Populismus in Reinkultur

Gelassenheit wäre an- gebracht; Leserforum 4. Mai, Georg Anastasiadis: Öl ins Feuer; Kommentar, Söders Ärger mit dem Kreuz; Leserforum 3. Mai

Das ist doch Populismus in Reinkultur, was Markus Söder uns da anbietet: Das Kreuz als ein Mittel zum Zweck, sich selbst ins Licht zu rücken; landauf, landab spricht man von ihm, er zelebriert sich selbst in allen denkbaren Posen mit dem Kreuz in der Hand mal links von sich, mal rechts oder auch, mit treuherzigem Blick in die Kamera, beim Aufhängen des Kreuzes „seht, hier bin ich“. Am Riedberger Horn brachte er sich als Heimatminister ins Bewusstsein, bayernweit geächtet aber präsent; als Ministerpräsident hob er seine eigenen Anordnungen wieder auf als der gefeierte Retter. Wir kennen solche Selbstdarstellungen des Herrn Söder aus etlichen Anlässen. Hauptsache immer, er ist und bleibt im Gespräch, im Mittelpunkt der Betrachtungen seiner Wähler, ob positiv, ob negativ ist fast egal. Bei der Übernahme des Finanzministeriums im November 2012 ließ er sich als Nachfolger des stillen, bescheidenen Georg Fahrenschon als „großzügiger Nikolaus“ preisen (Zitat Anastasiadis) mit einem Vorzeigehaushalt, dessen Grundstock von seinem Vorgänger gelegt worden war. Legendär seine Kostümierungen im Frankenfasching, bestechend durch ihre Originalität und Fantasie, auch darin abgehoben vom übrigen Faschingsvolk. Da erweist sich Söder als ein Mann mit Humor und Hintersinn, den wir ihm nicht absprechen wollen. Diese ganze Kreuzdebatte war und ist völlig unnötig, angezettelt aus dem Nichts heraus; niemand zuvor hat sich darüber Gedanken gemacht. Wir haben andere Probleme. 

Michael Gerke Farchant

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