Reflexartiges Wutgeheul

Diskussion um Klimapolitik; Leserforum 8. Juni

Meine Güte, wenn man das alles so liest, fehlt nur noch eine winzige mediale Erregungswoge und Mr. Trump ist fällig für den Ehrentitel Beelzebub oder Tölpel des Jahres. Friedensengel, Weltenretter und Guantanamo-Chef Obama dürfte derweilen vor Lachen vom Golfwägelchen fallen. Ich unterstelle mal, dass nicht alle US-Wähler völlig verblödet sind. Obamas blendende Rhetorik konnte eben nicht alle Defizite seiner Politik überstrahlen, und die Aussicht auf weitere Jahre mit der geschäftstüchtigen Clinton-Dynastie war wohl auch nicht so berauschend. Eine Alternative zum ranzigen Polit-Establishment war gefragt! Das, und nichts Anderes, war Trumps Chance zum Erfolg. Der setzt nun sein angekündigtes Wahlprogramm um. Und das beinhaltet nun mal Tritte gegen die Schienbeine der selbstgewissen, selbstverliebten, selbsternannten Experten und Eliten aller Art. Weiter so Mr. President! 

Dieter Hitzek Krün

Es wird doch so viel über die Erwärmung der Erde geschrieben. Der Mensch tut so, als hätte er die Erde erschaffen. Hatten wir nicht auch schon Eiszeit, obwohl es kein Auto noch Flugzeug gab. Dabei sind doch wir nicht einmal fähig, ein Wesen zu erfinden, dass sich selber vermehrt. Also stammt doch die ganze Schöpfung nicht vom Menschen. Es wäre besser, sich darüber einmal Gedanken zu machen. Von wem stammt alles, was wir sehen? 

Richard Hartung München 

Dem kritischen („skeptischen“) Beobachter der Politszene war rasch klar, was der uneingestandene Auslöser für die mit seriöser Berichterstattung unvereinbare, zeitgeistkonforme Lieblingsbeschäftigung der Medien – das Trump-Bashing – gewesen ist: Trumps Einstellung und Aussagen zum postmodernen Dogma „Anthropogenic Global Warming” (AGW = Klimawandel, menschengemacht). Reflexartig – Reflexe sind Reaktionen ohne bewusste Kontrolle durch das Gehirn und daher besonders fix – erhob sich in Politik und Medien ein Wutgeheul, das mit nichts weniger gemein hat als mit dem pfingstlichem Brausen des Heiligen Geistes. Allen Profiteuren, Schmarotzern und Kostgängern der herrschenden Klimadoktrin war sofort klar: Dieser Mann muss zur Stecke gebracht/unschädlich gemacht werden – und zwar mit allen Mitteln – bevor er ihre so wunderbar trickreich eingefädelte Agenda ernsthaft schädigen, ihre Einfluss und Einkommen sichernde Pfründe gefährden und ihnen den Nasenring aus der Hand schlagen könnte, an dem sich die gesamte Planetenbevölkerung bisher scheinbar so willig auf jeden erdenklichen Irrweg führen ließ. Dass der Mann ein – Pardon – Kotzbrocken ist, erleichtert ihre Arbeit ungemein: Da braucht es keine echten Argumente, es reicht die endlose Wiederholung zurechtgezimmerter, vorgeblich allgemein bekannter Fakten. Wir retten schließlich den Planeten! Wenn nun plötzlich, ganz unerwartet, einige – natürlich aus dem (Was brauchen wir noch mehr?) rechten Spektrum – aus der Reihe tanzen und laut zu denken beginnen, macht man am besten schon mal die Kampfhunde scharf; Moral und Hirn sind längst der Karriere untergeordnet. Und wenn eine ehemalige FDJ-Funktionärin für Propaganda der DDR – ja: Angela Merkel – prophezeit, der Klimaschutz sei nicht aufzuhalten, halte ich dagegen und befürchte: Dummheit auch nicht! Und wenn sie alle emotionalen Register zieht – bei Spendenaktionen gemeinhin ein Kriterium für fragwürdige Absichten: ,,die Zukunft unseres Planeten für unsere Mutter Erde, um die Schöpfung zu bewahren. Nichts kann und wird uns dabei aufhalten“ überzeugt das so wenig wie das Pfeifen im dunklen Wald. AGW macht mir keine Angst, weil ich gut informiert bin, aber der Machthunger dieser Frau. 

