Steilvorlage für Kanzlerin

Haben wir in unserem Land keine anderen Probleme?; Leserforum 7. März

Liebe Genossinnen, es ist im Moment sehr schwer, noch Sozialdemokrat zu sein. Nicht nur dass wir uns jetzt gemeinsam hinter eine GroKo stellen müssen, und das mit flauem Magen. Muss es da sein, dass der ältere progressiv-konservative Teil unserer Partei mit A-Parolen und nichtsnutzigen Debatten am konsequenten Arbeiten und der inneren Erneuerung behindert wird. Mit der Forderung nach einer Änderung der Nationalhymne, hat unsere Genossin Kirstin der Kanzlerin eine Steilvorlage geliefert, und ihr festgefahrenes Boot wieder ins Fahrwasser gebracht. Ganz Deutschland hat nun wieder ein Thema der Selbstbeschäftigung, und die wirklichen sozialen Themen auch im Bereich Frau liegen auf Eis. Wenn das der Neuanfang und das neue Gesicht der alten SPD ist, dann kann ich und so mancher SPDler es nur noch mit dem abgeänderten Durchhalte- Satz des TSV 1860 (einmal SPDler, immer SPDler) in dieser Partei aushalten. Wir werden als Brüder der Sonne und Freiheit, bestimmt unsere Schwestern nicht vergessen, denn Bruderliebe ist sehr belastbar. 

Ernst Leonhard Kugler Stadtverband der SPD; Freising

Respekt, Frau Kettemann! Sie sind scheinbar die Einzige, die den Sinn der Liedertexte Nationalhymne und Bayernhymne richtig erkennt und darüber Gedanken macht. Hier sollte die Politik die Finger weglassen, ich bin der Meinung, die Lieder sind unser Kulturgut und sollten auch so geschützt bleiben. 

Gerlinde Sigl Lengdorf

Vaterland aus der Hymne streichen: Geht´s noch? Es gibt offensichtlich eine Vielzahl von hypersensiblen Klugscheißern, die uns jede Woche mit einem neuen „unkorrekten“ Wort in eine völlig sinnfreie Diskussion verwickeln wollen. Haben die nichts besseres zu tun? Statt dessen könnten sie in einer Tafel mit anpacken oder sich anderweitig nützlich machen. Ich werde meine Muttersprache (erlaubt?)wegen diesen geistigen Überfliegern auch weiterhin nicht ändern.Zum Beispiel mit dem Gebrauch des Wortes „Neger“, das ich ohne jeden beleidigenden oder rassistischen Gedanken verwende. Und liebe Presse: Walzt doch nicht jeden thematischen Mist so aus. 

Werner Brisch Freising

Wenn Frau Kristin Rose-Möhring unsere Nationalhymne als Frauen Diskriminierend empfindet, dann sollte Sie aber auch die Männer diskriminierenden Anreden wie, meine Damen und Herren, Bürgerinnen und Bürger, Wählerinnen und Wähler, usw. ändern. Es müssten dann für die Damen „meine Herren und Damen“ heißen und für die Männer weiterhin „meine Damen und Herren“ Doch weil wir Männer in dieser Hinsicht keine Komplexe haben, und Kavaliere sind, lassen wir alles wie es ist. Und das ist gut so! 

Helmut Zeiler Dorfen

Der Text der Nationalhymne ist geschlechtsneutral zu ändern, so die Forderung der Gleichstellungsbeauftragten im Familienministerium. Aus Vaterland soll Heimatland werden und brüderlich ist durch couragiert zu ersetzen. Führt man diesen Denkanstoß weiter, so stehen auch andere Werke großer deutscher Dichter auf dem Prüfstand. Es wird alles neutral. Konsequent weiter gedacht sind auch die Geschlechter männlich und weiblich aus der Rechtschreibung und Grammatik zu entfernen. Das ist kein Fortschritt, das ist schlichtweg Unsinn. Nachdem der Begriff Vater(land) in der Kritik steht, ist auch auf Wortverbindungen mit Mutter zu sehen. Also Mutterland, Muttererde, Muttergesellschaft, Mutterkirche, Muttermal und viele andere Begriffe müssten doch auch der Gleichstellungsbeauftragten aufgefallen sein. Oder kennt sie nur eine Gleichstellung durch Entfernung von männlichen Begriffen? Das Wort brüderlich durch das Fremdwort couragiert zu ersetzen, lässt Zweifel an der Sprachkenntnis der Gleichstellungsbeauftragten aufkommen. Fand sie dafür nicht einmal ein deutsches Wort? Als erstes sollte die beim Familienministerium angesiedelte Gleichstellungsbeauftragte ausgetauscht werden. Solche Eskapaden beflügeln doch nur die AfD. 

Johann Höckenreiner Germering

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