Neuheidnischer Naturglaube und esoterischer Wolfsschamanismus

Subventionen stärker an Tierschutz- und Umweltleistungen knüpfen; Leserbriefe 17. Februar, Hendricks stoppt „Bauernregeln“; Titelseite 10. Februar

Das Perfide an der Hendricks Aktion ist, dass 50 Jahre Agrar- und Marktpolitik sowie das tatsächliche Markt und Verbraucherverhalten aufgeklammert bleibt. In den letzten 20 Jahren wurden mit marktliberalen Reformen von Agenda 2000 bis Milchquotenende die Bauern unter Druck gesetzt. Ihr müsst euere Betriebe entwickeln und euch dem Markt stellen, belehren die Experten. Jetzt überlässt man es den selbsternannten Tier- und Umweltschützern gegen die Landwirtschaft zu hetzen. Dort wo von Natur aus nur extensive Bewirtschaftung (Almen, Schafweiden) möglich ist setzt Frau Hendricks den Wolf aus und verschanzt sich hinter EU Gesetzen. Oder gibt es doch eine (Wähler) Klientel, die – weil von neuheidnischem Naturglauben und esoterischem Wolfsschamanismus beseelt – gepflegt werden muss. 

Konrad Promberger Polling

Verbraucherregeln statt neuer Bauernregeln! Das Bundesumweltministerium will mit den fragwürdigen neuen Bauernregeln auf eine Umfrage aufmerksam machen, in der die Bevölkerung über die gewünschte Landbewirtschaftung und Tierhaltung befragt werden soll. Wozu diese Umfrage? Sie findet längst jeden Tag statt! Jeder Verbraucher entscheidet mit jedem Einkauf von Lebensmitteln wie er diese erzeugt haben möchte. Aktuell kauft etwa die Hälfte der Verbraucher bei Discountern, - ihr Votum lautet gute Mindestqualität so billig wie möglich. Diese Verbraucher geben aktuell im Durchschnitt weniger als 11 Prozent Ihres Einkommens für Lebensmittel aus, was weltweit neben Großbritannien der niedrigste Wert ist. Zusätzliche Umwelt oder Tierschutzleistungen sind zu diesen Preisen nicht möglich - und werden offensichtlich auch nicht gewünscht. Hochwertigste z.B. regionale Bioprodukte kaufen in Deutschland nur etwa 5 Prozent der Verbraucher. Diese Stimmen mit jedem Einkauf für ein mehr an Umwelt und Tierschutz in der Erzeugung ihrer Lebensmittel. Diese tägliche Umfrage ist absolut basisdemokratisch. Die Landwirte sind Unternehmer und müssen sich in Ihrer Produktion am Markt orientieren. Steigt die Nachfrage nach z.B. regionalen Bioprodukten, steigt dort der Preis und es finden sich sofort weitere Bauern, die gerne zu diesen noch höheren Umweltanforderungen produzieren. Siehe aktuell die Situation bei den Biomolkereien oder bei der Aktion Tierwohl, jeweils zeigen deutlich mehr Bauern Interesse daran, zu diesen umweltfreundlicheren Bedingungen zu produzieren, als von den Abnehmern aufgenommen werden. Der Grund für die Nichtaufnahme liegt in der fehlenden zusätzlichen Nachfrage von Verbraucherseite. Ein Mehr an Umweltschutz zu fordern und trotzdem bei Aldi oder Lidl billigst möglich einzukaufen, geht so wenig zusammen, wie einen Porsche fahren zu wollen und nur für einen VW zu bezahlen. Wird von politischer Seite dieses mehr an Umweltschutz durch Gesetze festgelegt und der Verbraucher bezahlt dies nicht, gehen dazwischen die Landwirtschaftlichen Betriebe wirtschaftlich zu Grunde, wie zuletzt Tausende jedes Jahr. Für ein mehr an Umweltschutz in der Landwirtschaft brauchen wir keine neuen Bauernregeln, wir benötigen neue Verbraucherregeln und ein neues Verbrauchereinkaufsverhalten, - denn jeder Verbraucher bestimmt mit seinem Kauf wie zukünftig produziert wird. 

Uli Ernst Bauer vom Ammersee, Utting

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