Leserbriefe

Mehr Neutralität

Zum Text "Hilfsbereite Stern-Wirtin restlos bedient" am 4./5. Mai im Garmisch-Partenkirchner Tagblatt

Journalismus trägt zur öffentlichen Meinungsbildung bei. Dazu werden verschiedene Positionen und Sichtweisen dargestellt und in der Regel Fakten beschrieben. Im Artikel “Hilfsbereite Stern-Wirtin restlos bedient” wird jedoch nur eine Meinung dargestellt. Missverständnisse, die bei sprachlichen und kulturellen Unterschieden wie sie in diesem Fall zweifelsohne bestehen, werden nicht erwähnt und Aussagen der beiden Asylbewerber sucht man vergebens in der Darstellung der "Tatsachen". Sprachlich findet man im Artikel Wendungen, die ebenfalls nicht für Neutralität sprechen – was wird zum Beispiel mit dem Satz gleich zu Beginn "Christl Veit [...]holte sich eine blutige Nase" suggeriert? Was für eine Meinung soll mit diesem Artikel gebildet werden? Zum Schluss noch eine Frage, welche den Artikel nicht direkt betrifft, sondern die beschriebene Situation. Denn diese hat weiterführende Folgen für die beiden Asylbewerber. Das fängt bei Leistungskürzungen an, geht über Jobchancen in der Zukunft und endet bei der Reputation dieser Menschen. Wäre als Lösung der im Artikel beschriebenen Geschichte anstelle einer Anklageschrift nicht ein Dialog mit allen Beteiligten mit Beseitigung aller Missverständnisse und Darstellung aller Positionen wirkungsvoller?

Christina Müller

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