Leserbriefe

Gemeinsame Werte verbinden mehr, als Herkunft und Hautfarbe trennen können

Unterschiedliche Menschen an der Krippe; Leserforum 10./11. Oktober

Melchior, einer der drei Weisen aus dem Morgenland, wurde aus der Krippendarstellung im Ulmer Münster verbannt. Seine beiden Kollegen mussten dann ebenfalls verschwinden. Sozusagen ein Fall des Rassismus vonseiten des Antirassismus. Leider kein Einzelfall. Abgesehen vom Widerspruch zur christlichen Freudenbotschaft, wie oberflächlich und dumm! Es ist nicht die Hautfarbe oder die Zugehörigkeit zu einer Menschengruppe der Weltbevölkerung, die trennen oder verbinden, sondern die Werte, die wir teilen oder nicht teilen. Denn so heißt es zu Recht: Gemeinsame Werte verbinden mehr, als Herkunft und Hautfarbe trennen können.

Germut Bielitz

Grainau

Jene, die auf die Idee kommen, den heiligen König Melchior aus der Weihnachtskrippe zu entfernen, weil er schwarz ist, zeigen sich als die wahren Rassisten.

Paul Obereisnebuchner

München

Ich verstehe nicht, warum sich die Ulmer so deppert anstellen. Statt alle Krippenfiguren rauszunehmen beziehungsweise wegzusperren, könnte man ja einfach den Melchior austauschen gegen einen anderen, der ansehnlicher ist. Oder man lässt einfach (die Zeit wäre ja noch da) einen neuen schnitzen. Rassistisch wäre es auf jeden Fall, wenn man ihn entfernen würde und die anderen zwei dastehen ließe, weil man damit auch unsere schwarzen Mitbürger ausgrenzen würde.

Magnus Waibl

Stötten am Auerberg

Was ist jetzt noch möglich, um den ganzen, teilweisen unnötigen Sachverhalt doch noch für alle tragbar zu gestalten? Bitte stellt doch diese drei Krippenfiguren weiterhin aus und verdeckt ihre Gesichter mit einer Corona-Maske, die leider zurzeit der Realität entspricht. Und bis zum Jahr 2021 dürfte sich doch dann bestimmt ein Künstler oder Schnitzer finden, der das Gesicht und die Beine des Melchiors etwas ansehnlicher ändern könnte. Damit wären doch die weiteren Probleme gelöst, und man könnte doch alles wie bisher belassen.

Horst Rotter sen.

Sulzemoos

100 Jahre hat sich kein Mensch an der Darstellung des Mohrenkönigs im Ulmer Münster gestört, aber jetzt, nachdem die selbst erklärten Rassismusexperten mit bedruckten T-Shirts und Plakaten „Black lives matter“ durch die Gegend rennen, fühlt sich auch noch die evangelische Münstergemeinde bemüßigt, die Debatte aufzunehmen und die Heiligen Drei Könige aus der Krippe zu entfernen. Hallo, jedes Leben zählt, ob schwarz, weiß oder gelb.

Die Debatte ist Wasser auf die Mühlen der ewigen Nörgler, Besserwisser und Stänkerer, die nur darauf warten, wo ein neues Fass aufgemacht wird. Dass sich aber nun auch noch die evangelische Münstergemeinde gegen die eigenen Traditionen stellt, ist unbegreiflich. Immer mehr Menschen wenden sich von den Kirchen ab und treten aus. Kein Wunder, sondern die eigene Unfähigkeit, die Zeichen der Zeit zu erkennen, führt dazu. Man kann nur hoffen, dass die Leute die Ulmer Münsterkirche an Weihnachten boykottieren, es wäre interessant zu erfahren, wie Herr Dekan Gohl dann reagiert.

Hans Winkler

Eitting

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