Das Kreuz mit dem Kreuz

Wichtiges Symbol; Leserforum 24. Januar, Politische Debatte um das Kreuz im Gerichtssaal; Bayern 23. Januar

Als bekennender Christ möchte ich dem Miesbacher Jugendrichter Klaus-Jürgen Schmid meine Hochachtung für dieses sicher sehr gründlich und umfassend überlegte Handeln aussprechen. Jenseits jeglicher Polemik bleibt festzuhalten, was unstrittig in unseren Gerichtssälen zu gelten hat. Die unbedingte Trennung von Kirche und Staat. Urteile ergehen im Namen des Volkes und nicht im Namen des Herrn. Das Recht auf freie Meinungsäußerung steht Gott sei Dank, bei uns an sehr gewichtiger Stelle. Dies ermöglicht es mir ganz persönlich, der Wirtschaftsministerin, Frau Ilse Aigner, entschieden zu widersprechen. Unzählige Kriege wurden im Namen Gottes geführt. Religionsfürsten hatten und haben bis heute die Ansicht „Ihr Glaube“ sei der alleinig richtige! Hier geht es nicht um religiöse Toleranz, sondern ausschließlich um den bestehenden Tatvorwurf. Mit dem Abnehmen des Kreuzes wird dem jungen Angeklagten durch eigene Anschauung verdeutlicht, dass hier das Gesetz der Bundesrepublik Deutschland zur Anwendung kommt, und sonst nichts! So wird er besser und vor allem nachhaltiger lernen so er denn lernen will! 

Günther Kalteis Oberschleißheim 

Das Kreuz mit dem Kreuz: Ein Blick ins Gesetz verdeutlicht, dass neben unserem Grundgesetz die Zivilprozessordnung, die Beamten- und Richtergesetze und das Soldatengesetz zum Thema der Religionsfreiheit sehr offen sind und jedem anders Gläubigen oder Denkenden das Recht geben, zum Beispiel in der Eidesformel von der religiösen Beteuerung „so wahr mir Gott helfe“ Abstand nehmen zu können. Soweit es im Fall des Richters Klaus-Jürgen Schmid darum geht, ob er im Rahmen seiner richterlichen Unabhängigkeit befugt war, das Kreuz in der besagten Verhandlung aus Rücksichtnahme zur religiösen Befindlichkeit des Beschuldigten abzunehmen, wird man dies wohl bejahen können, wenn‘s, wie es so schön heißt, der Wahrheitsfindung dient. Ich bezweifle allerdings, ob eine dauerhafte Entfernung des Kreuzes (wie es wohl Herr Schmid vor hat) von der richterlichen Unabhängigkeit noch gedeckt ist. Die Frage ist auch, was geschieht, wenn ein anderer Richterkollege in seiner Verhandlung das Kreuz, das ja auch ein Symbol für Gerechtigkeit ist, wieder anbringen möchte? Soweit der materielle Aspekt dieser Angelegenheit zur Aktion von Herrn Schmid. Ob diese auch das Prädikat von sozialer Kompetenz, Beachtung der Wertvorstellungen vieler Menschen in unserem Land und Feinfühligkeit für sich in Anspruch nehmen darf, mag jeder für sich selbst entscheiden. Ich bin der Ansicht, dass das Kreuz an der Wand ebenso wie die Kirche im Dorf Teil unserer christlich-abendländischen Kultur sind und auch heute noch ihre Berechtigung in unserem sozialen Leben haben. Das Kreuz, wo auch immer, gehört seit über 2000 Jahren zu unserer Geschichte und das sollte als Symbol auch so bleiben und ich würde es auch nicht wegen Befindlichkeiten Andersdenkender abnehmen. Diesen Respekt sollte jeder, der zu uns kommt oder anders denkt, erbringen. 

Frank Dopfer Hohenschäftlarn

Bayern ist ein säkularisiertes Land, Staat und Religion sind getrennt. Die katholische Kirche und die CSU aber führen sich so auf, als ob es diese Trennung nicht gibt. Deshalb mein großer Respekt für diesen aufgeklärten Miesbacher Jugendrichter, der vor einem Prozess gegen einen jungen Moslem das christliche Symbol Kruzifix aus dem Gerichtssaal entfernen ließ. Und Anerkennung vor allem auch, dass er konsequenterweise das Kreuz jetzt gar nicht mehr aufhängen lassen will. Auch Symbole der Moslems und anderer Religionen haben im Gerichtssaal nichts zu suchen. Dem Juristen aus Oberland ist nur zu wünschen, dass er trotz aller Anfeindungen standhaft bleibt und weiter Recht gemäß unserer Verfassung spricht – ohne Kreuz. 

Peter Kühn München

Muss sich da nicht unser Schöpfer denken: „Oh, ihr blinde Menschheit, bedenkt ihr denn nicht, dass Jesus Christus für euch alle gelitten hat und gestorben ist, egal ob ungläubig, oder welchen Glaubens auch immer, auch egal welcher Art, Europäer, Afrikaner, Amerikaner, Asiaten usw.?“ „So gilt dieses Zeichen, das Kreuz, doch logischerweise auch für euch alle Menschen als Hinweis und zur Erinnerung an mich, euren Schöpfer. Egal auch, wie ihr mich nennt!“ 

Frank Hausmaninger Petershausen

Wenn Wirtschaftsministerin Ilse Aigner die Entscheidung eines Miesbacher Richters, nicht nachvollziehen kann, das im Verhandlungssaal hängende Kruzifix abzuhängen, kann man ihr nur zustimmen. Dabei spielt es eigentlich keine Rolle, dass der Richter erst wegen seines Prozesses gegen einen afghanischen Asylbewerber, der pikanterweise, wegen Bedrohung von Christen vor Gericht erscheinen musste, auf diese Idee kam. Die Religionsfreiheit ist ein Grundrecht, das in Artikel 4. des Grundgesetzes normiert ist und für alle in Deutschland lebenden Menschen und deren religiösen Überzeugungen gilt. Dabei sind es nun einmal die christlichen Religionen, die seit mehr als tausend Jahren überall in Europa wesentlich zur Entwicklung der Kulturgesellschaften, ihrer Traditionen und Gebräuchen beigetragen haben und heute noch beitragen. Dazu gehören im katholisch geprägtem Oberbayern die Kreuze, die weitverbreitet über das Land errichtet wurden, aber auch die Kruzifixe, die in Schulen, Krankenhäusern, Ämtern und eben auch Gerichtssälen hängen und hoffentlich dort auch bleiben werden. Während die Religionsfreiheit auch die Achtung vor anderen Religionen wie dem Islam bedingt, bedeutet das nicht, dass eigene religiöse Traditionen und überlieferte Gebräuche schlicht aufgegeben werden. Leider tut der Jugendrichter Schmid genau das, wenn er ein Kruzifix abhängt, um dem jungen, nachweislich islamistisch eingestellten Afghanen zu zeigen, dass in Deutschland die Religion nicht über den Gesetzen steht. 

Peter Hütz Krailling

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