Qualität hat ihren Preis

Nur ein Maisschutzmittel; Leserbriefe 29. Februar

Belastetes Getreide kommt nicht aus Bayern und Deutschland. In seinem Leserbrief beschuldigt Herr Schelle die Landwirte, durch den Einsatz von Glyphosat sämtliche Pflanzen und Tiere zu vergiften, der Mais wird geschützt. Der Wirkstoff Glyphosat hat in keinster Weise eine schädigende Wirkung auf Tiere. Ebenso wird Glyphposat über alle grünen Planzenteile einschließlich der Blätter aufgenommen. Sprich wenn man auf einem Maisacker Glyphosat zur Bekämpfung von Unkräutern und Ungräsern einsetzen würde, ist der Mais genauso zerstört wie das Unkraut. Natürlich kann der Wirkstoff Glyphosat zur Unkrautbekämpfung im Vorauflauf der Hauptkultur angewendet werden, die Quote der Anwender liegt aber in Deutschland bei unter 5%. Wie in dem Zeitungsartikel vom 26. Februar 2016 „Sturm im Bierglas“ berichtet wird, könnten die Pestizid Rückstände vor allem in importiertem Getreide aus Frankreich und Dänemark vorhanden gewesen sein. Und genau da liegt auch das Problem. Würden die Brauereien auf regionale Produktion Wert legen, für die aufwändig, nach bester fachlicher Praxis erzeugte Braugerste von heimischen Bauern zurückgreifen, stünden wir bei weitem nicht vor dieser ganzen Problematik. In Deutschland greift eines der strengsten Pflanzenschutzmittelgesetze, warum denn nicht EU-weit? Große Brauereigruppen, wie im Zeitungsartikel vom 26. Februar aufgeführt, scheuen ja nicht davor zurück, sich frachterweise günstige Braugerste anschiffen zu lassen und zu vermalzen. Qualität hat ihren Preis, leider sehen viele nicht ein, diesen auch zu bezahlen. Deshalb wird von uns bayerischen und deutschen Bauern zwar immer eine sehr hohe Qualität gefordert, bezahlt hingegen wird sie nicht. Da kauft man lieber aus dem Ausland günstige Ware zu, egal wo die Herkunft des Getreides liegt, noch wie es behandelt wurde, und mengt diese zu unserer Qualitätsgerste bei. Verbrauchern wünsche ich mal, dass sie sich ein Jahr komplett von Produkten aus dem Ausland ernähren sollen, bei denen die Auflagen für Pflanzenschutz bei weitem nicht so streng sind wie bei uns. Erst dann werden diese Leute vielleicht begreifen, was sie an uns bayerischen und deutschen Bauern haben, bis dahin wünsch ich einen guten Appetit und Prost!

Florian Büchlmeir Landwirtschaftsmeister Taufkirchen bei München

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