Söders Kreuz mit dem Kreuz

Georg Anastasiadis: Ayatollah Söder?; Kommentar, Söders Kreuz-Zug; Im Blickpunkt, Klar ein christliches Symbol; Leserforum 26. April, „Nicht ein Zeichen einer Religion“; Politik 25. April

Das Kreuz, worauf Jesus Christus hingerichtet wurde, ist das Symbol der Christenheit und kein Bekenntnis zur Identität. Dafür haben wir weißblaue Fahnen und das Staatswappen. Das Kreuz wurde im 2. Konzil von Nicäa anno 787 für heilig erklärt und die Christen haben es seitdem gegen den Willen Gottes anzubeten. Denn dieses verlangt im 1. Gebet, dass außer ihn nichts angebetet werden darf (1. Mo 20-3-5). Das Kreuz war da Hinrichtungsinstrument der Römer. Diese waren keine Christen, sondern Heiden. Dass ausgerechnet deren Hinrichtungsinstrumente heilig sein sollten, darf man ruhigen Gewissens als pervers empfinden. Wäre bei den Römern die Guillotine oder der Elektrische Stuhl als Hinrichtungsgerät zum Einsatz gekommen, müssten die Christen eben diese Hinrichtungsinstrumente heiligen. Wenn sich Herr Söder mit Kreuzen beim lieben Gott für „das schönste Amt auf Erden“ bedanken will, sollte er es nicht auf Staatskosten tun. Denn Religion ist Privatsache. 

Hans Mayr Kreuth/Pförn

Zeter und Mordio. Ministerpräsident Söder hängt in öffentlichen Gebäuden Kreuze auf bzw. schützt die bereits angebrachten. Rote, Grüne, Gelbe, Atheisten haben panische Angst, dass Bayern nun zum christlichen Gottesstaat mutiert. Katholiken nehmen Markus Söder übel, dass er das Kreuz nicht als christliches, sondern als kulturelles Symbol bezeichnet, wohl wissend, um zu verhindern, dass unter Hinweis auf die Trennung von Kirche und Staat sein Plan vereitelt wird. Ein kleiner Trick, der nur Gutes bewirken kann und in keiner Weise irgendjemandem schadet. Im Gegenteil: Wir Christen wissen: Im Kreuz ist Heil. Ganz egal, wer es warum aufhängt, es heiligt. Und die Atheisten und Christenhasser sehen öffentlich, dass Bayern nicht vom Kreuz ablässt. Danke, Markus Söder! 

Elisabeth Schulz Valley

Jetzt kommt natürlich die große Aufregung. In Europa gibt es viele Länder, die ein oder mehrere Kreuze in der Flagge haben. Die hängen sogar im Parlament, trotz Trennung von Kirche und Staat. Die bayerische Identität lässt sich für Söder in Bayern damit gut vermitteln, besser als eine leere Wand. Die Wertevermittlung einer leeren Wand ist die Alternative. Übrigens: Was hängt in unseren Gerichten an der Wand? 

Rainer Prosik Hattenhofen

Das Kreuz soll kein Zeichen für eine Religion sein? Herr Marx müsste aufschreien über die Instrumentalisierung des zentralen christlichen Symbols der katholischen Kirche. Und Herr Bedford-Strohm steht zufrieden vor der Kamera des Bayerischen Rundfunks und gibt seiner Freude Ausdruck, statt von Missbrauch zu sprechen. Gegen Populismus wettern (weil der eigenen Partei Stimmen verloren gegangen sind am rechten Rand) und (um sie wieder zu kriegen) aus Verzweiflung der Oberpopulist sein wollen. Aber darin war die CSU/Bayern ja immer gut, eine Schwäche in eine Stärke umzudichten: Mia san mia. Die Würde bleibt dabei auf der Strecke, sowohl bei dem, der mit solchem hilflosen Aktionismus die anderen zu Idioten erklärt, als auch bei denen, die sich so was als Verbesserung verkaufen lassen. 

Gabriele Stolz München 

Der bayerische Ministerpräsident Söder hat gesagt, das Kreuz gehört zu unserer Leitkultur und sei nicht allein ein christliches Symbol. Ich gebe ihm Recht, wenn eine politische Partei den Namen und die Symbole des christlichen Glaubens missbraucht, hat dies mit dem Christentum nichts zu tun. Er kann damit in Bayern Recht haben, denn das Kreuz im Eingangsbereich der staatlichen Behörden könnte auch das Kreuz symbolisieren, das der bayerische Bürger trägt. Er erhält Beschlüsse und Verordnungen aus den Behörden, gegen die er sich nur per Gericht wehren kann, nicht selten bekommt er Recht, nach sehr langer Zeit und großem finanziellem Aufwand. Gefasste Beschlüsse werden ohne Rücksicht und ohne Berücksichtigung von massivem Protest meist durchgezogen. In den Behörden sollte der Bürger als Kunde behandelt werden, wie es vor Jahren propagiert wurde, leider fühlt er sich oft abgelehnt, missverstanden und respektlos behandelt. Des ist scho a Kreiz, sagt da der Bayer. 

Edith Thorma Wolfersdorf

Die Argumentation von Herrn Söder, das Kreuz sei kein Zeichen der christlichen Religion, ist abenteuerlich. Seit Jahrtausenden ist das Kreuz das Identifikationssymbol der Christen. In diesem Zeichen haben viele Verfolgung für ihre Überzeugung erlitten bis heute. Wer das Kreuz aber als Identifikationssymbol für die bayerische Lebensart instrumentalisiert, hat wohl im Religionsunterricht nicht aufgepasst oder treibt bewusst mit diesem urchristlichen Zeichen Missbrauch. Die Christlich Soziale Union sollte sich schämen, solches Treiben zuzulassen. Die beiden christlichen Kirchen sollten diesen Missbrauch aber auch deutlich an den Pranger stellen. 

Bernhard Ernst Anzing

Dieselben, die für das Tragen von Kippa und Kopftuch in der Öffentlichkeit sind, sind gegen das Aufhängen von Kreuzen in bayerischen Behörden (und umgekehrt). Ich glaube, das nennt man Schizophrenie. Ich wünschte mir mehr Gelassenheit und Toleranz. 

Winfried Mayer Seefeld

Das Foto mit CSU-Ministerpräsident Markus Söder im Münchener Merkur, wo er das Kreuz in Händen trägt, ist ja sehr schön, vielleicht auch werbewirksam für die nächste Wahl in Bayern. Wenn er aber unsere Heimat (siehe Erdinger Moos) – auch das ist Schöpfung Gottes – unbedingt mit einer zusätzlichen, unnützen dritten Startbahn zubetonieren und ganz zerstören will, von Lärm und Abgasen ganz zu schweigen, ist das wie Gotteslästerung. 

Helga Wildhopf Freising-Pulling

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