Leserbriefe

Kurt Lichtwitz hätte Besseres verdient

Klaus Vick: Straßen-Streit an der Isar; München 11. Februar

Weil sture Prinzipien-Reiterei offenbar das Münchner Kommunalreferat beseelt, kommt es zu der wirklich als „unwürdig“ zu bezeichnenden Benennung einer Straße, die nur Parkplätze und Müllcontainer versorgt. Peinlich, dass damit an den jüdischen Klinikdirektor Kurt Lichtwitz erinnert werden soll. Er hätte Besseres verdient. Den zwei Kliniken wäre es durchaus möglich und zumutbar, ihre Adressen mittelfristig zu ändern. Schon einmal hat das Kommunalreferat mit dieser unflexiblen Haltung, keine bestehenden Straßennamen zu ändern, den Amtsschimmel wiehern lassen. Nach dem Tod der bekannten Künstlerin Margot Hielscher wäre ein Weg direkt neben ihrem Haus umzubenennen gewesen, was den Bezug der Erinnerung jedermann verständlich gemacht hätte. Niemand wäre von einer Adressenänderung betroffen gewesen. Aber nein! Jetzt kann man im weit vom Lebensmittelpunkt der Sänger/Schauspielerin entfernten Vorort Lochhausen, in einem Neubaugebiet, den Namen Margot Hielscher finden, ohne jeden Bezug zu ihrer Wohn- und Wirkungsstätte. Dem Medizinprofessor Sigmund Silber sei Lob und Dank gesagt, dass er solche Fehlleistungen des Münchner Kommunalreferats und des beschließenden Kommunalausschusses im Stadtrat ans Licht der Öffentlichkeit bringt.

Prof. Eugen Rabold München

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