Frauen, schließt Euch zusammen!

Gerechtigkeit bei der Mütterrente; Leserforum 19. Januar

Man muss sich wundern, wozu eine Volkspartei fähig ist, die als Markenzeichen die Wörter „christlich und sozial“ benützt. Die bisherige Ungerechtigkeit, dass es Mütter 1. und 2. Klasse gibt, wurde nicht nur nicht beseitigt, sondern durch eine neue perfide Regelung verschärft, die aus dem Hinterzimmer eines Mafia-Anwaltes stammen könnte. Im Klartext: Mütter, die es nicht geschafft haben, mindestens drei Kinder zu bekommen und großzuziehen (Stichtag 31. Dezember 1992) sind es nicht wert, dem Müttern ab 1993 gleichgestellt zu werden. Da gibt es weder eine Ober- noch Untergrenze. Die ausgesperrten Mütter verlieren immerhin pro Monat einen Betrag von 31 Euro pro Kind an Rente. Ferner möchte ich noch an die zwei Leserbriefe von Frau Horn und Frau Stenzel erinnern, die das Thema bestens beschrieben haben. Mein Leserbrief ist auch meiner Frau Gertrud Bedacht gewidmet, die als Schwerstbehinderte sich leider nicht wehren kann. 

Adolf Bedacht Haimhausen

Seit Beginn der Diskussionen über die Mütterrente fehlt ein außerordentlicher Aspekt, welcher weit über das Thema „erst ab drittem Kind“ hinausgeht. Niemand sprach bisher von den Müttern, die in liebevoller Hingabe ein behindertes Kind zuhause betreuten und gar nicht in der Lage waren, zusätzlich noch einem Beruf nachgehen zu können. Ich habe sehr viele Jahre im „Elterverband contergangeschädigter Kinder“ mitgearbeitet. Es ging um die Jahrgänge 1960 bis 1978. Damals hätte man ein behindertes Kind allenfalls in ein „Krüppelheim“, wie es einmal ein Arzt ausdrückte, geben können. Die Mütter – ebenso die Väter – waren glücklich, wenn ihnen dann noch ein gesundes Kind geschenkt wurde. Aber an die Vergrößerung der Familie durch weitere Kinder, dachten die wenigsten, es fehlte dazu einfach die nötige Kraft und schließlich mangelte es sehr oft auch an finanziellen Sicherheiten. Die vielfachen guten sozialen Einrichtungen wie heute gab es damals noch nicht. Wäre das nicht auch ein Grund, über die neu zu erwartende Regelung schmerzliches Unverständnis zu empfinden? 

Marlisa Thumm München 

Dass die deutschen Mütter von der CDU hier nichts erwarten konnten war von vornherein klar. Dass sich jedoch die CSU wieder von Merkel einlullen ließ, war nicht nur enttäuschend, sondern abermals sehr schwach. Am schlimmsten jedoch ist doch, dass sich die SPD nicht eingesetzt hat. Hier hätte sie sofort und nachhaltig punkten können. 

Bernd Janke Uffing am Staffelsee

Frauen schließt Euch Verbänden an! Vor allem jüngere Frauen, denkt an Eure Mütter und Großmütter! Auch für Euch junge Frauen gibt es noch viel zu erreichen, wie z. B. gleicher Lohn für gleiche Arbeit bei Frauen und Männern. Es gibt in vielen Ortschaften und Städten eine Katholische Frauengemeinschaft (kfd), einen Katholischen Frauenbund oder einen evangelischen Frauenbund. Der Familienbund der Katholiken, die Katholische Arbeitnehmer Bewegung, die Katholische Landjugendbewegung, das Kolpingwerk Deutschland und die kfd mit 550.000 Mitgliedsfrauen in der ganzen Bundesrepublik, beteiligen sich an einer Postkarten Unterschriften Aktion für gerechtere Renten. Die Vorsitzende der kfd im Bundesverband in Düsseldorf, Frau Mechthild Heil sitzt für die CDU im Bundestag. Je mehr Frauen sie hinter sich hat um so mehr Gewicht haben Ihre Anträge. Nur gemeinsam sind wir stark und können uns Gehör verschaffen. Lassen wir es uns nicht gefallen, dass uns die Politikerinnen/Politiker in Frauen 1. und 2. Güte einteilen, je nachdem wann und wie viele Kinder wir geboren und erzogen haben. Diese unsere Kinder haben sozialversicherungspflichtige und steuerpflichtige Beschäftigungen und tragen zum Haushalt, aus dem auch die Diäten der Politikerinnen/Politiker kommen, der Bundesrepublik Deutschland bei. Viele Ehrenämter- ohne die Deutschland nicht funktionieren würde, werden von Frauen ausgefüllt. Kämpfen wir dafür dass wir solidarisch und gerecht behandelt werden. 

Roswitha Schnitzler Vorsitzende der kfd Pfarrgruppe Kranzberg

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Wenig überzeugend
Sehenden Augesin den Untergang;Leserforum 17. Dezember
Wenig überzeugend
Zur Kritik an Kramp-Karrenbauer
Zur Kritik an Kramp-Karrenbauer

Kommentare