Verschärfung auf dem Mietmarkt

Wohin soll das führen?; Leserbriefe 9./10. Juli

Seit 30 Jahren bin ich jetzt im Immobiliengeschäft und seit 30 Jahren handelt die Politik frei nach Goethes Faust, nur umgekehrt, sie ist die Kraft, die stets das Gute will und doch das Böse schafft. Emotional verstehe ich, wenn jemand von Raffkes spricht, wenngleich es sachlich leider völlig falsch ist. Wenn 1 m² Wohnfläche in München Schwabing EUR 10.000,-- kostet, dann entspricht eine Miete von selbst EUR 20,-- je m² eine Vorsteuer Rendite von 2,4 %, dabei ist noch nicht einmal berücksichtigt, dass es Leerstand bei Mieterwechsel und Renovierungspflichten des Vermieters gibt, von möglichen Zinssteigerungen später ganz zu schweigen. Wer soll da bitte Wohnungen zur Vermietung kaufen oder bauen? Entweder muss also tatsächlich die Miete noch steigen oder die Politik muss sich mal überlegen, warum die Preise so hoch sind! Seit spätestens EnEV 2009 sind spätere Verschärfungen reine, sinnlose Preistreiber der Baukosten. Seit ebenfalls ca. 2010 führt die Niedrigzinspolitik und die Finanzkrise zu einer Vermögensinflation. Wer dann noch von Deckelung der Baukosten bei Aufrechterhaltung der geforderten Qualitätsstandards spricht, wie die scheinbar ahnungslose Politikerin aus dem Münchner Stadtrat, der erreicht definitiv den vollständigen Investitionsstopp, der dann nur zu einer deutlichen Verschärfung auf dem Mietmarkt führen kann. In einem 5-Punkte Programm könnte fast jeder Projektentwickler die Situation in 3 Jahren entschärfen, aber dazu sind Politiker zu polemisch und zu ahnungslos, deshalb wird es so weitergehen, wie die letzten 30 Jahre auch. 

Michael Forster München

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