Leserbriefe

Den Vorwurf, nach Prinzregentenmanier zu regieren, muss sich Söder gefallen lassen

Georg Anastasiadis: Der Prinzregent traut seinenUntertanen nicht;Kommentar; Sebastian Horsch: VerkorkstesGroKo-Projekt;Kommentar 16./17. Mai;Verantwortlich ist Söder;Leserforum 19. Mai

Unser Ministerpräsident und unsere bayerische Regierung agieren äußerst vorsichtig, um ja nicht in eine zweite Infektionswelle hineinzulaufen. Die würde dann aber wirklich teuer werden und für viele Betriebe, gerade in der Gastronomie, das endgültige Aus bedeuten. Wir hatten in den vergangenen acht bis zehn Wochen im Verhältnis zu vielen anderen Ländern relativ erträgliche Einschränkungen in unserem Alltag. Bei vielen hört es sich so an, als ob sie schon seit zwölf Monaten nicht mehr aus dem Haus gekommen wären. Es wird uns noch sehr viel Geduld abverlangt werden, bis wir diese Pandemie überstanden haben, und zwar nicht von der Politik, sondern von diesem Virus.

Ich vertraue weiterhin unseren politischen Führungskräften, die uns bis jetzt sehr gut durch diese Zeit geführt haben. Herr Anastasiadis hat am Samstag noch die vierzehntägigen Quarantänevorgaben gegenüber Österreich groß kritisiert und siehe da, die Regierung hatte da anscheinend schon beschlossen, sie abzuschaffen. Gott sei Dank hatten wir in Bayern schon immer und im Bund seit etlichen Jahren Regierungen, die den Schuldenabbau auf ihre Fahnen geschrieben haben. So können jetzt die Betriebe und Arbeitnehmer mit großen Summen unterstützt werden. Dass das niemand gut findet, so viel Steuergelder ausgeben zu müssen, ist auch klar. Aber sind wir froh, dass Deutschland dazu in der Lage ist.

Werner Seitz

Gmund

Kritik muss die Gesellschaft und Politik auch aushalten. Es geht darum, dass eine kleine Handvoll Menschen über unser aller Tun und Lassen entscheidet auf Basis von welchen Beratern, nur des RKI? Oder die Leopoldiner, bei denen der Ehemann von Frau Merkel beschäftigt ist? Wo ist die Expertenrunde aus den verschiedenen Fachbereichen, wo ist die Transparenz? Wer so agiert, der muss sich auch den Vorwurf gefallen lassen, nach Prinzregentenmanier zu regieren.

Ferner fehlt mir die Abwägung der Gefährdungen, einerseits durch das Virus, aber anderseits die Gefährdung der Gesellschaft, der kritischen Infrastrukturen durch den Lockdown. Wer schätzt oder verfolgt die Todesfälle durch verschobene, nicht durchgeführte OPs oder nicht behandelte Notfälle? Die vielen Arbeitslosen und Kurzarbeiter, vernichtete Existenzen und die damit verbundene zu erwartende Wirtschaftskrise? Wer soll das Gesundheitswesen in der Zukunft finanziell noch stemmen? Werden dann die Pflege und die Versorgung der „Alten“ dadurch nicht zwangsweise heruntergefahren und dadurch die Lebenserwartung der Bürger wieder reduziert? Denn erst der vergangene Wohlstand hat die heutige Lebenserwartung überhaupt erst ermöglicht. Daher die Frage: Wurde eine Gefährdungsabwägung durchgeführt, oder fährt die Politik im absoluten Blindflug durch den Lockdown?

Roland Miller

Fürstenfeldbruck/Aich

Auch als Rentner kann ich den Kommentaren der beiden Merkur-Redakteure Georg Anastasiadis und Sebastian Horsch nur zustimmen. Es werden wie immer die arbeitende Bevölkerung und die Selbstständigen zur Kasse gebeten. Man ruft auch gerne nach der Reichenbesteuerung. Klar, gibt es viele Reiche, die nichts für das gemeine Volk tun, aber sehr viele investieren ihr Geld in Firmen und sichern so sehr viele Arbeitsplätze. Beamte und Berufspolitiker haben sich in den letzten 60 Jahren nicht an der Solidargemeinschaft beteiligt. Aus meiner Sicht dürfte sich hier endlich mal was ändern. Bei jeder Krise höre ich immer nur die Rufe nach neuen Stellen im öffentlichen Dienst. Das Beispiel der Corona-Krise zeigt, dass die Arbeit aber durch das Personal im Krankenhaus oder in der Arztpraxis erledigt wird und nicht durch die Krankenkassen und die Gesundheitsämter. Wenn eine Entscheidung ansteht, werden eh die Berater aus der Wirtschaft gebraucht. Eine gute Ausstattung und vertrauensvolle Selbstverwaltung von Krankenhäusern, Alters- und Pflegeheimen sowie Arztpraxen kann in der Corona-Krise bestimmt mehr bewirken als die Kontrolle der Abrechnungen durch die Krankenkasse oder die nicht erreichbare 116117.

Walter Pfefferle

Massenhausen

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