Fast alle gegen Bürgerversicherung

Gleichmacherei muss kein Vorteil sein; Leserforum 5./6./7. Januar

Im Leserbrief wird erwähnt, dass die PKV seit Jahren Milliarden für ihre Versicherten auf die Seite legt, um die Beiträge im Alter stabil zu halten und dass die Beitragssteigerung der PKV nicht höher ist als die der GKV. Ich weiß nicht bei welcher PKV der Leserbriefschreiber ist, bei meiner Kasse ist das anscheinend nicht der Fall. Ich bin seit einigen Jahren in Rente und habe bisher schon mehrmals sog. Beitragsanpassungen erhalten mit bis zu 5%, heuer sogar 12 %! Pflichtgemäß hat mir meine PKV anlässlich der Beitragserhöhung wieder ein paar „günstigere“ Tarife angeboten. Trotz deutlicher Leistungseinschränkungen bzw. höherer Selbstbeteiligung sind diese Tarife aber immer noch teurer als der Tarif des vergangenen Jahres. Für Beamte und Pensionäre, die laut Merkur vom 29. November 2017 zusammen circa 42 % der Privatversicherten stellen, sind wegen der staatlichen Beihilfen (50 % bzw. 70 % bei Pensionären) steigende Beiträge im Alter kein so großes Problem. Ich kann deshalb nur allen, die im Alter auf die gesetzliche Rente angewiesen sein werden, von der privaten Krankenversicherung abraten. 

Gerd Fuchshuber Erding 

Man hat den Eindruck, alle Interessenverbände schießen sich auf den SPD-Vorschlag einer Bürgerversicherung ein. Warum eigentlich? Es kommt auf die Ausgestaltung an. Wenn man den Versichertenkreis und eventuell auch Beitragsbemessungsgrundlagen erweitert, steigen natürlich die Einnahmen der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), was auch der Ausgabenseite zugutekäme. Die private Krankenversicherung lebt hauptsächlich von Rosinenpickerei. Weshalb eigentlich können sich ausgerechnet Gutverdiener aus der GKV = Solidargemeinschaft verabschieden und sich Geld sparen? Die Versicherung vom Beamten (auch Politikern) mit Beihilfeberechtigung in der PKV ist sowieso ein Zopf aus der Bismarckzeit. Spart der Staat tatsächlich? Die GKV bietet viele Vorteile, wie die kostenfreie Mitversicherung von Familienangehörigen und muss andererseits als Sammelbecken für alle Personenkreise, auch sozial Schwache herhalten. 90 v. H. aller Bundesbürger sind dort versichert. Viele Länder beneiden uns um dieses System. Alle Profiteure unseres zweigleisigen Systems versuchen trotzdem die GKV mies zu machen - also Gutverdiener, Beamte, Politiker, die Versicherungswirtschaft, Ärzteverbände etc. etc. Natürlich gibt es zu viele Krankenkassen, aber es gab auch schon viele Fusionen und auch in der PKV fallen Verwaltungskosten an. Auch bleibt es jedem unbenommen, sich privat zusätzlich abzusichern. Aber jede Wette - die Bürgerversicherung wird nicht kommen - unsere Entscheidungsträger und Eliten wollen sie nicht. 

Max Schmid Wörth

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