sträflich vernachlässigt und platzen aus allen Nähten, Die Städte ersticken in Stau, Feinstaub und Lärm. Scheuers Vorschläge, E-Roller auf Busspuren zum Ausbremsen des Nahverkehrs zuzulassen, lassen vollends am Verstand zweifeln. Allein von 2012 bis 2017 haben die Treibhausgasemissionen im Verkehrssektor um 8,5% zugenommen. Das ist skandalös und ein Betrug an zukünftigen Generationen! Wenn Minister inkompetent sind, sollten sie abgelöst werden. Die Dringlichkeit des Klimawandels hat eine Expertenregierung verdient.

Dr. Irene Gollreiter-Braunfels

Oberhaching

Schon mit den ersten beiden Sätzen machen „die drei Professoren aus Heidelberg“ den erwarteten Kotau vor der Political Correctness - heute für jede Karriere wichtig - indem sie das Vorliegen von „inzwischen überwältigenden wissenschaftlichen Ergebnissen“ für eine von stetigem C02-Anstieg abhängige, fortschreitende Klimaerwärmung beschwören. Sie schlussfolgern dies wohl aus der weltweit praktizierten Unterdrückung jeder wissenschaftlich stringenten, aber in die „falsche“ Richtung weisenden Erkenntnis. Der Kardinalfehler dabei ist die Annahme, fehlende fachliche Argumente durch Amt, Stellung, Popularität oder Autorität ersetzen zu können: Linientreuer Aktivismus/Fanatismus statt ehrlicher Kompetenz? Letztere kann MIT-Prof, Dr, Richard Lindzen, Amerikas überragendem Atmosphärenphysiker, kaum abgesprochen werden, der bezüglich „Konsens“ und „Globale Erwärmung“-Alarmismus ätzend bemerkte: „Der Konsens war erreicht, noch bevor die Forschung dazu überhaupt begonnen hatte.“ Nur ein Professor, aber er sprach zu seinem ureigenen Fachgebiet. Albert Einstein soll als Reaktion auf das Buch „Einhundert Autoren gegen Einstein“ das seine neue Theorie der Relativität anzweifelte, gesagt haben: „Warum 100 Autoren? Wenn ich unrecht hätte, dann hätte einer gereicht.“ Eine Tatsache kann auch 1000 Experten widerlegen.

Helmut von Witsch

Freising

Der Grad an Desinformation zum Thema Klimawandel, wie er in den Leserbriefen des Merkur zum Ausdruck kommt, sprengt meine Vorstellungskraft. Das ist auch von den Medien gemacht. Hauptaussage, das Klima hat sich schon immer gewandelt. Das ist sehr beunruhigend, es zeigt wie instabil und leicht beeinflussbar es ist, auch durch den Menschen. Die mittlere Erdtemperatur steigt seit der Industrialisierung durch Ausstoß von fossilem CO2, sein Gehalt in der Atmosphäre hat sich fast verdoppelt. Erstmals haben die Wissenschaftler von Exxon, einem Erdölkonzern, im Jahr 1976 prognostiziert, dass Ölverbrennung das Klima verändern wird. Die NASA kam erst zehn Jahre später zum gleichen Ergebnis. Dieses für die Menschheit so wichtige Ergebnis wurde lange geheim gehalten, der verharmlosende Begriff „Klimawandel“ stammt aus der PR Abteilung von Exxon, auch die gesäten Zweifel über die eigenen Ergebnisse. CO2 lässt sich mit Infrarotspektroskopie leicht und genau bestimmen, es ist der dominante Absorptionspeak im Luftspektrum. In der Erdatmosphäre lagern ca 830 Milliarden Tonnen CO2. Das ist etwa so viel wie unsere Wälder derzeit speichern, so wichtig sind unsere Wälder! Abrennen der Wälder wird den Gehalt an CO2 also noch mal verdoppeln. Pro Jahr werden weltweit durch Verbrennen etwa 60 Milliarden Tonnen frei gesetzt. Das führt in 15 Jahren auch zu einer Verdoppelung, wenn wir den Ausstoß nicht reduzieren. Die Menschheit ist eindeutig klimarelevant, das ist so sicher wie die Schwerkraft. Das von FCKW erzeugte Ozonloch hat das schon vor zehn Jahren bewiesen.

Dr. rer. nat. Wolfgang Doster

Erding

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