Verständnis für christliche Symbole

Das Kreuz mit dem Kreuz; Wichtiges Symbol; Leserforum 25. und 24. Januar, Politische Debatte um das Kreuz im Gerichtssaal; Bayern 23. Januar, Richter hängt Kreuz im Saal ab; Bayern 13./14. Januar

Der Leserbriefschreiber Anton Krahl führt an, dass das Justizministerium die Aktion des Richters befürwortete mit der Begründung, dass das Kreuz eine unzumutbare innere Belastung darstelle. Hat das Kreuz etwa eine Wirkung auf den angeklagten Moslem wie auf einen Vampir? Das würde auch erklären, warum die bayerischen Kirchenfürsten bei ihrem Jerusalem-Besuch ihr Brustkreuz ablegten. Es wäre ja schön, wenn das Kreuz tatsächlich einen solchen Effekt gegenüber radikalen Islamisten hätte. 

Peter N. Schmitz Emmering

Muss sich da nicht unser Schöpfer denken: Oh, ihr blinde Menschheit, bedenkt ihr denn nicht, dass Jesus Christus für euch alle gelitten hat und gestorben ist, egal ob ungläubig, oder welchen Glaubens auch immer, auch egal welcher Art, Europäer, Afrikaner, Amerikaner, Asiaten usw.? So gilt dieses Zeichen, das Kreuz, doch logischerweise auch für euch alle Menschen als Hinweis und zur Erinnerung an mich, euren Schöpfer. Egal auch, wie ihr mich nennt! 

Frank Hausmaninger Petershausen

Ähnliches ist zwar schon manches mal aufgekommen und gefordert worden, aber dass ein Richter von sich aus schon im Vorfeld der Verhandlung das Kreuz abhängt, das ist für mich neu. Ist das die sogenannte Toleranz der Toleranten? Glaubt vielleicht jemand, dass in muslimischen Ländern solche Befindlichkeiten anderer beachtet werden. Und darf in einem säkularisierten Land kein Kreuz in öffentlichen Gebäuden hängen? Das erinnert mich fatal an die Zeit vor 84 Jahren, da mussten die Kreuze auch abgehängt werden. Anscheinend sind diese Zeiten wieder im Kommen. 

Marianne Vordermaier Anzing

Es ist zu bedauern, wie falsch das Christentum und seine Symbole heute sogar im bayerischen Oberland verstanden werden. Es geht beim Kreuz doch nicht um etwas, das ein schwindender Teil der Gesellschaft einer zunehmenden Mehrheit religiös-ideologisch aufoktroyiert. Es ist weder politisches, noch moralisches Symbol und will auch niemandem als Marterwerkzeug Christi ein schlechtes Gewissen machen. Dass Kreuze in deutschen Gerichtssälen trotz Trennung von Kirche und Staat hängen, hat einen anderen Grund. Es gab eine Zeit, da die Kreuze aus allen öffentlichen Gebäuden in Deutschland entfernt werden mussten. Auch damals wurde von den Gerichten streng nach den geltenden Gesetzen geurteilt. Aus den Erfahrungen dieser Zeit heraus brachte man die Kreuze wieder an, weil man trotz Trennung von Staat und Kirche darauf hinweisen wollte, dass sich dieser Staat in der Verantwortung vor Gott, seiner unumstößlichen Gerechtigkeit und Menschenliebe versteht, wie es im Grundgesetz heißt. Es hat dann auch seinen guten Grund, weshalb das Kreuz hinter dem Richter hängt. Zum einen weiß das Gericht Gottes Weisungen in der Bibel, auf denen unsere Gesellschaft seit Jahrtausenden steht, hinter sich, zum anderen muss er sich bei seiner Arbeit bewusst sein, dass ihm Gott quasi über die Schulter schaut, ob er auch gemäß seiner Gnade und Gerechtigkeit handelt und urteilt, er also die Gesetze im Sinne Gottes auslegt und nicht vielleicht nach eigener Willkür. Schade, dass der Miesbacher Jugendrichter das nicht weiß. 

Dr. Georg Glonner München

Weniger Emotionen, mehr Sachlichkeit wären hilfreich. Ob Kreuze in den Gerichtssaal gehören oder nicht, darüber ist Volkes Meinung sicher geteilt. Ob sie reinkommen oder nicht, das sollten die zuständigen Behörden im Dialog mit den Kirchen entscheiden, nicht ein narzisstischer Landrichter und schon gleich gar nicht ein straffällig gewordener Schutzsuchender. So einfach ist das. 

Gerhard Fichtner München

„Und dass ihr euch kein geschnitztes Bild macht, die Gestalt von irgendetwas, weswegen dein Gott dir geboten hat. Denn dein Gott ist ein verzehrendes Feuer, ein Gott, der ausschließliche Ergebenheit fordert.“ Das steht im 5. Buch Mose, Kapitel 4, Verse 23 und 24. 

Annemarie Reif Markt Indersdorf

Ich möchte mich bei Günther Kalteis und Peter Kühn für Ihre Leserbriefe bedanken. Sie haben Recht, ein Kreuz sollte nicht in einem Gerichtssaal hängen. Nicht nur weil dort rechtsstaatlich und nicht kirchlich geurteilt wird, sondern auch, weil das Kreuz in der Anschauung der Christenheit die „Mordwaffe“ war, die Jesus zu Tode brachte. Wenn er durch die Guillotine gestorben wäre, würde man sicher nicht ein Modell davon aufhängen. Aus dieser Betrachtung heraus ist das Kreuz kein Symbol, das verehrungswürdig ist. In Wahrheit hat das Kreuz einen anderen Ursprung, als der wie allgemein angenommen. Im Buch von J. D. Parson „The Non-Christian Cross“ heißt es: In der griechischen Übersetzung der christlichen Schriften ist kein Beweis dafür zu finden, dass der darin verwendete Ausdruck „stauros“ (an manchen Stellen auch „xylon“) etwas anderes bedeutet als ein einziges Holzstück, also einen Pfahl ohne Querbalken. Die Form des Kreuzes hatte ihren Ursprung im alten Chaldäa vorchristlicher Zeit und wurde dort und in den angrenzenden Ländern als das Symbol des babylonischen Gottes Tammuz gebraucht. „Um das Prestige des abgefallenen Kirchensystems im 3.Jahrhundert zu heben, wurden Heiden, ohne durch den Glauben reformiert worden zu sein, in die Kirchen aufgenommen und es wurde ihnen erlaubt, ihre heidnischen Zeichen und Symbole beizubehalten. Somit wurde das T als das Kreuz Christi darstellend angenommen“. Aus „An Expository Dictionary of New Testament Words, London, 1962 von W.E.Vine. 

Hildegard Beiderbeck Kreuth

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