Kofi Annan ist gestorben

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Aufgebauschte Debatte

Die Kreuz-Debatte in Bayern; Leserforum 14. Mai, Kreuzerlass: Seehofer greift Marx an; Titelseite 12./13. Mai

Es geht nicht um das Aufhängen der Kreuze generell, sondern um den Zeitpunkt der Anordnung. Für mich unübersehbar Wahlkampfmethode! 

Anneliese Scholz Fischbachau

Bis das christliche Abendland 15 Jahrhunderte alt war, hatte die Kirche die Erziehungshoheit. Seither sind die Kinder ihrer Mutter über den Kopf gewachsen. Nun hat die Weltlichkeit, der Staat sie am Hals. Sie liegen ihm auf der Pelle mit immer mehr Forderungen und Wünschen, brauchen fördern an allen Fronten, sind nicht sattzukriegen und fressen ihm bald die Haare vom Kopf (das darf man schon einmal auch so sehen). Ihr Freiheitsdrang ist nicht zu bändigen und mit zigtausenden Gesetzen allein kaum zu lenken. Da kommt Landesvater Söder sich langsam als alleinerziehender Vater Freistaat vor. Mit dem Kreuzerlass gibt er der Kirche den Wink, sie möge wieder mehr Autorität an seiner Seite für die Reifung ihrer erwachsen werden wollenden Sprösslinge zeigen. Das meint Landesopa Seehofer auch. Sie sollte mit ihren zehn Geboten sein gesetzliches Regelwerk unterstützen. Dass sich die junge Demokratie an die christlich geprägte bayerische Hausordnung hält. Damit es nicht darunter und drüber geht mit den vielen Freunden aus aller Welt, die sie mit ins Haus bringt. 

Stefan Silbernagl Moorenweis

Die aufgebauschte Kreuz-Debatte ist nicht ohne die vorherige Islamdiskussion zu erklären. Wegen der Befürchtungen bei der nächsten Wahl wollte man auf diese Weise ein weiteres demonstratives Zeichen setzen, in dem man das Kreuz gewissermaßen als Gegenpol gegen den Islam in Stellung brachte; was in der Tat Spaltung und Unruhe auslöste. Und genau dies wollte Kardinal Marx vermeiden und nichts anderes. Seine Entscheidung war deshalb angemessen und klug. Ihm deshalb Unverständlichkeit zu attestieren, halte ich für wenig intelligent und wiederum populistisch. Lassen wir es doch bei der inzwischen artikulierten Erkenntnis, dass zumindest alle friedlich hier lebenden gläubigen Moslems und Muslimas eindeutig zur deutschen Wirklichkeit und zu uns gehören. Damit ist das „Problem“ doch hinreichend gelöst, egal wie die Wahl ausgeht. Den entstandenen Ärger mit diesem Hintergrund hätten wir uns sparen können. 

Werner Rupp Baldham

Im Grunde halte ich die ausführliche Debatte um das Aufhängen eines Kreuzes in den entsprechenden Amtsstuben durch den bayerischen Ministerpräsidenten recht positiv, teilweise allerdings auch verwunderlich. Es ist doch wohl für jedermann einsichtig, dass unsere bayerische Landeskultur auf der Religion des Christentums aufgebaut ist. Der Jahresablauf mit seinen christlichen Festen und entsprechenden Feiertagen ist von der christlichen Religion geprägt, sogar die Ferienordnung der Schulen richtet sich danach. Wer die bayerischen Lande durchwandert oder durchfährt, wird viele Wegkreuze oder Kapellen bemerken. Vielleicht besucht er auch einmal eine unser wunderschönen Barock- oder Rokokokirchen. In jüngster Zeit versucht man zwar christliche Feste mit anderen Inhalten zu übertünchen, zum Beispiel wird der Christi Himmelfahrtstag zum weltlichen Vatertag, aber die großen christlichen Feste bleiben, schon aus wirtschaftlichen Gründen. Sogar unsere Verfassungen sind auf christlichen Grundsätzen aufgebaut, z.B. Artikel 1 (1) des Grundgesetzes, „Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen, ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.“ Dahinter steckt doch die religiöse Aussage von der Gotteskindschaft der Menschen. Noch eine christliche Aussage zum Verhalten gegenüber den zahlreichen Flüchtlingen, die in unser Land strömen. Zu nennen ist hier das Gleichnis vom barmherzigen Samariter. Da berichtet der Evangelist Lukas: „Er trat hinzu (der barmherzige Samariter zu den Verletzten, den die Räuber überfallen hatten) goss Öl und Wein auf seine Wunden und verband sie. Dann setzte er ihn auf sein Reittier und brachte ihn in eine Herberge und sorgte noch für ihn. Des andern Tags zog er zwei Denare aus dem Beutel, gab sie dem Wirt und sprach.“ Sorge für ihn! Was du darüber noch aufwendest, will ich dir nach meiner Rückkehr bezahlen:“ Er hat den Verletzten also nicht mit in sein Heim genommen. „Und Jesus sprach zu dem Gesetzeslehrer; „Geh hin und tu desgleichen.“ ( Lk. 10.25 – 37 ) Übertragen auf unsere Gegenwart, so meine ich, Europa bzw. Deutschland, ist verpflichtet, den Menschen des Kontinents Afrika oder Vorderasien zu helfen, dass sie nicht ihre Heimat aus Not und Elend verlassen müssen. Insofern ist unser Entwicklungshilfeminister auf dem richtigen Weg. Abschließend ist festzustellen, unser bayerische Ministerpräsident hat schlicht und einfach konsequent gehandelt. 

Ernst Heidenreich Grafing

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