Helmut von Witsch Freising

Herr Dr. Rothdach mag in einigen seiner Schlüsse danebenliegen; mit seinen Fakten hat er Recht. Die Möglichkeiten der Menschen, auf das globale Klima einzuwirken, gehen gegen Null. Das bedeutet nicht, dass wir nicht unsere Ressourcen schonen und Emissionen wie Feinstaub reduzieren müssen. Aber bei den Emissionen geht es um unsere Gesundheit, und in diesen Beiträgen um das Klima. Nach dem Spiegel-Artikel 1986, mit dem Kölner Dom in einem riesigen See auf der Titelseite wurde das IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Control) und UNEP (United Nations Environmental Program) gegründet. Der VP des IPCC, John Houghton, schrieb 1994: „Solange wir keine Katastrophe ankündigen, wir niemand zuhören!“ Ich gebe Ihnen einige Fakten: 1) Ohne den natürlichen Treibhauseffekt läge die durchschnittliche Temperatur auf der Erdoberfläche bei -18°C – wir sollten daher dafür dankbar sein. 2) Die Reflektion der langwelligen Wärmestrahlen in der Troposphäre geschieht zum allergrößten Teil durch Wasserdampf und damit letztendlich durch die Sonne. 3) Der Anteil des Wasserdampfes in der Atmosphäre liegt zwischen 0,5 und 4% - der des CO2 bei 0,0004% 4) CO2 hat eine Wichte von 1,53 der Luft, kann sich also nicht dort oben in der Troposphäre halten, sondern sackt zu Boden. 5) Die derzeitige CO2 – Konzentration liegt bei ca. 400ppm: vor 100 – 300 Millionen Jahren lag sie bei bis zu 3000 ppm, also 7,5x so hoch wie heute. 6) Vor 11000 Jahren lag der Meeresspiegel ca. 50m tiefer als heute – man konnte trockenen Fußes nach England gehen. Vor 4000 Jahren lag er nur noch 5m tiefer – er ist also in 5000 Jahren um ca. 45m gestiegen, ohne Zutun der Menschen. 7) Wir Menschen atmen im Schnitt rund 2kg CO2 /Tag aus; da wir heute rund 5 Milliarden Menschen mehr auf der Erde sind als noch vor 65 Jahren, sind das 10 Milliarden kg =10 Millionen t /Tag – ein Vielfaches des CO2 – Ausstoßes aller PKW. Die gesamte Erdbevölkerung kommt so auf 15 Millionen t/Tag! Ein anderer gravierender Aspekt des Bevölkerungswachstums ist das Essen… 8) CO2 ist bis hin zu Konzentrationen von 800 – 1000 ppm sehr gut für das Wachstum fast aller Pflanzen (weshalb findige Bauern Gewächshäuser mit CO2-Injektion verwenden). Bei 800ppm liegt die Ernte von Reis, Roggen, Gerste und Hafer bei Faktor 1,8 gegenüber 300ppm: diesen Wert (300ppm) hatten wir zuletzt vor dem zweiten Weltkrieg. 9) Der viel gepriesene Handel mit Zertifikaten macht nur die Händler reich auf Kosten der Bürger: ein Waldbesitzer forstet auf, bekommt ein Zertifikat (nach Abzug der Ausgaben des Händlers), verkauft es mit Gewinn an eine Dreckschleuder (Kohlekraftwerk z.B.), dieses muss daher nicht in die Luftreinhaltung investieren. Die Kosten des Zertifikats legt es auf die Stromkunden um. Die Auswirkung auf die Umwelt ist Null.

 Jürgen Ockens Nandlstadt

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